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Landestrainerin für Pferdesport

Nur wenige Menschen haben das Glück, ihr Hobby oder ihre liebste Freizeitbeschäftigung zu ihrem Beruf zu machen. Gesine Gebler ist das gelungen. Mit dem Sport, den sie schon seit ihrer Kindheit ausübt, verdient sie heute das Geld, das sie zum Leben braucht und entscheidet dabei gleich auch noch nebenbei, wer bei den höchsten Reit-Turnieren des Landes überhaupt an den Start gehen darf. Gesine ist nicht nur staatlich geprüfte Pferdewirtin, sie ist ebenso Reitlehrerin und „Landestrainerin Dressur Pony“ beim Bayerischen Reit- und Fahrverband.

Schon als Kind hatte die Schwangauerin viel mit Tieren zu tun. Ihre Eltern bewirtschafteten lange Zeit die Alpe Jägerhütte hoch oberhalb von Hohenschwangau. Aufgewachsen war sie dort mit Kühen und Pferden, die rund um die Alm beheimatet waren. Die Liebe zu Tieren und speziell zu Pferden ist ihr bis heute geblieben und hat sich umso mehr zu einer großen Leidenschaft entwickelt. „Meine Eltern haben mich da immer großartig unterstützt“, erinnert sie sich. „Sie haben auch darauf geachtet, dass ich immer sehr gute Pferde reiten konnte, die mich dann auch bis zu den schwäbischen oder regionalen Wettbewerben gebracht haben.“ So konnte Gesine an vielen Turnieren teilnehmen, teils auch mit großen Erfolgen, etwa dem der schwäbischen Meisterin oder auch mit sehr guten Platzierungen bei bayerischen Meisterschaften. Die Liebe zu Pferden liegt bei Gesine direkt in der Familie. Auch ihre Mutter Waltraud ist auf einem Pferdehof aufgewachsen, genauso wie ihre beiden Onkel schon jede Menge Turniere und Rennen geritten sind. „Allerdings habe ich auch schnell gemerkt, dass ich mein Wissen lieber an andere weitergebe, als selber zu reiten.“ Bei Cornelia Endres, die seit mehr als dreißig Jahren als Bundestrainerin bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung im Amt ist, lernte Gesine in Münster rund vier Jahre lang, wie man das Wissen im Pferdesport an den Nachwuchs vermittelt und junge Reiter ausbildet.

Nun trägt die Allgäuerin im Rahmen ihrer Tätigkeiten als Landestrainerin beim Bayerischen Reit- und Fahrverband eine recht große Verantwortung. „Im Pony-Sport geht es zum Beispiel schon ordentlich zur Sache“, erzählt sie. „Das sind Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis zu sechzehn Jahren. Dabei müssen die jungen Reiter zum Teil auch schon sehr schwere Prüfungen ablegen. Eine meiner Schülerinnen ist bereits in den Bayern-Kader aufgenommen worden und konnte auch schon in einem großen europäischen Wettbewerb reiten.“ In dem landesweiten Verband haben sich über 100.000 pferdebegeisterte Menschen zu einer Art Interessengemeinschaft zusammengefunden. Dabei steht allein die Pflege und Förderung des Pferdesports in allen Disziplinen im Vordergrund. „Vor allem muss ich da auch mit Menschen gut umgehen können, denn Mensch und Tier sollten eine perfekte Verbindung sein.“ Um das zu erreichen und Reiter fachgerecht und professionell zu schulen, bedarf es Zeit, viel Geduld sowie Einfühlungsvermögen. Perfektion gibt es beim Reitsport nicht. Allerdings sind die Erwartungen der Schülereltern relativ hoch, denn immerhin werden für die Pferde von Bayerns besten Jungreitern nicht selten bis zu mehreren hunderttausend Euro ausgegeben. „Das macht es nicht leichter“, sagt Gesine. „Wenn die Erwartungen dann nicht erfüllt werden, ist meistens der Trainer schuld.“

Wenn die Erwartungen dann nicht erfüllt werden, ist meistens der Trainer schuld. Gesine Gebler

 

Wer weiß, der ein oder andere ihrer Zöglinge schafft es bestimmt irgendwann einmal, einen begehrten Platz in der Nationalmannschaft zu bekommen, um dann bei Weltmeisterschaften und Olympiaden an den Start zu gehen. Immerhin konnte Gesine mit ihrem Team vor wenigen Wochen schon die ersten größeren Erfolge erzielen. Zum ersten Mal seit über fünfzehn Jahren konnten die jungen Reiter den süddeutschen Meistertitel in der Mannschaft und auch im Einzel gewinnen. Ein hervorragender Einstand für Gesine Gebler als Landestrainerin beim Bayerischen Reit- und Fahrverband.

Text: Lars Peter Schwarz · Bild: privat

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