LebenSport & Freizeit

10 Jahre Rad-Marathon Tannheimer Tal

Insgesamt 493 Kilometer und 5.520 Höhenmeter

Story Highlights

  • 2015 wurde eine neue Streckenführung notwendig
  • Als Alternative – zwei kürzere Strecken
  • Ein Jahr Vorbereitung – vom ersten Klick bis zur Abholung der Startunterlagen
  • Interview mit Initiator Michael Keller

2009 war die Premiere des RAD-MARATHON Tannheimer Tal, bis dato für die Radrennfahrer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Einzig bei den Durchfahrten der Österreich Radrundfahrt, der Bayern Rundfahrt und der Deutschland-Tour schien das Tiroler Hochtal am Radar auf. Geschäftsführer des Tourismusverbandes Tannheimer Tal, Michael Keller, kommt aus dem Radsport und sah großes Potential im Rennradtourismus. Bereits 2005 begann er seine Region rennradfit zu machen. Ein umfangreiches Rennrad-Booklet wurde in Eigenregie erstellt und die Hardware für eine angehende Radregion geschaffen. Das Projekt Rennrad im Tannheimer Tal wurde geboren. Gleichzeitig war die Idee eines „Radmarathons“ schon mit in der Planung. Diese Planung begann knapp zwei Jahre vor der Erstveranstaltung. Erfahrung konnte das Organisationskomitee-Team bereits vorzeigen. Mit dem SKI-TRAIL Tannheimer Tal – Bad Hindelang hatten sie eine jährliche Großveranstaltung mit rund 1.500 Teilnehmer und besten Referenzen.

Die Strecke war relativ schnell gefunden, denn das Lechtal, die Pässe Hahntennjoch, Arlberg und Flexenpass boten sich an. 230 Kilometer mit 3.500 Höhenmeter stellen für jeden Radsportler eine ordentliche Prüfung dar. Fünf Jahre fuhren die Teilnehmer durch das Lechtal und nach 160 km stand dann das berühmt, berüchtigte Hahntennjoch auf dem Plan. 2014 wurde die Runde dann gedreht, was die 230 Kilometer jedoch nicht leichter machten, denn das Hahntennjoch zu Beginn der Runde zerlegte das Teilnehmerfeld ordentlich. Im Anschluss zog sich die Auffahrt auf den Arlbergpass und durch das Lechtal meldete sich ein unangenehmer Gegenwind.

2015 wurde eine neue Streckenführung notwendig

Aufgrund der Generalsanierung und Sperre des Arlberg-Tunnels wurde eine Streckenänderung notwendig, da die Behörde keine Genehmigung für Veranstaltungen über den Arlbergpass ausstellte. Für den RAD-MARATHON Tannheimer Tal bedeutete dies, entweder pausieren oder eine alternative Strecke zu finden. „Die zuständigen Stellen sind uns mit großem Verständnis entgegen gekommen. Dass die Gesetzeslage eingehalten werden muss, ist selbstverständlich“, so Ok-Chef Michael Keller. Eine Neukonzipierung der Streckenbeschilderung und Sicherung musste erstellt werden. „Mittlerweile türmen sich auf drei EURO-Paletten die Schilder, die auf Schneestangen für den Rad-Marathon montiert sind“, gibt Streckenchef Bernd Vogler preis. Ca. 450 Schilder zeigen den Weg und weisen auf Gefahrenstellen hin. Dazu kommen noch rund 40 Fahrzeuge, welche um die Sicherheit der Rennradfahrer bemüht sind! Sein Appell: Ein Radmarathon darf nicht mit einem Radrennen verwechselt werden! Es gilt ausnahmslos die Straßenverkehrsordnung.

Mittlerweile hat die Straßenverkehrsordnung für alle Radmarathons Gültigkeit. Marcel Wüst, der bereits seit sechs Jahren beim RAD-MARATHON Tannheimer Tal mit dabei, kennt die Problematik und meint zu diesem Thema. „Ein Beispiel ist das Rechtsfahrgebot. Links an Verkehrsinseln vorbeizufahren oder die komplette Fahrbahn zu benützen, kann dazu führen, dass die Veranstaltung, welche die Polizei begutachtet und das Fehlverhalten dokumentiert, keine weitere Genehmigung mehr erhält. Meine persönlich wichtigste Auflage ist die Regel, sich selbst und andere nicht zu gefährden. Das ist in diesem Sinne keine behördliche Regel, sondern es liegt in der Natur der Sache. Wir wollen alle gesund losfahren, gesund im Ziel ankommen und Spaß haben. Für mich ist es keine sportliche Leistung andere zu bedrängen oder vielleicht zu Fall zu bringen, wenn man in Abfahrten zu viel riskiert. Darauf kann man nicht stolz sein.“ Und was passiert wenn die Regeln nicht eingehalten werden? „Dann gibt es im kommenden Jahr keinen Rad-Marathon mehr! Da können sich alle auf den Kopf stellen und Schuldzuweisungen machen. Dann ist es vorbei! Deshalb hat es jeder einzelne Teilnehmer in der Hand, ob es den Rad-Marathon noch viele Jahre geben wird“, plädiert der Ex-Profi. Er agiert auch als das Ohr bzw. das Auge beim RAD-MARATHON Tannheimer Tal. „Ich liebe diese Veranstaltung, ich liebe das Tannheimer Tal, ich liebe die Menschen, die diese Veranstaltung organisieren“.

Als Alternative – zwei kürzere Strecken

Die Idee dahinter war, eine breitere Zielgruppe anzusprechen. Zum einen die Hobbyfahrer und Einsteiger und vor allem die Frauen. „Unser Konzept gibt uns recht – der Frauenanteil ist überdurchschnittlich hoch. Auf der 130 km Strecke haben wir über 20 Prozent, bei der 85 km Distanz sind es beinahe 50 Prozent Teilnehmerinnen“, erklärt Keller stolz. Ein zweiter Aspekt wiegt schwer. „Die Langdistanz ist von vielen sehr sportlich orientiert, die beiden kurzen Strecken haben sich als Rad-Touristikfahrt etabliert, was in Tirol eher ungewöhnlich ist. Hier kommt kein Rennstress mehr auf und es entsteht eine Genussfahrt. Das Ergebnis sind viele glückliche Gesichter.“

Ein Jahr Vorbereitung – vom ersten Klick bis zur Abholung der Startunterlagen

Eine Frau zieht im Hintergrund die Fäden und das über das gesamte Jahr. Evi Keller, die Frau von Ok-Chef Michael, erledigt die vielen Arbeiten rund um die Veranstaltung. „Ohne Evi würde es den RAD-MARATHON Tannheimer Tal nicht geben“, betont er. „Der Aufwand ist mittlerweile so groß, dass es als Feierabendjob, wie es begonnen hat, nicht mehr zu stemmen ist. Es müssen über 300 Helfer koordiniert und viele Wünsche der knapp 2.000 Teilnehmer erfüllt werden. Dabei heißt es Ruhe immer wieder Ruhe bewahren.

Bis es soweit ist, steht viel auf der To-Do-Liste, wie zum Beispiel die Erarbeitung des Designs für das RAD-MARATHON Equipment. Bestellt werden über 4.000 Paar Radsocken, 2.500 Trinkflaschen, 1.000 Radtrikots und 450 Radhosen Das Rahmenprogramm rund um den Tannheimer – Marcel Wüst als Zugpferd…

1 2Nächste Seite

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Dich auch interessieren

Close
Do NOT follow this link or you will be banned from the site!
Close

Werbeblocker erkannt

Bitte unterstütze uns, indem Du den Werbeblocker auf unserer Seite abschaltest.