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5 Jahre Baumkronenweg

Walderleben grenzenlos zwischen Bayern und Tirol

Tiefe Einblicke in die faszinierende Welt der Baumkronen sowie die Flora und Fauna verschiedener Waldtypen und Baumarten. Ermöglicht wird das nun seit genau fünf Jahren durch den Baumkronenweg im Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies. Am 07. Juni 2013 wurde der 480 Meter lange und 21 Meter hohe Weg eröffnet. Seitdem haben ihn knapp 600.000 Besucher erkundet, an Spitzentagen sind es bis zu 1.500.

„Dass das einmal so ein großer Erfolg wird, konnte sich damals noch niemand vorstellen“, ist sich Geschäftsführerin Carolin Klughammer sicher. „Mit so vielen Besuchern hat wirklich keiner gerechnet. Das liegt vor allem auch daran, dass wir mit dem Baumkronenweg und dem Walderlebniszentrum eine hervorragende Kombination bieten können. Beides zusammen ergänzt sich.“ Es ist eine Attraktion, die in dieser Art und Weise einzigartig ist. Denn dank seiner Lage und Höhenentwicklung bietet der Baumkronenweg nicht nur spektakuläre Ausblicke in die wilde Flusslandschaft, sondern auch in das Gebirge und Vorland von Bayern und Tirol. Dazu laden immer wieder wechselnde informative Ausstellungen im WEZ ein, Neues in Wald, Natur und Bergen zu entdecken und mehr darüber zu erfahren. Als Besucher kann man hier den Lebensraum Wald also hautnah erleben, und zwar auf deutschem und österreichischem Boden.

Den großen Erfolg kann Simon Östreicher vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Füssen nur bestätigen. „Mit der Eröffnung der zusätzlichen Attraktion Baumkronenweg ist die Besucherzahl des Walderlebniszentrums regelrecht explodiert und hat sich jetzt bei rund 120.000 bis 150.000 Besuchern im Jahr eingependelt. „Im Rückblick war der Bau des Baumkronenwegs die richtige Entscheidung, die die Entwicklung des Walderlebniszentrums deutlich vorangebracht hat. Wir können den Kindern und Eltern ein vielfältiges und spannendes Erlebnis anbieten, das alle Sinne fordert, und gleichzeitig, quasi als Nebeneffekt, das Verständnis für den Wald und die darin lebenden Tiere und Pflanzen weckt und fördert. Allerdings war der Ansturm auch eine Herausforderung, da wir relativ kurzfristig die Infrastruktureinrichtungen an die Besucherzahlen anpassen mussten.“

Abenteuer, Erlebnis und Infotainment

Insgesamt drei verschiedene Erkundungspfade stehen den Besuchern im WEZ zur Verfügung. Neben dem Baumkronenweg stehen der sogenannte Auwaldpfad, der Bergwaldpfad, sowie der GEOgrenzGÄNGER zur Auswahl. So erfährt man unter anderem, welche Kraft das Wasser hat oder woher der Lech seine türkise Farbe bekommt. Dabei lässt sich der Fluss auf die verschiedensten Arten überqueren. Abenteuerlich und spielerisch lernen Kinder und auch Erwachsene, warum der Auwald so wichtig für uns ist, wie der Wald genau klingt oder was es Wissenswertes über die geologischen Besonderheiten der Region gibt. Im Walderlebniszentrum Ziegelwies wurde dafür auch eigens ein Ausstellungsraum errichtet. „Nicht alle Besucher kommen also wegen des Baumkronenweges“, so Carolin Klughammer. „Viele kommen auch, um sich nur über bestimmte Themen über Natur und Wald zu informieren oder um einen der anderen Erlebnis-Pfade zu begehen.“

3.000 neue Holzplanken

Finanziert wird das WEZ durch Fördermittel des Freistaates Bayern und dem Verein „Walderlebniszentrum Ostallgäu – Außerfern e.V.“, hinzu kommen Gelder us dem EU-Leader-Programm. Rund 1,5 Millionen Euro hat es damals gekostet, das Projekt auf die Beine zu stellen. Immerhin hat sich das Walderlebniszentrum seit 2013 auch enorm weiterentwickelt. „Nachdem der Anbau mit den Toiletten fertiggestellt war, wurde der große Parkplatz mit Linksabbieger erstellt. Technische Erweiterungen waren dann die Videoüberwachung, für die wir erst einmal den Strom entlang des Weges verlegen mussten. Im letzten Jahr kam schließlich noch der neue Imbiss auf der anderen Seite der Straße hinzu. Anfangs waren wir auch nur vier Mitarbeiter, daraus wurden im Lauf der Zeit nun zwölf.“

„Langer Baumkronenweg-Tag“ geplant

Fünf Jahre später ist zwar der Großteil der Kosten abbezahlt, allerdings stehen auch schon die ersten Erneuerungen des Baumkronenweges bevor. „Holz ist Holz und es währt nicht auf Ewig“, so Klughammer. „In den kommenden Jahren müssen nahezu sämtliche Holzbestandteile ausgewechselt werden.“ Das betrifft in erster Linie die rund 3.000 Dielen, auf denen sich die Besucher bewegen, dazu kommen die Holz-Geländer und Holzverkleidungen der Säulen. Ebenso sollen verschiedene Punkte im WEZ noch optimiert werden. So ist unter anderem geplant, bis zum nächsten Jahr eine weitere feste Ausstellung zu integrieren. Zudem soll der Besucherfluss künftig etwas schlüssiger geleitet werden, wofür die Eingangssituation noch leicht verändert werden soll. „Ein großer Wunsch des Vereins Walderlebniszentrum Ostallgäu – Außerfern ist es auch, einen langen Tag für die Besucher einzuführen. So soll ein fester Tag der Woche ab dem nächsten Jahr ein „langer Baumkronenwegtag“ werden.“

Text: Lars Peter Schwarz · Bild: WEZ

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