Menschen

„Das Leben beginnt in der Friah…“

Dass jeder Mann kochen sollte, ist für Matthäus Förg selbstverständlich. Gemeinsam mit seinem Vater haben die Beiden einen Männerhaushalt. Wer genau was im Haushalt machen muss, ist nicht klar definiert. „Es läuft irgendwie Hand in Hand. Jeder weiß, was er zu tun hat. Wir verstehen uns blendend“, so der 21-Jährige Anlagenmechaniker für Heizung und Sanitär. Matthäus Förg gehört zu jenen jungen Menschen, die heimatverbunden sind, den Dialekt pflegen und in einem Verein fest eingebunden sind. Er ist bei den Schützen in Rieden. Daheim sitzen und Computer spielen ist nicht so sein Ding. „Der Tag fängt in der Friah an“, sagt der junge Mann, was für ihn so viel bedeutet wie den Tag nicht zu vergeuden. Dazu gehört früh aufzustehen, sich seine Freizeit möglichst in der Natur einzuteilen, oder auch mit seinem Motorrad, einer BMW 650, zu fahren. „Früher bin ich hinten bei meinem Vater auf dem Motorrad gesessen, jetzt fahren wir gemeinsam Touren. Er auf seiner Harley und ich auf meiner BMW. Das ist top“, schwärmt der Füssener. Seit zwei Jahren ist er auch passionierter Jäger. „Die Jagd hat mich allat scho interessiert“, sagt er in seinem Dialekt und erzählt von dem Zeitungsausschnitt und dem Angebot einen Jagdschein zu machen. Jäger sein bedeutet für ihn nicht nur Tiere schießen, sondern die Waldpflege oder die Fütterung des Wildes. „Viele können sich nicht wirklich vorstellen was ein Jäger macht. Dabei ist das Hobby sehr abwechslungsreich, sehr interessant und man geht sehr bewusst und achtsamer im Wald um. Es ist ein sehr heikles Thema“, beschreibt Matthäus Förg sein Hobby.

Abwechslungsreich und interessant findet der frisch gebackene Geselle auch seinen Beruf. Kein Tag ähnelt dem Anderen, selbst wenn man auf der gleichen Baustelle ist, erzählt er begeistert. „Den ganzen Tag vor einer Maschine stehen, das wäre nichts für mich. Das stelle ich mir eintönig vor“, so Matthäus Förg. Seit Februar diesen Jahres hat er seinen Gesellenbrief in der „Tasche“. „Ein tolles Gefühl“, erzählt er. Dass es bei der Firma Doser viele überbetriebliche Schulungen gibt und die Kollegen so hilfsbereit sind, das schätzt der 21-Jährige sehr. Nichtsdestotrotz denkt er einen Schritt weiter. „Die Meisterschule würde mich interessieren. Bei uns in der Berufsschule hat man zu allen gesagt, man soll sich immer weiterbilden das schadet nicht. Da wird schon etwas dran sein, und was man hat, das hat man“, meint er selbstsicher. Genauso selbstsicher erzählt er davon, dass im Leben alles so kommt, wie es kommen soll und dass man keine Vorbilder braucht, um sein Leben zu leben, zumindest nicht er. „Man ist so, wie man ist. Man kann vielleicht das eine oder andere gut finden, aber einen Menschen kopieren ist nicht gut, das ist schlecht. Vielleicht liege ich mit meiner Meinung auch völlig daneben.“ Matthäus Förg hat definitiv kein Identifikationsproblem mit seiner Region. Er weiß, wo er leben oder hingehören will. „Ich habe kein Bedürfnis von hier wegzuziehen. Irgendwo in einer Großstadt zu leben ist nichts für mich. Ich bin rundum zufrieden.“

Text · Bild: Sabina Riegger

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