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Tabatière belegt Schreibweise „Sisi“

Neues Exponat im Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau

Am 26. November präsentierte das Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau erstmals ein neues Unikat der Öffentlichkeit. Es handelt sich um eine goldene Schnupftabakdose (Tabatière) mit Diamantenbesatz und Miniatur-Brustbild des Königs, der diese Pretiose seiner Tante 2. Grades Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837 – 1898) zu ihrem 44. Geburtstag am Weihnachtstag, dem 24. Dezember 1881, schenkte. Besonderes Augenmerk legt man hier auf die Inschrift in der Innenseite der Tabatière: „Angebetete, aufrichtig / geliebte Sisi[!] / Niemand auf Erden ist mir / so teuer als Du! / Ludwig / 24ter Dezember 1881“. Damit ist bestätigt, dass Kaiserin Elisabeth zu Lebzeiten gar nicht Sissi oder gar Lisi gerufen wurde. Sie wurde Sisi genannt, mit einem „s“. Gefertigt wurde das Unikat durch die in Hanau ansässige Goldschmiedewerkstatt Charles Colins Söhne. Die Bezeichnung Tabatière – also Schnupftabakdose – bezieht sich auf alle Dosen dieser Größe. Nach Meinung der Kunstvermittlerin des Museums, Vanessa Richter, ist es eher wahrscheinlich, dass Sisi das wertvolle Stück als Zier- und Schmuckdose, anstatt für die Aufbewahrung von Schnupftabak genutzt hat. Der Wittelsbacher Ausgleichsfonds konnte das Schmuckstück während einer Versteigerung bei Sotheby’s in New York erwerben. Der Vorbesitzer der Pretiose, ein Privatier, wurde nicht genannt, ebenso wenig der Preis. Der Vorbesitzer soll aber glücklich sein über den Verbleib. „Wir sind sehr glücklich, die Tabatière unserem Publikum zugänglich machen zu können. Das Schmuckstück ist jetzt dort, wo es hingehört“, so Peter Scherkamp.

Text: Sven Ademi

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