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Schloss zu Hopferau führt eigene Biermarken ein

Exklusives Schlossbier

Das über 500 Jahre alte Schloss zu Hopferau hat eine sehr bewegte Vergangenheit vorzuweisen. Die Hopfer-Au war einst im Besitz der Herren von Hohenegg zu Vils. Diese traten die Hopfer-Au 1385 an die Herren von Freyberg ab. Die Herren von Freyberg teilten zweimal ihre Ritter-Herrschaft. Die Herrschaft Hopferau entsteht bei der zweiten Teilung 1467. Nach der Teilung zwischen Wilhelm und Sigmund von Freyberg-Eisenberg entstand 1468/1469 das Schloss Hopferau, auf dem die von Ritter Sigmund begründete Nebenlinie der Freyberg-Eisenberg zu Hopferau saß. Das Schloss zu Hopferau ist somit das älteste Ritterschloss des Ostallgäus. Ritter Sigmund von Freyberg-Eisenberg zu Hopferau muss eine bedeutende Persönlichkeit gewesen sein, denn er war bei allen wichtigen und pompösen Hochzeiten eingeladen. Das Schloss selbst erwarb sich auf Grund seines Komforts sehr schnell einen hervorragenden Ruf als Haus der Gastlichkeit und Behaglichkeit. Neben Rittern, Fürsten und anderen Adeligen beherbergte es wohl nach der Überlieferung auch einige namhafte Persönlichkeiten.

Auf Grund der hohen Besucherfrequenz dieser prominenten Personen, wurde das Schloss zu Hopferau seit Mitte des 16. Jahrhunderts mehr und mehr zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt des Allgäus. Auch nach dem zweiten Weltkrieg konnte das Schloss bedeutende Geschichte schreiben, als Konrad Zuse in Hopferau Zuflucht suchte und im Keller des Mehllagers der damaligen Bäckerei den Z4, den ersten elektromechanischen Rechner, baute und in Betrieb nahm.

Seit 2011 gehört das Schloss zur BERA GmbH, mit Sitz in Schwäbisch Hall, nachdem 2005 unter der Leitung von Georg Kirchgäßner das Haus mit Gastronomie, Hotel und Events wiederbelebt wurde. Dazu gibt es eine kleine Anekdote: Als Bernd H. Rath, der Geschäftsführer und Inhaber der BERA GmbH, sechs Jahre alt war, sagte er nach einem Besuch von Neuschwanstein zu seiner Mutter: „So ein Schloss kaufe ich mir auch einmal.“ Stück für Stück wurde das Hotel unter Bernd H. Rath zu einem modernen Tagungs- und Gesundheitszentrum umgebaut. Im Schloss finden aber nach wie vor Kulturveranstaltungen, Hochzeiten und Familienfeiern statt. Die beiden Restaurants laden Gäste aus Nah und Fern zum genussvollen Verweilen ein. Vor allem im Sommer können die Besucher des Schlosses einen der schönsten Biergärten des Allgäus erleben. Er liegt versteckt, abseits der Hauptstraße zwischen Schlossrestaurant und Schloss- park, an drei Seiten umringt von Schlossmauern.

Ob rustikal und gemütlich in der Burgwache, zünftig regional in der Schlossküche oder gehoben international im Schlossrestaurant – die Schloss-Gastronomie bietet immer etwas Neues. Ganz aktuell im Angebot sind die vier schlosseigenen Biersorten. Benannt wurden sie nach den großen Personen in der Historie des Schlosses. So wurde zu Ehren des Erbauers das „Ritter Sigmund Bier“ kreiert, ein halb-dunkles Bier, welches nicht zu herb aber würzig im Geschmack ist. Des Weiteren findet der Gast im „Z 4“ in Anlehnung an den ersten Computer der Welt, sowohl ein helles (graues Etikett) als auch ein dunkles Weizen im Angebot. Abgerundet wird das Vierer-Pack durch das „Rathspils“, welches es nur im Sommer geben wird und das angelehnt ist an den derzeitigen Besitzer Bernd H. Rath. Dieser ist auf dem Etikett des Bieres mit seinem Konterfei verewigt. „Drei Monate haben wir gebraucht, um die Etiketten für unsere Biersorten zu entwerfen“, berichtet Anja Twardy, Marketing-Assistentin des Schlosses. „Aber die Mühen haben sich gelohnt. Das Bier wird von unseren Gästen sehr gut angenommen. Auch auf einer Biermesse, auf der wir das Bier das erste Mal der Öffentlichkeit präsentierten, wurde es uns förmlich aus den Händen gerissen.“ Hauslieferant des Schlosses ist die Brauerei Kössel aus Eisenberg. Dort werden die Etiketten noch von Hand auf die Flaschen geklebt. Die Flaschen selbst sind, passend zum Ambiente, nicht mit einem herkömmlichen Kronkorken, sondern mit einem Korkverschluss versehen. Übernachtungsgäste können das Bier auch im praktischen Vierer-Pack als Erinnerung mit nach Hause nehmen. „Die Zeiten haben sich geändert. Vor allem die kleinen Brauereien erfinden immer neue Produkte. Bier kann mittlerweile sogar als Aperitif gereicht werden“, erläutert Georg Kirchgäßner, der Hoteldirektor des Schlosses, die Einführung der Bierspezialitäten. „Im Rahmen dieser Entwicklung wollten wir unseren Gästen eine weitere Besonderheit bieten und nahmen diese Biersorten in unser Angebot auf. Außerdem planen wir im Sommer neben der Ausbildung zum Weinsommelière auch eine Ausbildung zum Biersommelière anzubieten, wodurch wir dann unseren Gästen eine umfangreiche Beratung zu unserem Wein- und Biersortiment anbieten können.“ Im Sommer wird im Biergarten auch eine fahrbare Zapfanlage stehen, bei der die Gäste dann das Schlossbier vom Fass genießen können.

Text · Bilder: Sven Köhler

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