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AWO-Projekt „KiMut“ hilft kleine Wünsche zu erfüllen

Projekt soll Kindern Mut machen und Zukunftsperspektiven eröffnen

Ferdinand ist elf Jahre alt. Er lebt mit seiner Familie am Rand der Stadt, seine Mutter ist alleinerziehend und kann ihrem Sohn nicht immer jeden Wunsch erfüllen. Bei der Klassenfahrt, die in wenigen Wochen stattfindet, auf die die Vorfreude bei der gesamten Klasse groß ist, kann Ferdinand leider nicht teilnehmen. Zu teuer, hatte seine Mutter ihm gesagt. In solchen Fällen hilft das Projekt „KiMut“ der Arbeiterwohlfahrt, das vor gut zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Dabei geht es darum, Kindern und Jugendlichen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres aus sozial oder finanziell in Not geratenen Familien, die ihren Wohnsitz in der Stadt Kaufbeuren oder im Landkreis Ostallgäu haben, zu helfen. So soll benachteiligten Kindern schnelle und unbürokratische Hilfe zukommen, egal ob es sich um neue Bücher oder sogar Musikinstrumente handelt. Allein in den letzten zehn Jahren wurden so bereits rund 150.000 Euro ausgegeben. Gefördert werden soll vor allem Chancengleichheit in der Bildung, soziale Teilhabe sowie die Förderung von Talenten wie im Musik- oder Sportunterricht.

„Wenn man bedenkt, was man damit alles Gutes tun kann, wenn ein Kind mal einen neuen Schulranzen braucht oder ein neues Mäppchen, dann ist das eine tolle Sache“, erklärt Brigitte Protschka, Vorsitzende des AWO Kreisverbands Kaufbeuren und Ostallgäu. „Man glaubt es nicht gern, aber es gibt viele Familien die arm sind und denen geholfen werden muss. In der Regel haben wir Kontakt zu Lehrern oder Sozialpädagogen, oft sind es aber auch die Nachbarn, die auf uns zukommen und uns darauf aufmerksam machen, dass Hilfe nötig ist.“ Grundsätzlich antragsberechtigt sind Kindergärten, Schulen, Bildungs- und Fördereinrichtungen, Vereine und Pädagogen für die von ihnen betreuten Kinder und Jugendlichen. Die Anträge können mittels eines Antragsformulars direkt beim AWO Kreisverband gestellt werden, wo man sie unverzüglich bearbeitet und über sie entscheidet. „Wichtig ist uns, dass die Hilfe eher im Stillen passiert, niemand im Umfeld davon groß etwas mitbekommt, dafür sind uns die Menschen auch sehr dankbar, denn viele schämen sich dafür, Hilfe anzunehmen.“

Das Projekt „KiMut“ soll Zukunftsperspektiven eröffnen, indem es Kindern Mut macht und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt, bewusst gegen das Motto „Einmal arm – immer arm“. Es kümmert sich um Kinder aus sozial oder finanziell in Not geratenen Familien, um Kinder, deren Familien von Harz IV oder Sozialhilfe leben, Kinder von Alleinerziehenden, Kinder aus kinderreichen Familien, aber auch Waisenkinder. „Viele Fälle sind sehr emotional“, erzählt Brigitte Protschka. „Ich erinnere mich an ein Mädchen, das sehr begabt war und Violinistin werden wollte. Ihre Eltern, die sich zu dieser Zeit scheiden ließen, haben das Kind aber eher als Spielball benutzt. Beide Elternteile hatten ihrer Tochter gesagt, dass sie die Unterrichtsstunden nur bezahlen, wenn das Kind beim jeweiligen Elternteil bleiben würde. Das Mädchen stand damit unter einem enormen Druck, den wir gerne beseitigt haben, indem wir die Kosten des Unterrichts übernommen haben.“

Die Hilfe, die durch das Projekt „KiMut“ geleistet wird, finanziert sich ausschließlich über Spendengelder, die von Privatpersonen oder gewerblichen Betrieben kommen. Das Einsatzgebiet erstreckt sich von Füssen bis Buchloe oder Lechbruck bis Obergünzburg. „Dabei kommt es immer wieder mal vor, dass Familien eine Art der Hilfe auch öfters in Anspruch nehmen müssen. Gerade wenn es beispielsweise um Nachhilfe- oder Sprachkurse geht, sowas zieht sich meistens über einen längeren Zeitraum hinweg. Genauso aber auch beim Sport. Wenn wir merken, dass die Hilfe etwas bewirkt und die Kinder erfolgreich sind in dem was sie tun, dann helfen wir natürlich gerne wieder. Eine gewisse Nachhaltigkeit ist also durchaus in unserem Interesse.“

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KiMut-Hilfsfonds des
AWO Kreisverbandes
Kaufbeuren und Ostallgäu e.V.
Gleiche Chancen schaffen –
Talente fördern

Augsburger Str. 15 ∙ 87629 Füssen
Fax: 08362/9304583
www.awo-kimut-hilfsfonds.de

Text: Lars Peter Schwarz· Bild: unsplash

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