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„Es wurde schon alles fotografiert – nur nicht von mir“

Fotografie aus Lust und Leidenschaft

Kreativität hat Valdy Vogel immer schon gehabt, auch wenn sie zuerst einmal einen Beruf ausübte, der nicht ganz ihren Vorstellungen entsprach. „Ich wollte gestalten, aus etwas Simplen etwas Besonderes machen“, erzählt sie lachend. Dass man mit Lebensmitteln auch sehr kreativ sein kann, wusste sie. „Wahrscheinlich fiel es mir deswegen nicht so schwer Köchin zu lernen. Es hat mir tatsächlich auch gefallen. Kochen kann man durchaus als Kunst betrachten“, meint sie ernst. Kochen wurde also ihr Beruf während sie ihrem Hobby, dem Fotografieren, täglich nachging. Erst durch einen Unfall veränderte sich vieles in ihrem Leben. Acht Stunden lang stehen ging wegen ihrem kranken Knie nicht mehr. Valdy Vogel schulte um. Im Juli macht sie nun ihre Prüfung zur Mediengestalterin.

„Alle rieten mir davon ab, Fotografin oder Mediengestalterin zu werden. Abgesehen davon gab es zu meiner Zeit noch nicht dieses Berufsbild. Heute bin ich froh, dass ich das nun machen kann, auch wenn es in meiner zweiten Lebenshälfte ist.“ Ihre Bilder sind der Augenblick einer Momentaufnahme des Lebens: lebendig, still, fröhlich, nachdenklich, erhaben, … „Für mich ist Fotografieren einfach mein Leben“, so die 43-Jährige. Sie sieht das, was andere nicht sehen. Ihre Ausflüge in die Natur dauern lange, „manchmal zu lange“, schmunzelt sie. „Gerade wenn ich spazieren gehe, entdecke ich dann so viel. Einen Käfer unter einem Makro zu sehen ist einfach faszinierend. Für mich persönlich eröffnet sich da eine ganz andere Welt. Wenn man sich die Natur so richtig anschaut, dann geht viel Zeit verloren.“

Vor der Königsdisziplin des Portraitierens hat sie noch viel Respekt, obwohl ihre Aufnahmen lebendig sind und auf einer ganz bestimmten Art und Weise sogar kunstvoll sind. „Jeder Fotograf fängt zuerst an, Blumen zu fotografieren. Menschen fotografiert man erst am Schluss. Meiner Meinung nach ist das nämlich eine Kunst. Partybilder kann jeder fotografieren. Aber die eigentliche Mimik eines Gesichts herauszubekommen, ist einfach schwierig, man muss auf Licht und Schatten achten. Da habe ich vor Jedem Respekt, der das kann.“

In ihrer Wohnung in Pfronten hat sie vor zwei Jahren ein kleines, mobiles Studio aufgebaut. Ihre Freunde sind ihre „Versuchsobjekte“ – so wie ihre Freundin Steffi, mit der sie schon viele Aufnahmen machen konnte. „Ich lerne noch, experimentiere mit Licht und Schatten“, erzählt sie fast schüchtern. Wie ihr berufliches Leben nach der Ausbildung aussehen wird, weiß Valdy Vogel nicht wirklich. „Ich denke, ich werde mich selbstständig machen und hoffe, dass ich die Menschen mit meiner Arbeit begeistern kann. Ich nehme gerne jetzt schon Termine für Fotografieren oder Gestalten an. Ich freue mich über jeden Anruf.“ Einen Namen für ihr Kreativstudio hat sie schon: Es heißt Blickwinkel.

Termine unter:  01 70 / 40 17 84 0
www.blickwinkel.repage.de
Text Sabina Riegger

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