Essen & TrinkenLeben

Nachhaltigkeit in der Lebensmittel-Branche

Slow Food Bewegung – Bewusst genießen

Slow Food ist eine weltweite Vereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kultur des Essens und Trinkens zurück in das Bewusstsein der Konsumenten zu holen. Der Begriff des Slow Food wurde von der gleichnamigen Organisation als Synonym für genussvolles, bewusstes und regionales Essen geprägt und bezeichnet eine Gegenbewegung zum globalisierten Fast Food. Die ursprünglich aus Italien stammende Bewegung bemüht sich um die Erhaltung der regionalen Küche mit heimischen pflanzlichen und tierischen Produkten und deren lokale Produktion. Im Mittelpunkt stehen Produkte mit authentischem Charakter, die auf traditionelle oder ursprüngliche Weise hergestellt werden.

Auch im Restaurant „Alpenrose am See“ in Hohenschwangau hat die neue Ess-Kultur längst Einzug gehalten. „60 Prozent unserer Speisekarte bestehen aus nachhaltig produzierten Produkten“, so Küchenchef Alexander Zimmermann. „Ich finde das wichtig, es ist meine Art zu kochen. Slow Food fördert eine verantwortliche Landwirtschaft und Fischerei, eine artgerechte Viehzucht, das traditionelle Lebensmittelhandwerk und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt.“ Der Spitzenkoch unterstützt die Slow Food-Bewegung jedoch nicht nur in seiner eigenen Küche, auch das Münchener Start-Up „TastyBox“ hat es ihm besonders angetan.

Hinter der „TastyBox“ steht das Unternehmen foodieSquare. Die Jungunternehmer Sammy Gebele und Guerson Meyer sind echte Enthusiasten und die Speerspitze einer neuen, jungen Konsumbewegung. Monate der Manufakturrecherche hatten die Beiden hinter sich, bevor sie im Sommer 2011 am Viktualienmarkt ihr Unternehmen gründeten. Bei foodieSquare entwickeln die beiden Lebensmittel-Retter Überraschungspakete, die den Kunden auf Bestellung nach Hause geliefert werden. Der Inhalt der Pakete besteht aus handgemachten Waren von kleinen Manufakturen inklusive laminiertem Rezept zum Selberkochen für bis zu acht Personen. Zusätzlich gibt es einen Informationsflyer, der die Herkunft der Lebensmittel beschreibt. Die Boxen gibt es ausschließlich in einer begrenzten Anzahl, da die Produzenten kleine Manufakturen sind, welche nur geringe Stückzahlen ihrer Erzeugnisse produzieren können. So gibt es etwa Fleisch vom Wollschwein, Bayerisches Angus-Rind, Pferdefleisch vom Haflinger Hof oder Käsespezialitäten von kleinen Sennereien. Bei foodieSquare achtet man vor allem darauf, dass die Produkte nachhaltig und sauber hergestellt werden und den allgemeinen Slow Food-Richtlinien entsprechen. Bei Fleisch sind beispielsweise eine stressfreie Schlachtung und eine Fütterung der Tiere ohne Antibiotikabeimischung im Futter besonders wichtig. Die Gourmet-Boxen werden saisonal zusammengestellt und sollen zum Lernen anregen, denn viele, fast schon vergessene, nicht industrialisierte Lebensmittel sind in den Supermärkten heutzutage nicht mehr zu bekommen. „Jeder will gute Qualität zum kleinen Preis“, erklärt Alexander Zimmermann, der seine Produkte unter anderem auch über foodieSquare bezieht. „Die Lebensmittel-Produzenten stehen wie viele andere Branchen unter hohem Kostendruck. Ich weiß, wie viel ein Stück Fleisch in der Produktion kostet und bin erstaunt darüber, wie viele Supermärkte es dennoch schaffen, die Produkte so günstig anzubieten. Denn sie sind eigentlich viel mehr wert. Vieles wird teuer importiert, aber ich muss kein Fleisch aus Neuseeland kaufen, nur weil es am Ende drei Euro weniger kostet. Denn wir haben alles hier, was wir brauchen. Es muss nur genutzt und wieder geschätzt werden. Vielen Konsumenten fehlt mittlerweile der Sinn für das, was Essen bedeuten kann. Nämlich nicht nur satt, sondern auch glücklich zu machen. Man schmeckt einfach, was in den Produkten steckt, die nicht industrialisiert worden sind. Sie haben ihren ganz eigenen Charakter.“

Alexander Zimmermann ist über die Sennerei Lehern auf das Münchener Start-Up gekommen. Inzwischen hat er bereits selbst drei Boxen für die Firma entwickelt. Aktuell steht dort ein von ihm erdachtes 3-Gänge-Sommermenü zum Verkauf. Die Produkte, die dem Kunden besonders geschmeckt haben, kann er später auch über die Website www.tastybox.de nachbestellen. Und wer mehr von Alexander Zimmermanns Slow Food-Küche probieren möchte, kann sich vor Ort in der „Alpenrose am See“ in Hohenschwangau von der Geschmacksqualität und der Bandbreite der exklusiven Delikatessen überzeugen.

 

Text · Bilder: Sven Köhler

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