AußerfernLokales

Ein kühles Blondes mit Charakter

Jeder, der schon einmal Wasser direkt aus einer Quelle getrunken hat, weiß wie besonders lecker das schmeckt.

Diese Frische und Klarheit bildet die Grundlage für das Bier des Vilser Bergbräu. Nur wenige Kilometer hinter der Tiroler Grenze, im nördlichen Außerfern, wurde bereits vor 600 Jahren Bier gebraut und seit Mai 2013 wird diese Tradition, streng nach dem Reinheitsgebot von 1516, durch die Vilser Privatbrauerei fortgeführt. Neben dem reinen, ungefilterten Quellwasser wird ausschließlich bestes Gersten- bzw. Weizenmalz und vier der edelsten Hopfensorten aus nahegelegenen Gegenden verwendet.

Die kleine Brauerei wird von vier Mitarbeitern betrieben und laut Benni Hosp, einem gelernten Brauer, der jetzt für Vertrieb und Marketing zuständig ist, hilft jeder, wo grad Hilfe gebraucht wird. „Man muss das alles verbinden können, sonst würde es nicht funktionieren.“ Durch ein Schulpraktikum in der 11. Klasse hat der mittlerweile 27-jährige, gebürtige Pfrontner, sich dazu entschieden, Brauer und Mälzer zu werden. Er wollte etwas machen, was nicht jeder macht und so hat er sich für ein Praktikum in der Brauerei Falkenstein in Pfronten entschieden und seine Passion gefunden.

Der eigene Charakter eines Bieres ist das Entscheidende. Viele Biere, vor allem die der großen Brauereien, würden sehr ähnlich schmecken, um so ein größt mögliches Publikum anzusprechen. „Wir können keine Masse machen, nur Klasse.“ Und das ist auch der große Unterschied, der die Privatbrauerei zu den Großen konkurrenzfähig macht. Qualität und Charakter.

Es werden keine Konservierungsstoffe verwendet und die Biere sind „nicht termisch belastet“. Das kann man in etwa mit der Pasteurisierung der Milch vergleichen. Dadurch ist das Produkt zwar nicht so lange haltbar, aber dafür natürlicher und ursprünglicher. Das Lechwegbier z. B. ist so ein besonders naturbelassenes Bier und Teil der Produktreihe, die speziell für den Lechwanderweg ausgesucht wurde, angelehnt an den Verlauf des Lechs, der auf weiten Strecken natürlichen Bahnen folgen darf und nicht verbaut oder begradigt wurde. „Wir haben uns überlegt, wir brauen ein Bier, das etwas hopfiger ist, das ist das Wilde und lassen es unfiltriert.“

Jede gebraute Biersorte ist einzigartig. Ob das Zugspitzbier mit seinen fruchtigen Aromen, der schwarzer Krampalar, ein dunkler Doppelbock, das Tiroler Dunkel, naturtrübe Hefeweizen, oder das klassische Helle mit seinem „schlanken Körper auf ein Nächstes einlädt“.

Pro Stunde schafft es die Privatbrauerei, ca. 3000 Flaschen abzufüllen und beliefert Gasthöfe in ganz Tirol.
Wie aus Wasser, Malz und Hefe ein Bier mit einem eigenen Charakter wird und wie genau die kleine Brauerei arbeitet, kann man sich jeden Donnerstag um 15:30 Uhr bei einer Führung erklären lassen. Im 300 Jahre alten, nebenan gelegen Gasthaus Schwarzer Adler werden anschließend alle Biersorten noch nach Belieben verköstigt.
Ich durfte auch schon kosten und muss gestehen, mir schmeckt‘s.

Vilser Privatbrauerei · Allgäuerstr. 2a · 6682 Vils, Österreich · Tel. +43 (0) 56 77 / 5 31 76
www.vilserprivatbrauerei.at

Brauerei Shop: Do. und Fr. 9 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr · Führungen mit Voranmeldung, Do. 15.30 Uhr

Text · Bilder: Ela Engel

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