Menschen

“Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen”

Wenn man einen Weg nicht versucht zu gehen, dann weiß man auch nicht: schaffe ich es, will ich es oder bin ich zufrieden damit.

Das ist der Leitspruch von Markus Stückl. Immerhin ist er so manchen Weg gegangen, den der Eine oder Andere nicht gegangen wäre. Es gehört Mut und Selbstbewusstsein dazu, sich dann auch eingestehen zu können, das war nicht gut oder ich habe es nicht geschafft. Seit fast vier Jahren ist der 37-Jährige wieder bei der Firma Doser angestellt. „Ich war schon einmal sechs Jahre hier, aber ich wollte etwas anderes ausprobieren, meinen Techniker machen und in andere Firmen reinschnuppern“, so Markus Stückl. Die Weiterbildung zum Techniker hat er irgendwann abgebrochen. „Es war nicht meins. Das war nicht ich“, so der dreifache Familienvater. Mit seinem Leben ist er zufrieden, sehr sogar. Er hat drei Kinder, eine tolle Frau und eine ganz besondere Erinnerung an seine Oma. Sie hatte einen schönen Garten mit Rosen. So einen kleinen Rosengarten hat sich Markus Stückl auch angelegt. Hinter seiner Garage ist das Beet mit den acht Rosenstöcken. Sie blühen in Gelb, Violett und weiß. „Nur die Baccara Rosen wollen nicht so richtig“ schmunzelt er. Die Liebe zu den Pflanzen hat er von seiner Oma, die eine ganz besondere Rolle in seinem Leben hatte. „Meine Mutter hat mich sehr früh bekommen, da war sie 18 Jahre alt. Früher war das anders, schwanger in der Ausbildung war fast eine Todsünde. Sie hat die Ausbildung beendet. In der Zeit lebte ich den größten Teil bei meiner Oma. Das war eine schöne und prägende Beziehung“, erzählt Markus Stückl. 1989 zog er nach Düsseldorf. „Ich habe das alles hier vermisst und beschloss irgendwann wieder ins Allgäu zu ziehen.“ 2003 war es dann soweit. Zum Abschluss ging er zu einem Eishockeyspiel nach Ratingen. In der einen Hand das Bier und in der anderen eine Bratwurst. Die Koffer waren gepackt und der Umzug für den nächsten Tag organisiert. Und dann schreibt das Leben seine eigene Geschichte, die ein Drehbuchautor so nicht hinbekommt. Markus Stückl lernt seine Frau kennen und beide wissen nur nach wenigen Stunden, das passt. Ein halbes Jahr später zieht sie ins Allgäu. Markus Stückl ist Familienvater mit „Vollgas“, wie er es nennt. „Wir haben uns über alle drei Kinder riesig gefreut. Als meine Oma an einem Mittwochabend starb, fing das Herz unseres Sohnes zum ersten Mal an zu schlagen.“ Viele Worte dafür hat Markus Stückl nicht. „Ich habe gelernt, dass man nicht alles beweisen kann und manchmal Dinge auch hinnehmen muss.“ Über seine Arbeit ist der Gas- und Wasserinstallateur glücklich. Wenn es Probleme gibt, dann gibt es auch die passsenden Lösungen dafür. „Das Schöne ist, dass man in meinem Beruf nie auslernt“. Die Möglichkeit zur Fa. Doser zurückzukehren, hat Markus Stückl sofort ergriffen. „Jürgen Doser hat eine gute Menschenkenntnis, das ist eine Gabe. Dieses Familiäre gefällt mir. Man hat seinen Platz, sie wissen was man kann und das honorieren sie auch.“

Text: Sabina Riegger · Bild: Margarete Häfelein

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