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Füssener Eltern wünschen sich mehr Familienfreundlichkeit

Runder Tisch für Barrierefreiheit in Füssen mit MdL Dr. Paul Wengert

„Von Barrierefreiheit profitieren nicht nur Menschen mit Handicap, sondern auch Familien, die mit Kinderwagen unterwegs sind“, stellte Landtagsabgeordneter Dr. Paul Wengert in seiner kurzen Begrüßung heraus und informierte über das Thema des „Runden Tisches“, zu dem er im Rahmen der bayernweiten SPD-Kampagne „Bayern Barrierefrei“ Unternehmens- und Verbandsvertreter ins Hotel Sommer eingeladen hatte. Nicht um Pauschalkritik und Vorwürfe sollte es gehen, sondern um mögliche Verbesserungen der Rahmenbedingungen im Sinn der Familienfreundlichkeit. Grundlage für das Gespräch lieferte eine Aktion von Eltern, die sich im AWO-FamilienForum in Füssen treffen. Die Leiterin dieser AWO-Einrichtung, Karen Haferstein, präsentierte die  Ergebnisse der Aktion.

Neben viel Anerkennung für bereits vorhandene gute Angebote wies Haferstein auf aktuell bestehende Probleme der Eltern, die mit Kinderwagen unterwegs sind, hin, wie etwa schwer überwindbare Treppen oder hohe Bordsteine. Zu Verdruss führen immer wieder auch fehlende Abstellplätze für die Kinderwägen, vor allem in Arztpraxen oder Geschäften mit engen Ladenregalen. Wünschen würden sich die Füssener Eltern auch bessere Hinweise in Gasthäusern und Geschäften auf Wickelmöglichkeiten oder darauf, ob die Toilettennutzung für Kleinkinder möglich ist. Problematisch seien auch die zu kurzen Grünphasen für Fußgänger an den Ampeln und das Fehlen einer Überquerungshilfe  in der Kemptener Straße, z.B. auf Höhe des Eisportzentrums. „Das ist auch ein Teil des Schulwegs, den viele Kinder gehen“, wurde zu Bedenken gegeben. „Für größere Maßnahmen gibt es möglicherweise Fördermittel, aber oft helfen auch einfache Lösungen wie mobile Rampen gut weiter“, empfahl Waltraud Joa, die Beauftragte des Landkreises Ostallgäu für Menschen mit Handicap. Jede Menge Anregungen mitnehmen konnte Zweiter Bürgermeister Nico Schulte. „Manches wird einfach nicht machbar sein, aber einige Anregungen sind durchaus sinnvoll und die Stadt Füssen kann sich hier im Sinne der Familienfreundlichkeit verbessern“, versprach der Kommunalpolitiker. Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier hat das Thema, mit dem sich der Runde Tisch befasste, bereits auf der Agenda: „Die Bayerische Tourismus- und Marketing GmbH  hat  Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit als künftige Schwerpunkthemen benannt“, informierte er die Teilnehmer des Runden Tisches.

Wolfgang Sommer als Vorsitzender der DEHOGA im Ostallgäu wie auch Holger Höhne für die Werbegemeinschaft Füssen brachen eine Lanze für ihre Mitglieder. In der Regel werde gerne und freundlich auf die Bedürfnisse von Familien eingegangen, aber „schwarze Schafe“ gebe es halt immer wieder.
„In diesem Sinne war es gut, sich miteinander auszutauschen. Es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, wo Barrieren den Menschen das Leben schwer machen, damit man weiß, wo noch Verbesserungsmöglichkeiten liegen, auch wenn wir grundsätzlich schon viel erreicht haben“, fasste Dr. Paul Wengert das Ergebnis der Gesprächsrunde zusammen. Deswegen bedauerte er sehr, dass sich der Bund der Selbstständigen mit der Begründung, dieses Thema nicht „primär“ in seinem Aufgabenbereich zu sehen, nicht an der Gesprächsrunde beteiligt hatte.

Text: FA/pm

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