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Besuch bei Ludwig II. und dem „Karneval der Tiere“

Im Museum der bayerischen Könige läuft die „Musikfibel“

John Arthur Westerdoll und seine Kollegen von der „Musikfibel“ werden das vielleicht gar nicht so gerne lesen, aber Veronika Klaus und Philipp Naundorf waren kürzlich nach einem Besuch mit ihrer Klasse 4a aus der Grundschule Seeg gemeinsam der gleichen Ansicht. So hat den beiden zehnjährigen Kindern beim Besuch des Museums der bayerischen Könige am Ufer des Alpsees in Hohenschwangau  jeweils die Führung durch das Museum „besser gefallen“ als das anschließende Konzert mit dem Titel „Karneval der Tiere“, das Westerdoll mit neun anderen Musikern aus Füssen, Marktoberdorf, Peiting und Reutte den jungen Schülern im Rahmen der „Musikfibel“ präsentierte.

Das von dem deutsch-amerikanischen Geiger vor drei Jahren initiierte Gemeinschaftsprojekt von der Sing- und Musikschule Füssen und dem Museum der bayerischen Könige laufe nach Auskunft Westerdolls zwar immer noch „auf ehrenamtlicher Basis“, doch nicht ohne Erfolg ab. Infolgedessen habe man heuer „in elf Tagen rund 900 Kinder bespielt“, wie der Musiker neulich erklärte, bevor er etwa 60 Kindern zweier Grundschulklassen aus Seeg sowie einer aus Waal sich und seine Kollegen nebst deren Instrumenten vorstellte. Die von Camille Saint-Saëns komponierte Geschichte vom „Karneval der Tiere“ servierten Johanna Hengg, Birgit Wankmiller (beide Klavier), Irina Schleich (Flöte), Julia Fehre, Reinhard Schmid (beide Geige), Georg Albeck (Cello), Thomas Härtel (Kontrabass), Max Kinker (Xylophon), Robert Maul (Klarinette) und Westerdoll dabei immer in Abwechslung zum witzigen Text von Loriot, den Westerdoll in ebenso witziger Manier vorlas. Demzufolge wurden die auf Kissen auf dem Boden im Palmenhaus sitzenden Grundschulkinder ungefähr eine Dreiviertelstunde lang nicht nur Ohren-, sondern auch Augenzeugen des großen Fests der Elefanten, Schildkröten, Kolibris, Katzen, Nilpferde, Kuckucks und Mehlwürmer, um nur einige an diesem besonderen Karneval teilnehmenden Tiere zu nennen. Immerhin, so hatte Westerdoll denn auch am Beginn des Konzerts angekündigt: „Die Musik kann euch etwas schenken, nämlich, dass ihr Bilder seht, obwohl ihr hört.“

Kein Wunder, dass der Beifall hinterher sehr kräftig ausfiel, auch wenn Veronika Klaus und Philipp Naundorf wie bereits erwähnt von der vorherigen Führung, bei der Ursula Friedl die Klasse 4a aus Seeg etwa eine Stunde lang durch die verschiedenen Museumsräume geleitet hatte, noch mehr angetan waren. Gegen „so coole, goldene Sachen“ (Naundorf) wie beispielsweise die schwere, glänzende Tischdekoration der Wittelsbacher und „das Fotoalbum“ (Klaus) mit alten Aufnahmen der Familie von König Ludwig II. sowie spannende Informationen über die teilweise recht harte Kindheit des Märchenmonarchen hatte es eben auch die brillante Musik der Profis um Westerdoll nicht leicht.

Text · Bild: Alexander Berndt

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