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Pflanzliche Limonaden – die gesunde Erfrischung

Jetzt kommt die heiße Jahreszeit und was gibt es schöneres als eine kühle prickelnde Limonade? Viele der fertigen Produkte sind oft nur leider viel zu süß, warum versuchen Sie es nicht einmal selbst, eines der erfrischenden Getränke auf Naturbasis herzustellen? Sie bringen nicht nur die erwünschte Abkühlung, sondern haben obendrein noch einen gesundheitlichen Effekt durch die verwendeten Kräuter. Hier gibt es die vielfältigsten Möglichkeiten, von denen ich Ihnen nur einige vorstellen möchte. Ihrem Geschmack und ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt – experimentieren gewünscht! Einige der Kräuter, die eingesetzt werden können, möchte ich Ihnen diesmal vorstellen – natürlich nicht nur zur Limonaden-Herstellung…..

Melisse (Melissa officinalis)
Die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler stammt ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeerraum, wo sie als Heil-, Würz und Bienenpflanze angebaut wurde. In Vorderasien  wurde sie besonders als Lockfutter für die fleißigen Bienchen verwendet, wovon schon ihr  lateinischer Name zeugt, der sich vom griechischen Melissa = Honigbiene ableitet. Man rieb u.a. neue Bienenstöcke mit Melisse aus, um die Bienenvölker an sie zu gewöhnen.

Wenn wir in unseren Breiten von Melisse sprechen, dann ist die sogenannte Zitronenmelisse gemeint, obwohl es noch andere Arten gibt.
Bei den Griechen und Römern war die Mellisse ein „Frauenkraut“ gegen die entsprechenden Leiden, aber auch gegen Melancholie und Insektenstiche. Die Heilige Hilgedard von Bingen empfahl die Melisse z.B. gegen strapazierte Nerven und Schlaflosigkeit – sie sollte schöne Träume bringen.

Ab 1611 stellte die Karmelitermönche zum erstenMal den berühmten Melissengeist her, der noch heute bei Erkältung, Migräne, Magenbeschwerden und Frauenbeschwerden Anwendung findet.
In unserer Zeit gibt es außerdem ein sehr bewährtes Präparat in Salbenform, das bei Lippen-Herpesinfektionen Linderung bringt. Äußerlich kann die frisch aufgelegte Melisse bei kleineren Verletzungen, Quetschungen und Insektenstichen Linderung verschaffen, bei nervösen Magen-Darm-Störungen lindert sie in Form von Tee oder modernerweise in Kapselform die unangenehmen Beschwerden.

Für die Verwendung in der Küche ist ist frische Pflanze bestens geeignet, da sonst das Zitronenaroma leicht verloren gehen kann. Hier hilft ein Töpfchen auf dem Fensterbrett oder im Garten, um klassische Kräutersuppen oder -saucen eine frische Note zu verleihen. Auch für Salate, Kräuterbutter oder Quark ist die Melisse eine wahre Bereicherung. Möglich ist ebenfalls der Ersatz für Zitronenschale. Allerdings für das Mitbacken oder -kochen ist sie nicht geeignet, da die ätherischen Öle sonst verloren gehen.

Für eine erfrischende Limonade brauchen Sie:
1 Handvoll frische Zitronenmelissenblätter und 4 Zweige, gewaschen in einen großen Krug gefüllt und mit 2 L Mineralwasser aufgegossen. Dazu kommt der Saft von 2 ausgepressten Limetten. Außerdem werden 2 Zitronen ausgepresst, die Kerne entfernt und dieser Saft ebenfalls beigegeben. Es wird vorsichtig umgerührt, während 2 El brauner Rohrzucker und 2 Zimtstangen dazu kommen. Eine 3. Limette wird heiß abgewaschen und trocken gerieben, in dünne Scheiben geschnitten – man lässt die Hälfte davon in die Limonade gleiten. Für 2-3 Stunden kalt stellen und ziehen lassen. Zum Servieren die restlichen Limettenscheiben in den Krug geben.
Wer mag kann Eiswürfel mit ins Glas geben und mit Malvenblättern dekorieren.

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
Die beliebte Zier- und Gewürzpflanze aromatisiert viele Speisen, parfümiert Potpourris, Badewasser, Eau de Toilette und die Wäsche. Oft ist sie auch in Produktekten zur Insektenabwehr enthalten. Der Name Rosmarin bedeutet „Rose der See“, da er sich von den trockenen, sandigen Küsten des Mittelmeers als ursprünglichem Lebensraum ableitet.

Schon im Altertum wurde er bei kultischen Handlungen geschätzt und der Göttin Aphrodite geweiht, symbolisierte Liebe und Schönheit. Bis heute gilt er als Symbol der Jungfräulichkeit. Im Mittelalter glaubte man, der Rosmarin könne böse Geister bannen. Deshalb trug die Braut auch oft einen Rosmarinkranz und man schmückte auch damit die Babies, die getauft wurden.
In der Küche wird er speziell in Frankreich sehr gerne verwendet – Kräuter der Provence – ohne Rosmarin nicht vorstellbar! Er passt wunderbar zu Fleischgerichten, vor allem zu Lamm, aber auch zu Fisch und ergänzt Gemüsegerichte aller Art. Bekannt sind sicher auch die „Rosmarinkartoffeln“, die jedes Essen zum Festmahl werden lassen.

In der Heilkunde wird der Rosmarin tradionell als Herzstärkungsmittel eingesetzt, auch in vielen Salben gegen Rheuma, Nervenschmerzen und Muskelentzündungen findet er Verwendung. Als Tee ist er sehr gut gegen Husten, Heiserkeit und Asthma. Auch bei nervöser Erschöpfung und Durchblutungsstörungen kann er helfen. Gegen zu niedrigen Blutdruck kann es nützen, jeden Tag 2 Tassen Rosmarintee zu trinken. Hierfür gießt man 1 TL getrocknete oder frische Blätter auf und läßt sie 10 Minuten ziehen.

Eine Rosmarin-Limonade könnte man so herstellen:
100 g Zucker in 0,5 L Wasser kochen, bis er sich aufgelöst hat. Den Topf vom Herd nehmen und 5 Zweige Rosmarin hinzugeben, am besten in einem Sieb oder Leinensäckchen, so lassen sie sich leichter entfernen. Den Topf mit einem Deckel verschließen und den Rosmarin 30 Minuten im Zuckerwasser ziehen lassen. Den Rosmarin aus dem Topf nehmen. 120 ml Zitronensaft und 1 L Wasser in den Topf geben. Die Limonade abkühlen lassen und eiskalt servieren.

Basilikum (Ocimum basilikum)
Das aus Vorderindien stammende Basilikum kam schon um 2000 v.Chr. nach Ägypten . In den Grabkammern der Pyramiden fand man Kränze aus der auch „Königskraut“ genannten Pflanze. Sie gelangte über Persien nach Griechenland und ins antike Rom, kam im 12. Jahrhundert mit den Mönchen über die Alpen und ist heute in ganz Europa verbreitet. Das Aussehen kann je nach Sorte sehr stark variieren: viele verschiedene Sorten wie Zitronenbasilikum über das Thai-Basilikum bis hin zum roten Basilikum mit dunklen Blättern sind heutzutage verfügbar. Die bekannteste Variante ist das sogenannte „Genoveser Basilikum“.

In der Küche ist das Basilikum bei uns sehr beliebt, bei den frischen grünen Blättern denkt man sofort an Mozzarella mit Tomaten oder an ein schönes Pesto für Nudeln und viele Haushalte haben ein Töpfchen auf der Fensterbank, um es immer parat zu haben. In unseren Breiten ist Basilikum nur einjährig, in im Ursprungsland ist die Pflanze mehrjährig wachsend. Trocknen lohnt sich aber nicht, da es zuviel von seinem Aroma verliert – einfrieren oder einsalzen ist aber eine gute Alternative. Das Einsalzen geht ganz einfach: die Blättchen zerrupfen, lagenweise mit Salz in ein Glas einschichten, das Ganze mit Öl bedecken und kühl aufbewahren.

Dass Basilikum auch in der Heilkunde seit Jahrhunderten verwendet wurde, ist sicherlich weniger bekannt. Gegen Magenbeschwerden, Blasen- und Nierenleiden, Kopfschmerzen, Husten und Melancholie wurde es gerne eingesetzt. Im Mittelalter galt ein Basilikumstrauss übrigens als Einladung zum Liebesspiel.  Die heilige Hildegard von Bingen sah nur ebenfalls nur Gutes  darin und emfahl den Gebrauch der Pflanze bei Sprachstörungen. Bei der Herstellung von Parfüms, Kräuterlikören und Bädern spielt Basilikum ebenfalls eine wichtige Rolle. Der intensive Duft kann es außerdem geeignet für Gewürzsträuße und Potpourries machen.

Erfrischene Basilikum-Limonade:
25 Basilikumblätter von den Stängeln zupfen und in einem Mörser zereiben, 65 g Zucker mit 65 ml Wasser in einem kleinen Topf aufkochen, bis der Zucker sich vollständig gelöst hat – es sollten so etwa 100 ml „Läuterzucker“ entstehen. Den Topf vom Herd ziehen und die gemörsterten Basilikumblätter zugeben. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Den Läuterzucker durch ein Sieb gießen, den Saft auffangen und die Blätter dabei gut ausdrücken. Dann den Basilikumsud mit dem Saft von 3 Zitronen und 600 ml kaltem Wasser mischen. In eine Flasche füllen und bis zur Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

Ihre Apothekerin Simone Wagner

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