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Das ganze Leben ist eine große Theaterbühne – Uli Pickl

Ich hatte schlechte Lehrer, das war eine gute Schule – Wer ihn nicht kennt, weiß mit diesen Sprüchen nichts anzufangen. Uli Pickl liebt Aphorismen, am liebsten die, die das Leben schrieb. Im Januar wird er 65 Jahre jung. Und an das Aufhören denkt er noch lange nicht.

Er ist das, was man einen „Macher“ nennt, der Dinge an- und ausspricht, Theater liebt und sich am liebsten zurückzieht, um nachzudenken und Lebensgeschichten auf Papier zu bringen. La Palma, das ist seine Insel. Hier hat er alles was er braucht, um Kraft und Ideen zu sammeln: Garten, Haus, Meer und die Sonne. Viele seiner Theaterstücke, oder vielleicht sogar alle, sind im Haus am Meer entstanden. Dort reicht ihm sogar eine Woche, um sein Theaterstück zu schreiben, das er vorher detailliert im Kopf abgespeichert hat. Die Figuren haben bereits einen Namen, eine Angewohnheit, die Geschichte ist fertig geschrieben – fiktiv natürlich.

Dass er die Bühne liebt, leugnet er nicht. Sie ist das, worauf er sich sicher bewegt. Und wenn man sich jetzt fragt, ob Gastronomie und Theater zusammen passen, dann muss man es mit einem klaren Ja beantworten. Und Politik? Wahrscheinlich passt Theater noch besser dazu, doch da wollte Pickl nicht mehr mitspielen und überließ die politische Bühne anderen. Und das nach 21 Jahren als Stadtrat und zehn Jahren als Kreisrat. Missen will er die Zeit nicht, doch das Gefühl etwas Sinnvolles getan zu haben blieb plötzlich aus. Also war es an der Zeit, die politische Bühne zu verlassen.

Er hat viele Ideen. Sie „geistern“ in seinem Kopf so lange herum, bis er sie zum Leben erweckt. Meistens hat es dann etwas mit seinem Hopfensee-Theater zu tun. So eine Idee hat er wieder. Wenn es klappt, dann wird es ein großes Schauspiel werden. Mehr will er nicht sagen, schließlich ist es noch eine Idee die reifen muss. Uli Pickl ist ein Gastronom, zugegeben ein etwas anderer als üblich. Er ist Koch geworden, weil es einfach so war. Keine Fragen, keine Wünsche – und falls er doch nach dem Warum und Wieso gefragt hätte, hätte er keine Antwort bekommen und seine Situation wäre die gleiche geblieben. Pickl lernte da seine erste Rolle spielen. Desinteresse vorgaukeln, auch wenn man lieber ins Leben hinausschreien möchte und es festhalten will. Aus einem Chancenlosen ist ein Einserschüler geworden. Dass er mal so viel erreicht, nein, das hat er nicht gedacht, aber gehofft.

Jetzt kann er sich zurücklehnen, die Vergangenheit Revue passieren lassen und sich auf das freuen, was kommt. Viele neue Theaterstücke, Enkelkinder, das Haus am Meer und das große Schauspiel.

Herzlichen Glückwunsch!

Text · Bild: rie

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