Kolumne

Oh du Fröhliche!

Ach, übrigens …

Überall glitzert und funkelt es, alles was man irgendwie beleuchten kann, wird mit Lichterketten umwickelt, Engelchen und Elche lächeln einen barmherzig aus den Einkaufsregalen an, Lebkuchen, Nikoläuse und Christstollen stehen ja sowieso schon längst bereit und der Geruch von Glühwein, Zimt und Anis schwappt einem auch schon entgegen. Was bedeutet das wohl? Richtig! Der Wahnsinn beginnt, Weihnachten rückt in greifbare Nähe!

Und das ist doch großartig! Endlich. Die schönste Zeit des Jahres kann also beginnen. Nur blöd, dass der „Novemberblues“ noch immer sein Unwesen treibt und vielen auch noch ziemlich tief in den Knochen steckt, aber Axl Rose wusste doch schon „Cause nothin´ lasts forever, even cold november rain“. Ich habe einen regelrechten Weihnachts-Spleen und obwohl ich dem „Novemberblues“ leider auch nie ganz entkomme, mich die Müdigkeit, die Dunkelheit und das Wetter ziemlich packt, befinde ich mich aber pünktlich zum ersten Dezember schon wieder im Rausch der Gefühle, dem Weihnachtsrausch. Immer mit dem Ziel vor Augen: 24., 25., 26. Dezember! Volles Programm!

Aber „Novemberblues“ hin oder her, da gibt es wirklich auch Solche, die aus dem Strudel, dem Sumpf der Anti-Weihnachtsenergie gar nicht erst entkommen wollen und sich regelrecht darin suhlen. Ich nenne sie Weihnachtsmuffel. Begegnet man dann so Jemandem, fühlt man sich automatisch wie eine Verfechterin der Weihnachtszeit, die Vertretung des Christkinds persönlich. Als müsste man den hellen, glänzenden Schein vor Deren dunklem Karma unbedingt abschotten. Themen wie Schnee- Sprühbilder an den Fenstern, Baumschmuck oder Adventskalender sind tabu. Frägt man einen Muffel: „Na, welche Plätzchen gibt’s denn bei Euch dieses Jahr?“ Dann hört man sowas wie: „Halt die vom Bäcker!?“

Weihnachtsmuffel wollen einfach ihre Ruhe. Keine Deko. Kein selbstgemachter Christstollen. Keine Beleuchtung. Nix. Gut, außer vielleicht Glühwein, die 500g Plätzchen-Schale vom Bäcker und die Geschenke zu Weihnachten, aber sonst ist da nicht viel los, gerade im November nicht. Da scheint Weihnachten sowieso noch Lichtjahre entfernt. Wen interessieren da also schon Weihnachtsthemen oder gar Vorbereitungen? Dafür bleibt doch noch genug Zeit.

Tja, die Aufschieberitis ist eine Volkskrankheit und bricht gerade zu Weihnachten epidemisch aus und führt dann meistens zu einer Kette der Geschehnisse:

20. Dezember:
Glühwein? Check. Plätzchen und Stollen? Check. Drei Kilo mehr auf der Waage? Check. Adventskranz? Braucht´s jetzt auch nicht mehr. Baum? Wird es schon noch paar geben. Geschenke? Mist…

In diesem Sinne, frohes Fest!

Herzlichst, V. Ademi

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