Lokales

Zukunftspläne für den Magnuspark Füssen

Der Füssener Magnuspark könnte „ein ganz neuer Stadtteil“ werden. Kulturveranstaltungen, Geschäfte oder Restaurants könnten hier Platz finden. Zudem könnte aber auch neuer Wohnraum direkt in Nähe des Stadtzentrums entstehen. Geht es nach den Wünschen der Firma Glass, die Eigentümer des ehemaligen Hanfwerke-Areals ist, müßten dafür allerdings einige der alten Gebäude auf dem Gelände abgerissen werden. Diese Pläne unterstützt auch Füssens Bürgermeister Paul Iacob. Im Rahmen eines Pressegesprächs am Nachmittag machte er deutlich, dass das Gelände über ein erhebliches Potential für Zukunftsplanungen verfügt. Eine gute Gelegenheit für die Füssener Bürger, das Areal und zahlreiche Betriebe und Handwerker etwas besser kennenzulernen oder sich auf dem Gelände umzuschauen, bietet sich am kommenden Sonntag im Rahmen eines Tags der Offenen Tür.

Bezahlbarer Wohnraum

„Der Magnuspark ist für uns enorm wichtig“, so der Bürgermeister. „Dank der fairen Mietkosten bietet er für viele Betriebe und vor allem für Start-Up Unternehmen die perfekte Möglichkeit, sich zu entfalten. Das wollen wir künftig noch mehr ausbauen. Wir könnten hier Gewerbe ansiedeln, aber auch in bestimmten Bereichen am Lech Häuser mit Appartements entstehen lassen, die sich der normale Bürger auch leisten kann“, garantiert Iacob. „Der Magnuspark könnte so gesehen ein ganz neuer Stadtteil werden, genauso muss er aber auch als Denkmal in die Zukunft gehen.“ Denn der jetzige Gewerbepark wurde vor rund 150 Jahren von den Hanfwerken, einem der innovativsten Betriebe im Allgäu, zur Entwicklung und Produktion von Textilprodukten genutzt. Das Werk war mit bis zu 1700 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Raum Füssen, verfügte über einen eigenen Kindergarten und ein Krankenhaus. Erzeugt wurden unter anderem Garne, technische Schnüre oder Bindfaden. „Deswegen ist es auch wichtig, einen großen Teil dieses geschichtsprägenden Areals, das die Industrialisierung nach Füssen gebracht hat, zu erhalten“, sagt Iacob. „Allerdings gibt es auch Gebäude, die unserer Meinung nach nicht erhaltenswert sind. Wir könnten uns vorstellen, dass etwa ein Drittel des Werkes unter Denkmalschutz gestellt wird. Denn es wäre für die Weiterentwicklung dieses Terrains gefährlich, wenn hier große Teile unter Denkmalschutz gestellt werden. Wir gehen als Stadt nicht davon aus. Das wäre also mein Appell an die verantwortlichen Institutionen, dass hier keine überzogenen Maßnahmen ergriffen werden, die es verhindern die Zukunftspläne der Stadt umzusetzen.“

So könnten beispielsweise Teile der drei Hauptbauten des ehemaligen Werkes, wie der Kopfbau, der bereits unter Denkmalschutz steht, erhalten werden, während einige der hinteren und neueren Gebäudeteile abgerissen werden könnten. „Schließlich können viele der Räumlichkeiten in den hinteren Gebäudeteilen ohnehin nicht genutzt werden, weil sie nicht erschlossen sind und somit nicht versorgt werden“, erklärt Adriana Rehmann von der Immobilienverwaltung der Firma Glass. „Aus 23 am Anfang sind mittlerweile nun 92 Mieter geworden, darunter Handwerker, Hersteller, Serviceanbieter bis hin zu Designern, die die Räume in den Haupthäusern als Büroflächen, Gewerbeflächen oder Lagerflächen nutzen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch viele tote Flächen, die wir überhaupt nicht nutzen können. Diesen Zustand gilt es eben zu verändern.“

Zukunftsperspektive für einzelne Quartiere

Im Rahmen des ISEK-Programms ist die Stadt Füssen derzeit dabei, zusammen mit der Firma Glass und der Kemptener Architektengruppe F64, eine klare Sachanalyse des Bestandes zu erarbeiten, die schließlich zeigen soll, welche Möglichkeiten sich ergeben. Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK ist die Grundlage für ein von Bund und Ländern initiiertes Städtebauförderungsprogramm, genannt „Stadtumbau“, das zur Bewältigung des demografischen und wirtschaftlichen Strukturwandels in den Kommunen beitragen soll. „Das Ziel ist es, damit eine Zukunftsperspektive für einzelne Quartiere in Füssen zu entwickeln. Eines dieser „Quartiere“ ist die Lechvorstadt“, sagt Iacob. „Hier wollen wir auch die Bewohner, Vermieter und Hauseigentümer in der Tirolerstraße zu einem gemeinsamen Workshop einladen, um Ideen und Anregungen für die Zukunft auszutauschen.“ Die Bestandsanalyse für den Magnuspark soll bis Ende des Jahres vorliegen.

Mit dem Tag der Offenen Tür am kommenden Wochenende, der bereits zum fünften Mal stattfindet, soll auf die vielfältigen Möglichkeiten im Magnuspark aufmerksam gemacht werden. „Wir wollen einladen, sich selbst von den verschiedenen Einrichtungen zu überzeugen, so Adriana Rehmann. „Immerhin sind fast alle der Betriebe in den vergangenen Jahren gewachsen und haben damit auch mehr Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem haben wir so gut wie keine Fluktuation hier, nahezu alle Firmen sind mittlerweile langjährige Mieter. Der Tag der Offenen Tür soll einen Einblick in die Arbeit der Handwerker und Dienstleister geben, die in dem besonderen Gewerbezentrum in Füssen ihr Zuhause gefunden haben.“

Info:
Der Tag der Offenen Tür findet am kommenden Sonntag von 10 bis 18 Uhr statt.

Magnuspark (ehemalige Hanfwerke)
Mühlbachgasse
87629 Füssen

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