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Die Pflanzen des Sommers

Der Sommer ist da – mit all seiner Energie, Kraft und hoffentlich vielen Sonnenstunden. Genau zu dieser Zeit gibt es wieder einige sehr interessante Pflanzen, die nicht nur hervorragende Heilkräfte haben, sondern auch in der Küche vielfältig genutzt werden können. Einige davon möchte ich ihnen diesmal gerne vorstellen:

Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Ihr deutscher und lateinischer Name sagt schon sehr viel über die Pflanze aus. Filipendula bedeutet in etwa „pendelnder Faden“ aufgrund der unter der Erde hängenden dünnen Wurzelknollen und Ulmaria beschreibt die oberirdischen ulmenartigen Fliederblätter. Der Name der Mädesüß kommt daher, weil sie so einmalig nach einer Mischung aus Honig, Vanille und Bittermandel duftet. Selbst die alten Germanen sollen damit bereits ihren Met gesüßt und aromatisiert haben.

Der Duft von Mädesüßpflanzen hüllt seine Umgebung in ein Wohlfühlaroma von Entspannung und Lebensfreude. In alten Zeiten war es eine „Streublume“ – die Fußböden der Wohnungen wurden damit ausgelegt und somit natürlich auch beduftet – beliebt auch für Tanzplätze und Liebeslager. Ihr Geruch soll die Sinne erfreuen und fröhlich machen, angeblich sogar das Leben verlängern. Jetzt im Spätsommer schmecken die Blüten auch nicht mehr herb, sondern einfach nur noch gut nach Vanille. Sie eignen sich besonders gut zu Nachtisch-Gerichten oder Getränken, z.B. kurz durch ein Glas Milch geschwenkt, damit es nicht zu intensiv wird, oder zum Aromatisieren von Schlagsahne, zum Verfeinern von Heidelbeeren, Obstsalat oder Kuchen, um nur einiges zu nennen. Oder Sie geben an einem milden Sommerabend einige Mädesüßblüten in ihren Wein und lassen sich von seinem spritzigen, vollen Geschmack ins Reich der auch sogenannten „Wiesenkönigin“ entführen…

Das Mädesüß als Heilkraut – hier hört man auch oftmals den Namen Spierstaude: Bereits von den alten Römern und Griechen wurde von ihm berichtet. Auch der Heiligen Hildegard von Bingen war es wohl bekannt. Hier finden hauptsächlich die in ihr enthaltenen Salicylsäure-Verbindungen Beachtung – heute meist chemisch synthetisiert als Vorläufer des „Aspirin“-Wirkstoffes. Mädesüß wirkt also unter anderem schmerzstillend, entzündungshemmend und antimikrobiell. Es wird sogar häufig berichtet, dass ein Tee vor grippalen Infekten schützen bzw. sie lindern kann.  Auch die in ihm enthaltenen Gerbstoffe wirken sehr gut, z.B. zur Behandlung von entzündlicher Haut oder Akne in Form von Dampfbädern, Salben oder Cremes.
Achtung: Menschen, die eine Überempfindlichkeit gegen Salicylsäure haben, sowie Schwangere oder Asthmatiker sollten auf Mädesüß-Produkte verzichten!

Heckenrose (Rosa canina)

Manchmal auch Hundsrose genannt, ist die Heckenrose eine der häufigsten Rosenarten. Die Wildkräuterküche verwendet ihre Blütenblätter und später auch ihre Früchte. Die Blütenblätter, ohne Staubgefäße und Blütenkelche gepflückt, aromatisieren Zucker, Essig, Tees und viele Süßspeisen. Klassisch ist natürlich auch der Einsatz von Rosenblütenwasser zur Herstellung von Marzipan.

Die reifen Hagebutten bilden die Grundlage vieler delikater Gerichte wie Marmelade, Fruchtmark oder Tee. Weniger bekannt sind sie in Likören, Weinen, Suppen oder Soßen, aber nichtsdestotrotz sind sie auch hier sehr gesund, denn die Hagebutten enthalten 20 Mal mehr Vitamin C als Zitronen, darüber hinaus die Vitamine A,B,E und K, Carotin, Mineralstoffe, Pektine und Gerbstoffe.

In den letzten Jahren werden vermehrt auch speziell aufbereitete Präparate aus dem Fruchtfleisch und der  Schale der vollreifen Hagebuttenfrüchte eingesetzt, um Gelenkserkrankungen zu lindern, speziell um die Knorpelfunktion zu stärken.

Sommerlinde (Tilia platyphyllos)

Die Linde mit den herzförmigen Blättern und den gelbweißen, duftenden Blüten ist ja sicher vielen von uns bekannt. Man denke nur an alte Volkslieder und Gedichte… Ja, auch unsere Vorfahren wussten von der Wirkung dieses Baumes, und nicht nur deshalb, um sein „Liebchen“ darunter zu treffen…
Ihre Blüten enthalten ätherisches Öl und lindern als Tee Erkältungskrankheiten, um einen Infekt auszuschwitzen. Darüber hinaus aromatisieren sie Fruchtsalate, viele Süßspeisen und Getränke. Doch auch die Blätter werden seit langem genutzt, denn sie schmecken in junger, frischer Form mild und gut und passen bestens in Salate. Fein geschnitten auf Butterbrot sind sie geradezu eine Delikatesse. Gekocht eignen sie sich besonders zum Eindicken von Suppen, da sie viele Schleimstoffe enthalten und so bindend wirken. Getrocknet und gemahlen und mit Mehl gemischt ergeben sie schmackhafte Kuchen und Brote.

FA_08_14_kraeuter02Feld-Thymian (Thymus pulegioides)

Oder auch Quendel genannt, ist eines der wichtigsten Kräuter der Heiligen Hildegard von Bingen – ihr Universal-Hautgewürz bei Ausschlägen, Ekzemen, Akne, Geschwüren, Infektionen und vielem anderen mehr. Ein bis drei Messerspitzen werden zum Essen, in Fleischgerichten, beim Gemüse, und, wo es sonst noch geschmacklich passt, einfach regelmäßig mitgekocht und lindern so alle Hautleiden. Besonders gut für die italienische Küche, da das Aroma allem einen wunderbaren mediterranen Hauch gibt.

Auch Salben aus dem Quendelkraut werden gerne bei Hautirritationen verwendet, um den Juckreiz zu beruhigen und einen schönen Teint zu machen. Aber der Quendel ist ebenfalls – nicht nur getrocknet – ein wunderbares Gewürz für Fleischgerichte, Eintöpfe, Soßen, für Pizza, Pilzvariationen, Bratkartoffeln, Salatmarinaden… Es verleiht überall einfach eine ganz herrliche, würzige Note! Andererseits ist der Feldthymian auch als Heilkraut bekannt. Die Volksmedizin nutzt ihn als krampflösendes und antibakterielles Mittel, als Bestandteil von Haustees beugt er Husten und Bronchitis vor. Aroma und heilkräftige Inhaltsstoffe lassen sich lange erhalten, wenn man ihn in Essig oder Öl einlegt oder zu Blütenzucker verarbeitet.

Text: Simone Wagner · Bilder:: Fotolia

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