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30 Jahre Werbegemeinschaft Füssen

Das Ziel, die Innenstadt stärken und beleben

Zehn Mitglieder waren es, die im März 1984 die Werbegemeinschaft Füssen gründeten. Zum 1. Vorsitzenden wurde damals Hanns-Jürgen Lüdicke (Drogerie Lüdicke) gewählt, zum langjährigen Kassier Manfred Schwenger. Sie erinnern sich: Damals, als der V-Markt nach Füssen kam, wollten die Gründungsmitglieder der Werbegemeinschaft die Geschäfte der Innenstadt besser in Szene setzen, damit auch auf sie größere Aufmerksamkeit zukäme. Auch die Parkplatzsituation war geklärt Immerhin hatte die Werbegemeinschaft damals ein zweistündiges kostenloses Parken ermöglicht.

Doch es ging noch um viel mehr: Wir haben, so Lüdicke, eine „tolle“ Fußgängerzone. Es wäre ein Jammer, würde dieses Juwel sterben. Weiterhin sollte sie ein Ort der Begegnung bleiben, an dem man Freunde und Bekannte trifft, mit denen man in Ruhe plaudern kann, ohne „durch die Gegend geschoben zu werden“.
Ein weiteres wichtiges  Ziel der Gründungsmitglieder war: Statt neidvoll aufeinander zu schauen, wollte man zum Vorteil jedes einzelnen gut miteinander zusammenarbeiten. Schnell stand auch mit dem bayerischen Original „Xare“ eine Werbefigur, also das Logo, fest. Was Lüdicke besonders freut, ist, dass seine Tochter, mit Interesse bei der Werbegemeinschaft dabei ist. Sie hat das Drogeriegeschäft ihres Vaters inzwischen übernommen, so Lüdicke abschließend. Doch was waren damals weitere Ziele? Man wollte Werbung bündeln und auch mit zusätzlichen Veranstaltungen die Innenstadt beleben. An diesen Grundgedanken hat sich bis heute nicht viel geändert, obwohl sich in der zurückliegenden Zeit Handel und Wirtschaft durchaus verändert haben. Im Mittelpunkt sollte dabei immer der Mensch, also der Kunde, stehen.

Nachfolger Reinhard Unger

Reinhard Unger, Nachfolger von Hanns-Jürgen Lüdicke, freut sich heute noch, dass man damals vieles ins Laufen gebracht hat. So wurde „Die Runde“ in die Werbegemeinschaft integriert und ein neues Logo entwickelt. Die Mitgliederzahl erhöhte sich, da andere Gewerbe mit eingebracht wurden. Immer wieder gab es Aktionen, wie zum Beispiel. der Gesundheitstag: Hier verteilte die Werbegemeinschaft aus 100 Kisten, Äpfel an Einheimische und Gäste. Verschiedene Aktionen folgten. Auch der erste historische Markt war Anfang der 1990iger Jahre ein großartiger Erfolg. Eine Attraktion waren die mittelalterlich wirkenden Karussells, die mit Hand angetrieben wurden. Dahin begaben sich Geschäftsleute mit ihren Frauen, nachdem die Veranstaltung insgesamt so großartig abgelaufen war. Richtig lustig wurde es in der Nacht, so dass von lärmempfindlichen Anwohnern um zwei Uhr die Polizei gerufen wurde. Doch, so Unger, einigte man sich gütlich. Wichtig für die Mitglieder der Werbegemeinschaft war einfach das Gemeinschaftsgefühl.

20 Jahre Klaus Keller

Als Nachfolger von Reinhard Unger war Klaus Keller mit kurzer Unterbrechung knapp 20 Jahre Chef der Werbegemeinschaft. Auch er stand hinter der Zielsetzung seiner Vorgänger, nämlich einer attraktiven Gestaltung der Innenstadt. So wurde die Schulung von Mitarbeitern ermöglicht. Auch die Idee für den Blumenschmuck der Innenstadt bis hinunter zur Lechbrücke entstand in seiner „Amtszeit“. Die Landesausstellung „Bayern – Italien“ wurde von der Werbegemeinschaft dahingehend unterstützt, dass Besuchern bei Vorlage der Eintrittskarte ab einem bestimmten Umsatz das Eintrittsgeld in vielen Geschäften angerechnet wurde. Bedauerlich für ihn war aber, dass bei rund 80 000 Besuchern nur etwa 10 000 das Angebot nutzten. Möglichst viele Mitglieder hätten bei der „Füssentasche“ mitmachen sollen. Die Tasche mit Schloss Neuschwanstein und einem Füssener Motiv sollte weltweit werben.Doch leider war das Interesse, sich daran zu beteiligen, nur gering. Das positive Wir-Gefühl lässt leider nach, wenn eine Gemeinschaft sich vergrößert, bedauerte Keller. Die vielen Aktionen, die unter seiner Vorstandschaft durchgeführt wurden, lassen sich gar nicht aufzählen, doch eines ist sicher: Keller hat es immer Spaß gemacht, für Füssen etwas zu tun.

Neue Vorstandschaft

Nun ist seit knapp einem Jahr eine neue Vorstandschaft tätig, die hochmotiviert mit vielen neuen Ideen die Arbeit ihrer Vorgänger fortsetzt, berichtet der 2. Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Holger Höhne. So kam die Aktion „Kulturnacht mit Brunnenbeleuchtung“ bei toller Atmosphäre bereits gut an. genau so wie das „Sommershopping im Juli“, die über 60 Christbäume in der Innenstadt und zum ersten Mal am Morisse-Kreisel, … Viele Gäste waren positiv überrascht, was innerhalb der Altstadt so alles angeboten wird.

Der Blick in die Zukunft: Zunächst ist es ein Anliegen, die Mitgliederzahl von derzeit 100 zu erhöhen. Dazu sollten die Geschäfte der „inneren“ Kemptener Straße ebenso eingebunden werden, wie die der Luitpoldstraße. Gut angekommene Projekte sollen wiederholt werden nach dem Motto:

Füssen – eine attraktive Einkaufsstadt mit einem einzigartigen Stadtbild und Flair

Auch Bürgermeister Paul Iacob steht der Werbegemeinschaft sehr positiv gegenüber und sieht in ihr einen wichtigen Partner als Bindeglied zwischen Einzelhandel und Stadtverwaltung. Er freut sich sehr, dass das junge Vorstandsteam den Kontakt zur Verwaltung gesucht hat und ihn aufrecht hält. Dabei ist auch die Zusammenarbeit mit Füssen Tourismus und Marketing sehr wichtig.
Sehr erfreut zeigt der sich Rathauschef auch über die neue Verlosungsaktion  „Füssener Herzerl“. Sie sei richtig „toll“, denn Herz bedeutet Liebe und Freude geben. Auch die durch die Werbegemeinschaft finanzierte einheitliche Weihnachtsdekoration belebt die Stadt und lässt „Füssen weihnachtlich erleuchten“.
Iacobs Blick in die Zukunft: Die Luit-poldstraße und die innere Kemptener Straße gehören mit ihren Geschäften dazu. Sie gilt es zu stärken durch eine verkehrsberuhigte Zone. Damit werden Arbeitsplätze in diesem Bereich geschützt. Einen positiven Beitrag leiste die Stadt mit dem kostenlosen Kurzzeitparken, und das, obwohl der Stadt der Druck auf die „Semmeltaste“ viel Geld kostet.

Text · Bild (2): Winfried Gössler

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