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Beschwerdefrei durch die Faszientherapie

Ganzheitlich, individuell, effektiv

Dass alternative Therapieformen durchaus unterstützend und heilend sein können, weiß Heilpraktikerin und Krankenschwester Barbara Prem nur zu genau. Sie hatte Tinitus. Ein Ohrgeräusch, das ihr zwei Jahre lang ein normales Leben fast unmöglich machte. Erst eine Therapie nach Dorn ermöglichte ihr den Tinitus wegzubringen. Seit diesem Augenblick hat die Naturheilkunde einen festen Platz in ihrem Leben.

Barbara Prem beschäftigte sich neben ihrer Arbeit als Krankenschwester weiterhin mit der Naturheilkunde. Sie sammelte praktische Erfahrungen bei einem Naturheilpraktiker und schaute ihm über die „Schulter“ bis sie sich entschloss die Prüfung als Heilpraktikerin abzulegen. Acht Jahre ist das nun her und die Begeisterung für diesen Beruf ist immer noch so intensiv wie zuvor. Neben ihren vielen zusätzlichen Ausbildungen wie die Cranio-Sakrale-Therapie, Fußreflexzonen-Therapie, Homöopathie und der Dorn-Breuss Wirbelsäulentherapie ist Barbara Prem eine Spezialistin für die Faszientherapie nach Tom Bowen. Ihre Naturheilpraxis hat sie von Burghausen nun nach Füssen verlagert. Hier hat sie mit ihrer Familie einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden und freut sich auf einen neuen Beginn.

Faszien – Bewegung ohne Schmerzen

Unser ganzer Körper muss perfekt funktionieren. Tag für Tag. Um das zu gewährleisten brauchen wir nicht nur Muskelkraft, Ausdauer und Beweglichkeit, sondern auch das Bindegewebe, genauer gesagt: Faszien. Jahrelang hielt man jenes weiße Geflecht im Körper, das unter der Haut die Muskeln und Muskelbündel umhüllt, nur für totes Füllmaterial. Doch neue Forschungen enthüllen, dass das Bindegewebe viele Funktionen hat: Es ist ein eigenständiges Organ, das den Körper nicht nur stützt und formt, sondern auch mit vielen Nervenenden, Schmerz- und Bewegungssensoren versehen ist. Faszien können sich sogar selbstständig zusammenziehen, und sie übernehmen die Kraftübertragung von Muskel zu Muskel, sorgen also dafür, dass die Muskeln miteinander kooperieren und reibungslos funktionieren. Die zahlreichen Bewegungssensoren auf den Faszien machen das Bindegewebe zu einem zentralen Organ der Körperwahrnehmung, das sich sogar auf das Immunsystem und die Psyche auswirkt.

Im Gespräch mit Heilpraktikerin Barbara Prem

Wie sehr beeinflussen die Faszien unseren Bewegungsablauf?
Sehr. Ohne Faszien wären wir nicht imstande uns fortzubewegen. Die Faszien übertragen die Kraft, welche in den Muskeln durch Kontraktionen erzeugt wird ,auf unser Skelettsystem, um Bewegungen der Gelenke und damit des Körpers zu erzeugen. Sind Faszien in ihrer Elastizität eingeschränkt, reduziert sich die Krafterzeugung sowie -übertragung. Werden die Faszien über- oder unterbeansprucht, verkleben sie und verursachen Schmerzen.

Im Klartext heißt das, wenn ich Schulter-, Knie- oder Rückenschmerzen habe, könnte es durchaus mit unter- oder überbeanspruchten Faszien zusammen hängen?
Größtenteils ja. Wie schon erwähnt, die Faszien sind für jede Muskelbewegung verantwortlich. Unser Bindegewebe ist mit vielen sensorischen Nervenenden ausgestattet, deshalb dienen sie uns als Schmerzgenerator. Das heißt, Rückenschmerzen sind nicht nur auf Bandscheibenirritationen zurückzuführen, sondern sind häufig mikroskopisch feinste Risse der Rückenfaszie. Faszien können noch viel mehr. Sie wirken wie Stoßdämpfer. Denn bei großer Krafteinwirkung sind Faszien besonders stabil und bei großer Mobilität besonders flexibel. Darüber hinaus werden Organe durch Faszien geschützt. Jedes Organ wird in diesem engmaschigen Netz, ich vergleiche die gesunde Struktur einer Faszie mit der einer Feinstrumpfhose, „verpackt“. Durch dieses Segmentieren der einzelnen Organe wird zum Beispiel verhindert, dass sich Bakterien oder Viren verbreiten. Gleichzeitig wird dadurch die Organstruktur aufrechterhalten. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine faszinierende Thematik, die mittlerweile viele Wissenschaftler erforschen und zu interessanten Ergebnissen gekommen sind. Wissenschaftler an der Uni in Ulm konnten beweisen, dass die Faszien durch chemische und mechanische Reize verkleben oder verhärten können, die uns dann Schmerzen und Unbeweglichkeit verursachen. Man kann dann keine freie Bewegung machen. Es ist phenomenal, wie dieses collagene, fasrige Fasziengewebe versucht, etwas zu versteifen und Bewegung zu verhindern.

Kann man dagegen gezielt vorbeugen?
Ja, mit einer Therapie und einem zielgerichteten Training.

Sie arbeiten nach der Bowen-Therapie. Was ist das genau?
Die Bowen-Therapie ist eine alternative Heilmethode, die von Tom Bowen, einem Australier, entwickelt wurde. Das Besondere an der Bowen-Therapie sind die „Moves“, das ist der der englische Begriff für Bewegungen. Damit ist eine Bewegung gemeint, in der zunächst die Haut mit der Hand oder den Fingern sanft zurück geschoben wird, um dann eine Bewegung in möglichst intensivem Kontakt zu Muskeln, Faszien, Sehnen oder Bändern, also den Strukturen unter der Haut, durchzuführen. Das hat zur Folge, dass die zusätzliche Spannung in den gestressten Strukturen gelöst wird, und die Regulationskräfte wieder in Gang gebracht werden.

Welche Beschwerden können mit dieser Behandlung therapiert werden?
Therapierbar sind sowohl chronische als auch akute Krankheitsbilder. Zu den Einsatzschwerpunkten, für die sich die Bowen-Therapie besonders eignet, gehören beispielsweise Fehlhaltungen und Fehlfunktionen der Körperstrukturen, sowie Schmerzen, die Fehlstellung von Gelenken, lokale und globale Verspannungen. Die Faszientherapie wirkt entkrampfend, beugt vor und dient der Entspannung oder löst auch psychische Blockaden.

Bedeutet das, dass Emotionen in den Faszien gespeichert sind?
Faszien sind ein Speicherort für die Gefühle, die wir nicht bereit sind zu fühlen, in dem Moment wo sie auftreten. Meistens haben körperliche Beschwerden einen psychischen Hintergrund, insbesondere dann, wenn keine Funktionsstörung zu finden ist. Dann liegt der Schluss nahe, dass es sich um eine emotionale Blockade handelt, die sich an der schwächsten Stelle im Körper äußert.

Ist die Faszientherapie für jeden geeignet?
Ja, es gibt keine Altersbegrenzung. Es können sowohl Säuglinge als auch Erwachsene damit behandelt werden. Die Faszientherapie nach Bowe gibt dem Körper Reize, die ihm helfen die physiologische Eigenschwingung des Gewebes, Nervensystems und der Seele wieder zu finden. Die Tom Bowe-Therapie hat mehrere Griffsequenzen und es wird immer an beiden Körperseiten gearbeitet. Das vegetative Nervensystem wird angesprochen und augenblicklich tritt eine Tiefenentspannung ein. Beeinflusst durch das vegetative Nervensystem erhalten Herzfunktion, Atmung, Hormonsystem, Verdauung und das Periphere die Möglichkeit, sich zu regulieren. Das Lymphsystem wird aktiviert und damit die Entgiftung stark angeregt. Die Muskulatur entspannt sich, was wiederum die Durchblutung fördert.

Text: Sabina Riegger

 

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