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Manfred Sailer bekommt die Ulrichsmedaille verliehen

Eine besondere Auszeichnung für bemerkenswertes Engagement

Im Bistum Augsburg wurde dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Manfred Sailer am vergangenen Sonntag die Ulrichsmedaille verliehen, eine eher seltene Auszeichnung, die man sich durch herausragendes, ehrenamtliches Engagement in einer kirchlichen Institution verdienen muss.

Sein Weg führte ihn jedoch nicht direkt zu dieser ehrenamtlichen Tätigkeit, zunächst war er ein einfacher Postbeamter, welcher sich in Füssen sehr wohl fühlte und fast jeden Sonntag zur Kirche ging. Allerdings sollte sich das rasch ändern, als er 1980 zum Vorsitzenden der Kolpingfamilie Füssen e.V. gewählt wurde. Dieser internationale, katholische Sozialverband wurde vor allem durch den damaligen Präses, Pfarrer Erich Renz, unterstützt, welcher dann auch 1990 die ausschlaggebende Motivation für den tatkräftigen Füssener war, dem örtlichen Pfarrgemeinderat beizutreten.

Dort engagiert er sich nun schon seit 28 Jahren mit voller Begeisterung für die Pfarrgemeinde, unterstützt den Füssener Pfarrer Frank Deuring, organisiert und plant Veranstaltungen und hält Reden. Eine noch größere Verantwortung wurde dem Organisationstalent allerdings 2002 zugeteilt, als man ihn im März unter Pfarrer Karlheinz Knebel zum Vorsitzenden der zusammengeführten Pfarreiengemeinschaft „Sankt Mang“ und „Zu den Acht Seligkeiten“ wählte. Jedoch ist dies nur ein Teil der Arbeit, die der Allgäuer bewältigt: Er ist nicht nur Vorsitzender des Pfarrgemeinderates und dadurch auch automatisch im Seelsorgeteam, sondern auch bis heute Vorsitzender der Kolpingfamilie Füssen e.V. und seit acht Jahren Vorsitzender des Dekanatsrates im katholischen fusionierten Dekanat Marktoberdorf.

Was nun für Außenstehende nach einer großen Last ohne Gegenleistung klingt, ist für Manfred Sailer eine Selbstverständlichkeit. Für andere da zu sein, ohne einen materiellen Lohn zu erwarten, ist für ihn ein Geschenk. Noch dazu fällt ihm die Arbeit, auf Grund der liebevollen Unterstützung seiner Tochter, welche selbst im Pfarrgemeinderat tätig ist, seiner Frau und seinen gleichgesinnten Freunden und Bekannten des Ehrenamtes viel leichter. Teamarbeit, Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen sind für den Würdenträger nicht mehr wegzudenken, da sie ihn, genau wie die Taufen seiner Töchter, nach der Zeit seiner Ausbildung wieder näher zum Glauben geführt und ihn noch fester an den Glauben gebunden haben.

Als verdiente Anerkennung für diese soziale Art und sein besonderes Engagement wurde ihm nun am 13. Oktober 2013 in der Diözese Augburg durch Bischof Konrad Zdarsa eine ganz besondere Auszeichnung, die Ulrichsmedaille verliehen. Dafür vorgeschlagen wurde Manfred Sailer von Pfarrer Deuring, selbst erfuhr er es allerdings erst durch eine schriftliche Einladung des Bischofs aus Augsburg. Seine Reaktion auf die Einladung war eine Mischung aus Erstaunen und Freude über die Wertschätzung seiner Arbeit, wobei letzteres natürlich überwog.
In die Zukunft blickend kann jetzt schon gesagt werden, dass Manfred Sailer mit seiner Arbeit noch lange nicht aufhören wird. Er wird weiterhin versuchen, mit seiner, der Kirche treuen, jedoch nicht unterworfenen, selbstbewussten Art revolutionäre, moderne Ideen in die Kirchengemeinde einzubringen, sich für das Wohl der Gemeinde einzusetzen und somit auch seine Wertschätzung und Faszination für Papst Franziskus zum Ausdruck bringen, welcher ihn vor allem durch seine moderne, bescheidene Art dazu motiviert, sich für die Dinge einzusetzen, die man für richtig hält. Dadurch wird der aufgeschlossene 66-jährige auch in der Zukunft nach dem Motto „Man ist nicht dazu verpflichtet, alles zu machen. Man muss nur alles so gut machen, wie man es nach bestem Gewissen selbst schaffen kann“,  das Christentum leben und dadurch vielen anderen Menschen ein Vorbild sein.

Text: Jessica Schwarz · Bild: Anette Zoepf

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