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Im Wasser ist Heil

So sagte schon vor 200 Jahren Sebastian Kneipp, und er hatte mit seinen Wasserbehandlungen beachtliche Erfolge.

Wasser ist derzeit ein populäres Thema und es ist gar nicht so leicht einzuschätzen, was sinnvoll und wichtig ist. Unstrittig ist, alle Lebewesen brauchen es als Transport- und Lösungsmittel für den Stoffwechsel, es regelt alle chemischen und physikalischen Prozesse innerhalb und außerhalb der Zelle.

Bei Erwachsenen besteht der Körper zu ca. 70 Prozent aus Wasser, im Blut beträgt der Anteil sogar 80 Prozent. Genügend Wasser zu trinken ist lebenswichtig und eine zu geringe Aufnahme führt schnell zu Einschränkungen beispielsweise der Hirnleistung und der Ausscheidung über die Nieren. Allgemein wird empfohlen, täglich ungefähr 2 Liter Wasser zu trinken; bei körperlicher Anstrengung, Arbeit in klimatisierten Räumen oder starkem Schwitzen entsprechend mehr. Wer dauerhaft zu wenig Wasser trinkt, riskiert ernsthafte Erkrankungen, wie Nierensteine oder Thrombosen.

Aber welches Wasser ist gesund? Hier gibt es die verschiedensten Empfehlungen aber kaum Studien, die beantworten, ob beispielsweise gefiltertes, mit Mineralien angereichertes oder basisches Wasser bekömmlicher ist, noch schwieriger wird die Einschätzung von energetisiertem oder gar levitiertem Wasser. Viele Experten sprechen davon, dass allein der hohe Druck, mit dem Trinkwasser in Leitungen transportiert wird, dessen Qualität beeinträchtigt. Es gibt zahlreiche Erfahrungsberichte, aber fundierte wissenschaftliche Nachweise sind rar. Also muss man bei Interesse selbst herausfinden, welches Wasser wie wirkt.

Und doch gibt es belegbare Fakten zur Qualität unseres Trinkwassers. In Deutschland gibt es eine Trinkwasserverordnung, die beschreibt, was im Wasser nicht enthalten sein darf, um vor allem Seuchen zu verhindern und einen Hygienestandard zu erfüllen. Dazu ist es nötig dem Wasser, das zu zwei Dritteln aus Grundwasser und einem Drittel aus Oberflächenwasser besteht, bis zu 50 chemische Zusatzstoffe hinzuzufügen. Die Qualität dieses Wassers wird streng kontrolliert und Daten belegen, dass sowohl Mikroorganismen als auch toxische Stoffe nur selten die Grenzwerte überschreiten. So weit, so gut. Allerdings ist das Wasserwerk nicht verantwortlich für alte Bleirohre oder Bakterien in den jeweiligen Hausleitungen.

Spannend ist die nähere Betrachtung der Grenzwerte, die es für Nitrate, Medikamentenrückstände, Schwermetalle, Pestizide, Insektizide und so weiter gibt. Diese gelten für einzelne Schadstoffe, nachzulesen im Trinkwasserbericht, wo seitenweise Grenzwerte von Stoffen beschrieben werden, die im Wasser vorkommen und gefährlich sind. Die Obergrenzen sind so festgelegt, dass die Menge des enthaltenen Giftstoffes erst nach langem Konsum krankheitsverursachend sein kann. Im Fall des Nitrats, das vor allem durch Überdüngung ins Wasser gelangt, berichtet das statistische Bundesamt von einem Rückgang der oftmals drastischen Überschreitung des Grenzwertes, keineswegs davon, dass er eingehalten wird. Leider gibt es dort keine Bewertung der Gesamtmenge an schädlichen Stoffen im Wasser.

Grundsätzlich ergibt die Summe aller darin gelösten Stoffe die Reinheit des Wassers, die im TDS-Wert (Total Dissolved Solids) gemessen wird und sowohl die enthaltenen Mineralstoffe als auch Rückstände jeglicher Art umfasst. Die WHO bezeichnet Wasser mit einem TDS-Wert unter 300 ppm (parts per million) als exzellent, als ungenießbar solches mit einem TDS-Wert über 1200 ppm. In Deutschland lag der Grenzwert bis 1990 bei 500 ppm, wurde dann auf 1000 korrigiert und seit 2001 gilt die Grenze von 1250 ppm.

Laut Professor Charles Mayo, Mitbegründer der weltberühmten Mayo-Klinik, würden viele Alterskrankheiten verschwinden, wenn man die Menschen mit mineralarmem Wasser versorgen würde.

Ohne Wasser ist Leben nicht möglich. Wir sind es gewöhnt, das Vorhandensein von gutem Trinkwasser als gegeben hinzunehmen und machen uns kaum Gedanken, wie wichtig es für uns alle ist. In der Antike galt Wasser als heilig und heilsam und wurde mit höchstem Respekt behandelt. Heutzutage ist allein die Belastung des Wassers mit Plastikrückständen, die sich über Jahrhunderte hinweg nicht abbauen, immens.

Wasser ohne Schadstoffbelastung ist keine Selbstverständlichkeit und Grundlage eines gesunden Stoffwechsels nicht nur von Menschen, sondern auch von Tieren und Pflanzen. Wir kommen nicht daran vorbei, Verantwortung für Wasser zu unser aller Wohl zu übernehmen.

Bemerkenswerterweise gibt es aber keine Definition der Qualitäten, die es erfüllen muss um gutes Trinkwasser zu sein.

Text: Judith Anne März
(Ärztin für Gynäkologie,
klassischer Homöopathie und
Informationsmedizin)
praxis@wisse-die-wege.de

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