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Eine Laute für das Füssener Heimatmuseum

Zwei Sponsoren ermöglichen den Kauf

Eine Laute des Füssener Lautenmachers Hans Socher, geschaffen im Jahr 1609, „eine absolute Sensation“, so Paul Iacob, kommt durch glückliche Umstände und durch Sponsoren in das Füssener Heimatmuseum und wird Anfang des nächsten Jahres als Prachtstück für die Öffentlichkeit zu bewundern sein. Durch einen Fernsehbeitrag aufmerksam geworden nahm ein Murnauer Lautenbesitzer Kontakt mit Urs Lautenbacher auf, der „aus allen Wolken fiel“ als er die Laute dann in Händen hielt. Ein Aufkleber in der Muschel mit dem Text: „Hanß Socher in Füssen anno 1609“ deutete auf ein altes Instrument hin. Nach Untersuchungen bestätigte sich, dass Rosette und Muschel „beides wunderbare Arbeiten“ eindeutig historisch sind. Die andere Teile sind aus einem handwerklich gut gemachten Umbau vor etwa 100 Jahren. Dank der Sponsoren Hans-Joachim Schirmer und Michael Schmück konnte der vierstellige Betrag für dieses einmalige Objekt umgesetzt werden. Socher, der neben Lautenmacher auch noch Postmeister der „Thurn- und Taxispost“ war, lebte bis 1632 in der Tiroler Straße und taucht in einem „Hof- und Güldbuch“ aus dem Jahr 1618 auf, in dem die Steuereinnahmen des Klosters St. Mang aufgelistet waren. Einen weiteren Beleg für sein Schaffen fand Riedmiller im Staatsarchiv Augsburg, wo verzeichnet steht, dass Socher für die damals mehr als stolze Summe von 28 Gulden Lauten nach Italien an Magnus Tiefenbrugger, einen wohlbekannten Instrumentenbauer geliefert hatte.

Text · Bild: Manfred Sailer

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