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Was dem Herzen gut tut: Weißdorn, Herzgespann & Co.

Das Herz, der wichtigste Muskel unseres Körpers, sollte stets gut gehegt und gepflegt werden, denn wenn es erkrankt, drohen ernsthafte Erkrankungen wie etwa Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit oder Herzschwäche.

Eigentlich schon unglaublich, was es leistet: im Laufe eines Menschenlebens schlägt es rund 3 Milliarden Mal und pumpt dabei etwa 250 Millionen Liter Blut durch den Körper. Da kann so schnell kein anderer Motor mithalten. Umso schlimmer, wenn unser Herz an Leistungsfähigkeit verliert. Das ist leider gar nicht so selten: etwa 41% aller Todesfälle sind auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführen. Die sog. Herzinsuffizienz, abgeleitet vom lateinischen „insufficientia“, das übersetzt in etwa „Unzulänglichkeit“ bedeutet, meint im übertragenen Sinne „unser Herz schafft seine Arbeit nicht mehr“. Oft hört man auch den Ausdruck „Altersherz“. In Folge kommt es zu einer Unterversorgung des Körpers mit Blut und damit auch mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das führt nun wiederum zu ungewöhnlicher Müdigkeit, Abgespanntheit, Schwäche und besonders zu Atemnot. Nur gut, dass es außer einem gesunden Lebensstil und einer vernünftigen Ernährung auch Hilfe aus der Natur gibt.

Weißdorn (Crataegus monogyna/Crataegus laevigata)

Je nach Region kennt man ihn auch unter den Namen Hagdorn oder Zaundorn. Der wissenschaftliche Name „Crataegus“ leitet sich vom griechischen „krataios“ für „hart, mächtig“ ab – ein Hinweis auf das besonders feste Holz. Darüber hinaus galt Kratos, ein Begleiter des Gottes Zeus, als Verkörperung der Kraft.

Heute gilt die durchblutungsfördernde und gefäßbeeinflussende Wirkung der auch „Baldrian des Herzens“ genannten Pflanze als gesichert. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Blättern und Blüten: spezielle sekundäre Pflanzenstoffe, sog. oligomere Procyanidine, darüber hinaus zwischen 0,3-2,5 % Flavonoide, zu denen die Substanzen Hyperosid, Rutosid und Vitexin gehören.
Diese Wirkstoffe bewirken, wie experimentelle Studien gezeigt haben, eine Erweiterung der Herzkranzgefäße und damit eine Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels. Außerdem wird eine Erhöhung der Schlagkraft erreicht. Der Blutdruck und der Herzrhythmus werden sanft reguliert.

Die – natürlich über längere Zeit – mit Weißdorn-Präparaten behandelten Patienten berichteten, dass ihre Kurzatmigkeit bei körperlichen Belastungen deutlich nachgelassen habe und sie sich wieder wesentlich leistungsfähiger fühlten. Es kann natürlich mehrere Wochen dauern, bis der Weißdorn seine volle Wirkung entfaltet. Auch sollte er möglichst schon in einem frühen Stadium der Herzschwäche (wird selbstverständlich vom Arzt festgestellt) angewendet werden und das nach Rücksprache durchaus sehr gut in Kombination mit schulmedizinischen Medikamenten. Bewährt haben sich Tabletten oder Tropfen, aber auch ein Tee aus Blättern und Blüten ist möglich. Übrigens profitieren unsere älteren Haustiere, von der Katze bis zum Pferd ebenfalls von der kräftigenden Wirkung des Weißdorns, besonders in der wärmeren Jahreszeit, die ihnen oft zu schaffen macht. Die Pferdedosis könnte sein: 3 mal 30 Tropfen auf einem Stück Brot.

Petersilien-Honig-Wein, auch Petersilientrank, Herzwein oder Meluvin genannt

Bei Hildegard steht geschrieben: „Wer im Herzen oder in der Milz oder in der Seite Schmerzen leidet, der koche Petersilie in Wein unter Zugabe von etwas Weinessig und reichlich Honig und seihe durch ein Tuch ab. Den so zubereiteten Wein trinke er oft und es heilt ihn.“

Nanu, ist die Petersilie doch viel mehr als die grüne Dekoration auf dem Tellerrand? Petroselinum crispum aus der Familie der Doldenblütler, oft auch Peterli genannt, ist mit Sicherheit eines der bekanntesten Küchengewürze. In der speziellen Zubereitung nach der Heiligen Hildegard von Bingen wird sie Hauptbestandteil ihres berühmten Mittels zur Stärkung des Herzens.

Es gibt ihn natürlich bereits fertig zubereitet zu kaufen. Die Standard-Dosierung ist folgende: 3 Mal täglich 1 Likörglas nach dem Essen trinken. Empfohlen wird der Petersilien-Honig-Wein u.a. bei Herzinsuffizienz, rheumatischen Herzbeschwerden, Herzschwäche – auch nach Grippeerkrankungen, Altersherz, Kraftlosigkeit, stressbedingten Herzschmerzen, Rückstau im venösen System mit Ödemen in Beinen und Lunge und zur Rehabilitation nach erlittenem Herzinfarkt.

Bei Schlafstörungen werden 2-3 Likörgläser vor dem Schlafengehen getrunken. Möchte man den Petersilientrank noch verstärken, kocht man eine Petersilienwurzel mit, so erreicht man eine intensivere Entwässerung. Oder man stellt einen Petersilientrank forte her: man fügt 25-30 Tropfen einer (der uns ja schon bekannten) Weißdorntinktur zu und erreicht so eine noch bessere Durchblutung des Herzmuskels und eine verbesserte Kräftigung des Herzens.

Herzgespann (Leonurus cardiaca)

Sein Name deutet ja bereits schon auf seine Verwendung hin, denn es wird bei allen Herzbeschwerden wie u.a. Herzrhythmusstörungen, Herzrasen oder Herzschwäche eingesetzt. Man sagt sogar, dass es bei psychischem „Herzeleid“ wie Liebeskummer und Trennungsschmerz helfen soll. Das Wort „Gespann“ war früher für Krämpfe gebräuchlich und weist auf seine ebenfalls krampflösende Wirkung hin. So wurde es vor dem Mittelalter zunächst als Heilmittel bei Magenbeschwerden genutzt. Heute kennt man natürlich die Inhaltsstoffe des Herzgespanns wie Bitterstoffe, ätherisches Öl, entzündungshemmende Gerbstoffe, herzstärkende Iridoidglykoside und wenig Alkaloide. So kommen die beruhigenden Eigenschaften bei Nerven- und Herzstörungen zustande. Außerdem führen die Inhaltsstoffe zu einer blutdruckausgleichenden Wirkung und entlasten somit das Herz. Auch bei Herzrasen, das typisch für eine Schilddrüsenüberfunktion ist, ist ein Einsatz denkbar. Kombiniert werden kann das Kraut auch sehr gut mit Weißdorn und Baldrian z. B. als Teemischung. Pur angewendet geht es natürlich auch, wahlweise als Tinktur, Fertigpräparat oder Tee, von dem man 2-3 Tassen etwa über 6 Wochen trinken sollte.

In diesem Sinne ganz
„Herzliche“ Grüße,

Ihre Apothekerin
Simone Wagner

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