Menschen

Eine besondere Teamarbeit

Die Fach-Pflegekräfte der Ambulanten Intensivpflege Becker begleiten ihre Bewohner durch Höhen und Tiefen.

Für Jörg Düver ist es nicht nur ein Job, wo man einfach hingeht. Es ist mehr, viel mehr, weil auch eine Verantwortung dahinter steckt. Es sind Menschen, die auf seine Hilfe angewiesen sind. Sie können sich nicht selbst versorgen. Sein Arbeitsplatz ist eine Wohngemeinschaft für schwerstkranke und intensivpflegebedürftige Patienten in Füssen. Seit über drei Jahren ist Jörg Düver bei der ambulanten Intensivpflege Becker beschäftigt. „Seine“ Wohngemeinschaft ist die erste solcher Art, die im Oktober seit zwei Jahren besteht.

Die Atmosphäre ist freundlich, warm und offen. Helle Farben ziehen sich durch die 208 Quadratmeter große Wohnung, die auf den ersten Blick nicht preisgibt, dass hier schwerkranke Menschen leben. Peter ist einer davon. Noch zwei weitere Patienten haben hier ihr Zuhause. Ein weiteres Zimmer steht leer. Es ist eine 1:2 Versorgung. Das bedeutet, dass sich die Fach-Pflegekräfte intensiv um die Patienten kümmern können und sie vor allem auch fördern. Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten sowie Wundexperten kommen täglich ins Haus. „Hier hat man einen näheren Bezug zum Menschen“, sagt Bernadette Faaß. Sie ist die Pflegedienstleitung und hat sich bewusst für die Wohngemeinschaft entschieden. „Man begleitet die Patienten auf ihren Lebensweg, bekommt ihre Höhen und Tiefen mit. Vielleicht hört sich das für einen Außenstehenden etwas merkwürdig an, wenn ich sage, dass wir hier unsere Patienten durchaus motivieren können. Dieses Annehmen von Hilfe oder Hilfsmitteln bringt ihnen letztendlich eine Erleichterung. Jeder von uns macht es anders. Das ist auch richtig so. Wichtig ist das Ergebnis“, erklärt die 45-Jährige. Jörg Düver weiß genau, was Bernadette Faaß damit meint. „Man muss sich auf diese Form der Pflege einlassen können, das bedeutet auch Nähe zulassen. Am Anfang fiel mir das sehr schwer. Unseren Bewohnern geht es nicht anders. Dazu braucht es gegenseitiges Vertrauen. Ich bekomme sehr viel zurück, dann merkt man auch, wie lächerlich die eigenen Probleme sind.“

Als der erste Bewohner damals starb, ging es allen sehr nahe. Wie professionell sie auch sind, manchmal ist es dann doch schwierig sofort umzuschalten und in den normalen Alltag überzugehen. „Wir haben viel miteinander geredet, das war für uns alle sehr wichtig“, erzählt Marion Tyka. Sie ist Hauswirtschafterin in der Wohngemeinschaft. Kochen muss sie nicht, denn keiner der Bewohner kann essen. Sie werden durch eine Sondenkost ernährt. Bernadette Faaß nennt sie die gute Seele des Hauses. Sie ist die „Mama“, die sich um die Termine kümmert, die Wohnung in Schuss hält und auf die kleinen Dinge achtet, die das Miteinander angenehmer machen. Jeden Mittag essen sie gemeinsam oder trinken ihren Kaffee oder Tee. Sie sind ein kleines Team. Jeder kennt den Anderen. Mal schnell eine andere Fassade aufsetzen funktioniert da nicht. So wie ihr ihre Patienten auf vertrauen und sich auf sie verlassen müssen, müssen auch sie sich untereinander vertrauen und sich aufeinander verlassen können. „Und dass es manchmal kracht ist ganz normal. Das muss man auch jedem zugestehen dürfen“, sagt Bernadette Faaß. Es sind Menschen mit einer anspruchsvollen und sehr emotionalen Arbeit.

Das bekommen auch die Schüler und Schülerinnen mit, die ihre Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege machen. Sie kommen vom Krankenhaus Kaufbeuren oder dem Bezirkskrankenhaus in Reutte und dürfen in der Wohngemeinschaft eine Zeit lang verbringen. Sie sehen beide Modelle der Pflege und können später für sich entscheiden, welchen Weg sie in der Pflege gehen wollen oder welche Zusatzqualifikation sie noch machen wollen. „Ich war zwei Jahre Pflegehelferin. Jetzt mache ich hier bei der Ambulanten Intensivpflege Becker meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ich freue mich auf die Herausforderung“, erzählt Cindy Fredersdorf. Sabrina Gromer ist erst seit Kurzem im Team dabei. Sie hat die zusätzliche Ausbildung als Fachkraft für außerklinische Beatmung. Die Fahrzeit zwischen Marktoberdorf und Füssen nimmt sie gerne in Kauf. „Es ist ein gutes Team, es ist schön, dazu zu gehören.“ Juniorchef Sebastian Becker ist froh, wieder eine qualifizierte Fachkraft für das Team bekommen zu haben. Er weiß, dass gute Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt mittlerweile rar geworden sind. Seine Arbeitsweise ist ganz simpel, er bezieht seine Mitarbeiter ein. Es ist die Wertschätzung, die er ihnen entgegenbringt. Jörg Düve bringt es auf den Punkt. „Es muss für beide Seiten stimmen. Ich weiß was ich kann und was ich will und welche Prioritäten ich setze. Wir haben hier sehr viele Freiheiten. Die Beckers sind offen und versuchen, die Ideen von uns umzusetzen. Das macht die Arbeit einfacher und motiviert.“

Ambulante Intensivpflege Becker
Heisinger Str. 12 · 87437 Kempten
Tel.: +49831 96 06 3166 · Fax: +49831 96 06 2768
Email: mail@ai-becker.de · Web: www.ai-becker.de

Text · Bilder: Sabina Riegger

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