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Neue Gesichter für die Kommunalpolitik

Engagement zeigt sich auch bei Jüngeren

Das Engagement, sich für die Kommunalpolitik einzusetzen, scheint dieses Jahr sehr groß zu sein. Viele neue Gesichter finden sich auf den Stadtratslisten in Füssen wieder. Auch in den umliegenden Gemeinden ist dieser Trend von „jüngeren Gesichtern“ zu bemerken. Eine neue Gruppierung wurde in Pfronten gegründet, während in Füssen eine alte Partei ihre Renaissance wieder feiern will. Wir sprachen mit Kristina Schäfer, Stadtratskandidaten für die Freien Wähler und Rudolf Viehweger, der sich als pateiloser Kandidat auf der Liste der Bayern Partei aufstellen ließ.

Rudolf Vieweger

Kenner der Kommunalpolitik haben erwartet, dass Sie eine eigene Gruppierung bilden würden. Was hat Sie bewogen, das nicht zu tun?
Ich wollte nicht die x-te Gruppierung in Füssen bilden und war der Meinung, dass eine bestehende Partei, bei der man parteilos kandidieren kann, uns den Einstieg in die Kommunalpolitik vereinfachen würde.

Sie haben die Bayern Partei gewählt, die einen leichten Beigeschmack von früher hat. War Ihnen das bekannt?
Ja, das war mir bekannt. Aber dieser „Beigeschmack“ ist nachweislich aus der Partei vor 20 Jahren „ausgeschieden“ worden. Wir sind nicht in die Partei eingetreten, für uns ist die Bayern Partei lediglich die Nominierungsplattform.

Sie waren regelrecht ein Kämpfer gegen das „Allgäuer Dorf“. Man versprach Ihnen Sie zu unterstützen, wenn sie sich für den Stadtrat aufstellen lassen würden. Zeitweise wurden Sie sogar als potenzieller Bürgermeisterkandidat gehandelt. Wo sind nun Ihre Unterstützer? War das nur heiße Luft?
Ja, leider. Um es mit Ihren Worten auszudrücken, es war „nur heiße Luft“. Von den Hoteliers und den Gewebetreibenden der Stadt, die letztendlich von der Verhinderung des Allgäuer Dorfes profitieren, ist auf unserer Unterstützerliste offensichtlich niemand zu bemerken.

Sie haben noch nicht viele Unterstützer-Unterschriften für den Wahlvorschlag erhalten. Wie sehen Sie die Chancen, dass Sie die 180 Stimmen doch noch bekommen?
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es ist ein schwieriges Unterfangen die Leute dazu zu bewegen ins Bürgerbüro zu gehen. Die Parkplatzsituation, Öffnungszeiten und die Befürchtung eines Outings  macht das Ganze nicht einfacher. Das finde ich sehr schade. Denn es geht nicht darum wer uns am 16. März wählt, sondern es geht darum, ob wir an der Wahl teilnehmen dürfen. Bis zum 3. Februar um 12 Uhr dürfen sich die Unterstützer auf der Liste im Bürgerbüro Füssen eintragen.

Was werden Sie tun, wenn Sie die Unterschriften nicht bekommen? Heißt es dann immer noch – Zukunft Füssen – für Sie?
Zukunft Füssen ja, aber mit dem faden Beigeschmack, dass Viele offensichtlich doch keine Veränderung wünschen.

FA_02_14_schaeferKristina Schäfer

Kristina Schäfer gilt bei den „Freien Wählern“ als der kommunalpolitische Geheimtipp. Es ist ihre Fachkompetenz, ihr enormes Wissen im Verwaltungsrecht, was die junge Frau auf dem Parkett der Kommunalpolitik so attraktiv erscheinen lässt. Als persönliche Referentin des Augsburger Landrates, weiß die 30-Jährige viel über die Abläufe in der Verwaltung. Einen guten Lehrmeister hatte sie bei der Stadt Füssen, wo sie ihre Ausbildung zur Verwaltungsangestellten machte. Neun Jahre war sie in der Verwaltung in Sontheim an der Brenz tätig und hatte die Bereiche Jugend und Soziales als ihr spezielles Tätigkeitsfeld. Seit 2012 ist sie im Landratsamt Augsburg beschäftigt und ist Verwaltungswirtin. Kristina Schäfer hat Erfahrung mit Gremienarbeit und im Verwaltungsrecht. Ihre Heimatstadt Füssen liegt ihr am Herzen. Sie will sich für den Ausbau von Füssen engagieren, weil es ein großes Potenzial hat und das nicht nur im Tourismusbereich. „Man muss das Augenmerk für Füssen auf eine Weitsichtigkeit auslegen und nicht immer kurzfristig entscheiden.“ Schäfer plädiert für die Entwicklung eines Leitfadens, der unter anderem die innere Stadtentwicklung vorsieht. „Die Umsetzung erfordert allerdings eine faire Zusammenarbeit mit Allen und eine Loyalität untereinander, damit man kreativ und mit Spaß arbeiten kann. Sicherlich wird es auch kontroverse Diskussionen geben, aber das gehört dazu, das macht die Vorhaben interessanter.“ Die Füssener Verwaltung sieht die Verwaltungswirtin als kompetent. „Eine Verwaltung hat viele Vorschriften an die man sich halten muss, deswegen ist es nicht korrekt wenn man sagt, die Verwaltung ist nicht gut. Aber es gibt ein Ermessen, und das kann und muss man vernünftig einsetzen.“ Falls sie zur Stadträtin gewählt wird, wird sie zu jeder Stadtratssitzung von Augsburg nach Füssen fahren.

Text · Bild: Sabina Riegger

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