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„Gschpürig war ich schon immer“

Das Talent der Feinfühligkeit

Bereits in früher Jugend merkte Claudia Lang, dass sie ein besonderes Gefühl in sich trägt. Als sie ungefähr zwölf Jahre alt war, sah sie sich eines Morgens für einen kurzen Moment im Krankenhaus liegen und just an diesem Tag brach sie sich das Bein. „Eine gewisse Sensibilität für bestimmte Dinge, wie z.B. laute und schnelle Musik habe ich schon immer mit Unwohlsein als Reaktion meines Körpers verspürt. Seit Jahren konzentriere ich mich nur auf mein inneres Gespür und folge diesem Weg konsequent. Auch wenn ich dadurch so manche Tür schließen muss, sehe ich, dass sich wiederum andere Türen für mich öffnen. Manchmal ist das schmerzhaft, aber im Endeffekt macht es mich ausgeglichen und zufrieden .Mit dem Alter, merke ich,  nimmt die Feinfühligkeit auch noch zu,“ so die heute 60-Jährige. 

Stationen

Claudia Langs Berufung war schon immer das Theater. Als Autorin von Theaterstücken, als Regisseurin und als Schauspielerin hat sie ihre Berufung gefunden. Vor allem historische Begebenheiten und deren Hintergründe stehen im Mittelpunkt von Claudia Langs Theaterstücken. „Für mich ist es spannend, hinter die Kulissen von tatsächlich passierten historischen Geschichten und deren Akteuren zu blicken. Mein Wissen um die Schauspielerei und die Regie gebe ich heute in Workshops an Laiendarsteller und interessierte Personen weiter“, sagt die erfahrene Theaterfrau stolz. Auch wenn sie nächstes Jahr in Pension geht, will Claudia Lang ihrer Berufung nicht den Rücken kehren, sondern lediglich ein wenig kürzer treten. „Das Schöne an der kommenden Zeit ist, dass ich nun nicht mehr unter dem Druck stehe Aufträge bekommen zu müssen. In Zukunft werde ich warten, was auf mich zukommt und das machen, wobei ich eine gewisse Erfüllung finde.

Mythologie

Einen besonderen Platz in ihrem Leben gibt Claudia Lang der Mythologie. Die Sagen und Mythen rund um das Leben der Kelten faszinieren die nachdenkliche  Künstlerin am meisten. „Spannend ist für mich, dass das heidnische Volk der Kelten Rituale und Traditionen hatte, die den heutigen Religionen angelehnt sind, aber völlig anders zelebriert wurden. Die Idee hinter einem Feiertag ist jedoch dieselbe“, erklärt Claudia Lang. Konkret arbeitet sie an einer Veranstaltung für den 21. Dezember 2012, welches am Gutshof zum Schluxen stattfinden wird, unter dem Motto „Sinneswandel“. Dieser Tag ist der Sonnwendtag, ab dem die Sonne wieder länger scheint. „Dass die Kelten ohne wissenschaftliche Mittel, sondern nur durch genaue Beobachtung der Jahreszeiten dieses Datum als Wendetag feststellen konnten, beeindruckt mich. Ich plane mit ein paar anderen Künstlern zusammen ein gemütliches und feines Wintersonnwendfest mit Geschichten, einem Räucherritual und einem Scheibenplatz. Musikalisch werden wir von einem Didgeridoo und einem Hang begleitet“, erzählt Claudia Lang begeistert. Die Gemeinschaft, welche sich bei solchen Veranstaltungen bildet, schätzt Claudia Lang sehr. Wenn Menschen sich auf eine unkomplizierte Art und Weise treffen, deren Interessen sich – wenn auch nur zum Teil – decken, kommt oft eine spontane Energie auf, die den Veranstaltungen Charakter geben. „Dass ich ein Talent habe, den Menschen etwas zu geben, dafür bin ich dankbar. Für mich liegt die einzige Sünde, die ein Mensch begehen kann darin, dass er seine Talente nicht nutzt.“


 

Text:  Stephanie Derday
Bild: Lisa Buchmüller

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