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Wurzelbehandelte Zähne

Das Problem an der Wurzel gepackt

Ist ein Zahn ständig entzündet oder das darin befindliche Zahnmark bereits abgestorben, wird fast immer eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt. Dabei wird versucht, die Bakterien sowie die Eiweißzerfallsprodukte zu entfernen, den Wurzelkanal zu reinigen und dann abzudichten. Dies ist mit die komplexeste zahnärztliche Behandlung, da die Zähne viele feine Wurzelkanäle haben, die nicht alle verfüllt werden können, und eine saubere Desinfektion quasi unmöglich ist. Zudem sind alle Füllmaterialien gewebsreizend und teilweise höchst allergen und zellvergiftend (zytotoxisch). So kann der Zahn zwar erhalten werden, aber der Nerv ist tot.

Im Erfolgsfall lassen die Schmerzen nach und im Röntgenbild sind keine Entzündungszeichen mehr nachweisbar. Allerdings kann die Behandlung auch misslingen, dann tut der Zahn weiterhin weh, es kann zu Schwellungen und Kopf- oder auch Gelenkschmerzen kommen. Weit schlimmer wird es allerdings, wenn im Wurzelkanal eine Vereiterung entsteht, die zu einer chronischen Entzündung führt. Streuen die Bakterientoxine im ganzen Körper und schädigen beispielsweise Herzklappen oder Blutgefäße, sind sie neueren Untersuchungen zufolge möglicherweise sogar Ursache für einen Herzinfarkt.

Das Problem ist folgendes: im Wurzelkanalsystem eines Zahnes mit Millionen von sogenannten Dentintubuli befinden sich eine Vielzahl von Bakterien, Pilzen und Hefen, die normalerweise im Mundraum keinen Schaden anrichten. Wegen der vielen feinen Verästelungen der Wurzelkanäle ist eine effektive Desinfektion nicht möglich, zudem haben die Bakterien nach der Verfüllung einen Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen, sie müssen also ohne Sauerstoff überleben und bilden dabei Toxine, die potentiell gefährlich sind, sobald es ihnen gelingt sich im Körper auszubreiten.
Zahnmedizinische Kliniken in den USA und Deutschland wiesen bei endodontischen Fehlbehandlungen in 67 % eine bakterielle Infektion als deren Folge nach, die Hauptfaktor für spätere Komplikationen sind (Journal of Endodontics). Laut dem Göttinger Professor Michael Hülsmann wurden 2006 in Deutschland mehr als sieben Millionen Wurzelkanalbehandlungen mit der Krankenkasse abgerechnet, davon verliefen aber weniger als 50 % erfolgreich und er macht die in den Tubuli verbliebenen Bakterien für das Scheitern der Therapie verantwortlich.

Die Toxine wurzelverfüllter oder toter Zähne sind denaturierte Proteine (z.B. Methyl-Mercaptan), die Nervenschädigungen und Blockaden lebenswichtiger Enzyme hervorrufen können. Eine mögliche Abgabe von Zahntoxinen nachzuweisen ist leider derzeit nicht zuverlässig gegeben. Allerdings sind Zusammenhänge von Zähnen und zugeordneten Organen aus der Meridianlehre und Akkupunktur seit langem bekannt und mit bioeneregetischen Messmethoden nachweisbar. So lange ein Mensch gesund und sein Immunsystem intakt ist, stellen die Zahnbakterien und Toxine kein Problem dar, da sie sofort eliminiert werden. Ist der Körper aber geschwächt, wird er damit nicht mehr fertig und es kommt eine oft fatale Kettenreaktion in Gang.

Dr. George Meinig, einer der Gründer der Amerikanischen Gesellschaft der Endodontologen, veröffentlichte alte Forschungsergebnisse von Dr. Weston Price und wies nach, dass wurzelbehandelte Zähne neben Herz-Kreislauferkrankungenn degenerative Erkrankungen, wie Rheuma, Arthrose, Multiple Sklerose und ALS (Amyotrope Lateralsklerose) auslösen können.

Ganzheitlich arbeitende Zahnärzte weisen eindringlich daraufhin, dass eine chronisch toxische Belastung aus Zahnersatzmaterialien und toten oder wurzelgefüllten Zähnen, sowie eine chronische Entzündung im Kiefer (Kieferostitis) zu einem echten Problem werden könne, das meist mit den resultierenden Nachfolgeerkrankungen nicht in Verbindung gebracht wird. Aus ihrer Sicht sollte bei chronischen Erkrankungen keine Therapie erfolgen, wenn nicht eine Störfelddiagnose und Sanierung im Mundbereich vorausgeht.

Eine Zahnwurzelbehandlung ist ein operativer Eingriff, der gravierende Folgen nach sich ziehen kann. Man sollte nicht allein das optische Ergebnis im Blick haben. Am besten bespricht man sich vorab mit dem Haus- und Zahnarzt, vor allem wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist, und wägt ab, ob es besser ist, den betroffenen Zahn zu ziehen. Natürlich sollte ggf. auch eine Amalgamsanierung unter 3-fach-Schutz und eine entsprechende Ausleitung (beispielsweise mit Zeolith) vorgenommen, und bei der weiteren Therapie darauf geachtet werden, dass möglichst keine Metalle, aber auf jeden Fall nicht zwei verschiedene Metalle im Mund sind, die erzeugen nämlich einen dauerhaften Batterieeffekt.
Die Heilung wird unterstützt durch Zufuhr von reichlich Mineralstoffen, z. B. Meereskoralle, die Entzündung gehemmt durch Antioxidantien wie Astaxanthin und Kurkuma ist bestens geeignet zur Mundhygiene und zur Ausleitung von Quecksilber aus Amalgamfüllungen.

Wenn man das Thema näher betrachtet, fällt auf, dass es sehr unterschiedliche Einschätzungen dazu gibt, wann eine Wurzelbehandlung „erfolgreich“ ist und auch kaum erwähnt wird, dass ein Schneidezahn, der laut einigen Zahnärzten nur einen Wurzelkanal hat, tatsächlich bis zu 75 Nebenkanäle haben kann. Wie will man die alle sorgfältig und steril behandeln?

Text: Judith Anne März
(Ärztin für Gynäkologie, klassischer Homöopathie und Informationsmedizin)
praxis@wisse-die-wege.de

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