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Es wird Zeit, alles etwas ruhiger anzugehen – Galerie Wille schließt ihr Geschäft

Einigen Kunden wird das kleine Antiquitätengeschäft in der Reichenstraße 17 fehlen. “Es wird Zeit aufzuhören“, so Irmgard Wille-Gingele, die das Geschäft seit 1984 betreibt. Sechs Tage in der Woche stand sie von morgens bis abends in ihrem Geschäft. Manchmal war es eine anstrengende Zeit, erinnert sie sich zurück. Doch der Kontakt zu den vielen Menschen hat sie bereichert. Jetzt wird sie mehr Zeit haben für sich selbst, nicht immer auf die Uhr schauend. „An diese Mehr-Freizeit werde ich mich noch gewöhnen müssen“, sagt sie lachend.

In ihrem kleinen, schmucken Laden mitten in der Reichenstraße findet man noch bis Mitte Januar antike Möbel, Gemälde, Glas, Silber und Porzellan. „Ich hatte einfach schon immer diese Liebe und Leidenschaft für antike Gegenstände und Kunst“, erzählt die gebürtige Münchenerin. Ab dem 1. Dezember beginnt der Ausverkauf. 20 Prozent gibt es Rabatt auf die geschmackvollen Dinge, die das Wohnen schöner machen.

FA_12_15_Wille-02Irmgard Wille-Gingele wusste bereits als Jugendliche, dass sie einmal mit Kunst und Antiquitäten arbeiten will. Zur Kunst gekommen ist sie, wie sie selbst sagt, „einfach weil es etwas Schönes ist“. Deshalb bewarb sie sich bei dem berühmten Auktionshaus Sothebys in München, und wurde eingestellt. „Die Zeit dort war eine sehr spannende, ich habe sehr viel gelernt, viele besondere Persönlichkeiten und natürlich auch hochinteressante Objekte kennengelernt“, erzählt die Kunst-Liebhaberin. Nach zwölf Jahren Tätigkeit bei Sothebys wagte sie dann den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete ihre eigene Galerie in Füssen. „Mein Vater ist Füssener, deshalb kannte ich die Stadt schon, als ich hierherkam.“ 1984 wurde also der Grundstein der Galerie Wille gelegt, damals noch im Zollhäusle an der Lechhalde. 1996 zog die Galerie Wille dann zum ersten Mal um, an den Schrannenplatz, bevor Irmgard Wille-Gingele sich schließlich 2006 entschloss, ihre Galerie in der Reichenstraße neu zu eröffnen. „Hier gefiel es mir auch am besten“, so die 65-jährige. Doch so ganz aus der Antiquitätenszene wird sich Irmgard Wille-Gingele nicht zurück ziehen. In der Galerie am alten Zollhaus an der Lechalde wird man sie nach telefonischer Vereinbarung antreffen können. Für Kunden, die ein besonderes Objekt suchen oder einen Kunstgegenstand schätzen lassen wollen, wird sie, wie bislang auch, die kompetente Ansprechpartnerin sein.

Glücklich ist die Kunstliebhaberin allerdings auch über den neuen Nachmieter. Die Firma Gössl aus Salzburg wird ihr Geschäft im März eröffnen. Sie stellen hochwertige Trachten für Frauen, Männer und Kinder her. „Ich wollte, dass die Wertigkeit des Geschäftes erhalten bleibt und jetzt bin ich sehr froh darüber, dass uns das gelungen ist“.

Galerie Wille
Kunst & Antiquitäten
Reichenstraße 18
87616 Füssen
Telefon: 08362 7874

Text: Sabina Riegger
Bilder: Margarete Häfelein (1)/ rie)

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2 Kommentare

  1. Schade, ich wusste nicht, dass Galerie Wille das Geschäft geschlossen hatte. Als ich in Füssen war, war ich dort oft, um meine Antiquitäten schätzen lassen. Es war ein ganz tolles Laden! Danke für den Beitrag, sehr interessant!

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