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Raumkosmetik

"Meine Liebe zum Detail"

Die Berufswünsche sind verschieden. Was die eine Frau arbeitet, möchte die andere nicht. Putzen und Reinigen ist so ein Thema.

Wer mag schon putzen, staubsaugen, Staub wischen, all die Sachen, die viel Zeit in Anspruch nehmen? Und mal ehrlich, es ist ein Knochenjob, wenn man es tagtäglich macht. Für Sabine Richter ist das kein Problem. Sie liebt ihre Arbeit und damit will sie sich im April selbstständig machen.

Vorletztes Jahr hat sie den Entschluss gefasst, diesen Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Jetzt ist sie erleichtert und freut sich darauf. „Ich klettere langsam wieder die Leiter hoch“, sagt sie charmant. Leicht hatte sie es nie gehabt, aber das gehört der Vergangenheit an. Jetzt schaut sie nach vorne. Der Umzug ins Allgäu 2011 hat ihr die nötige Ruhe und Zufriedenheit gebracht. Seitdem die Berlinerin in Füssen lebt, hat sich ihr Leben um 180 Grad gedreht. „Es sind die Berge, die Landschaft, die ich hier habe. Ich fühle mich pudelwohl.“ Dass sie putzen geht, findet sie vollkommen ok. „Es ist einfach schön, für das bezahlt zu werden, was man gerne macht“, erzählt sie in ihrem Berliner Dialekt. Seit fünf Jahren ist sie Zimmermädchen und reinigt Ferienwohnungen. So gut, dass sich die Inhaber und Vermittler bei ihr anstellen. Es ist die Anerkennung, die sie nach vorne treibt.

Bis ins kleinste Detail hat sie alles geplant. Einen Businessplan erstellt, den Namen ihres Unternehmens festgelegt und natürlich ihren Auftritt, der genau das widerspiegelt, wie sie ist. Bodenständig, ehrlich mit einer „Berliner Schnauze und einem großen Herzen“, wie sie selber sagt. „Raumkosmetik“, so nennt sie ihre Firma. Ein Name, der Manche zum Schmunzeln bringt und sogleich die Frage stellen lässt, was bitte sehr ist am Putzen kosmetisch? „Man reinigt sein Gesicht, lässt sich die Nägel machen, … es gibt so viele Beispiele. Das nennt man Aufhübschen und nichts anderes mache ich mit den Räumen“, klärt sie auf. Irgendwie logisch! Im normalsten Falle möchte keiner in einer verwahrlosten oder schmutzigen Wohnung leben. Mit einem E-Bike, der Umwelt und Gesundheit zuliebe, und einem Anhänger wird sie zu ihren Kunden fahren.

Noch ist sie fast „Einfrau-Betrieb“. „Ich habe es vorhin schon mal erwähnt. Das Allgäu hat mir Glück gebracht. Ich habe hier meinen Mann kennengelernt – oder besser gesagt, ich war hier und habe ihn übers Internet gefunden – oder er mich“, meint sie schmunzelnd. Seitdem pendelt Manfred Richter am Wochenende und im Urlaub zwischen Stuttgart und Füssen hin und her. Wenn Not am Mann ist, springt er mit ein und putzt Treppen, wischt Staub oder übernimmt die Arbeit, die die wenigsten Frauen mögen: Bügeln. „Mir macht das gar nichts aus. Ich bin alleinerziehender Vater einer Tochter und ich bin es gewohnt zu putzen, Wäsche zu waschen uns was sonst noch im Haushalt anfällt.“

Ab dem 1. April geht es dann richtig los. „Wir stehen schon in den Startlöchern und ich freue mich über viele Nachfragen. Wir machen vom Wäscheservice bis zu Reinigungen von Ferienwohnungen, Gewerberäumen und Privathaushalten alles“, so die angehende Geschäftsfrau.

Zukunftsängste hat sie nicht, „ich kann zupacken“, sagt sie. Sport braucht Sabine Richter nicht zu machen. Die 30 Minuten Bewegung am Tag, die Sportwissenschaftler Professor Huber empfiehlt, hat sie längst überschritten. Die körperliche Fitness und Zufriedenheit sieht man ihr an. „Putzen ist für mich wie Meditation. Man ist mit sich, konzentriert sich auf die Arbeit und ich bleibe ständig in Bewegung“.

Raumkosmetik Richter · Sabine Richter
Mariahilferstraße 15 · Telefon 0163/5088906

Text: Sabina Riegger · Bild: privat

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