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5-jähriges Bestehen des Hospizvereins südliches Ostallgäu

Füssen.    Vor 5 Jahren, am 18.September 2007, wurde in Füssen ein Verein ins Leben gerufen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat kranke, schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten. Dieser Verein trägt den Namen, „Hospiz südliches Ostallgäu“. Ein Verein, bestehend aus 24 aktiven ehrenamtlichen Sterbebegleitern und 190 Mitgliedern, welche zuständig sind für den gesamten Altlandkreis Füssen.

Das Wort Hospiz ist abgeleitet von dem lateinischen Wort „hospitum“ und bedeutet übersetzt „Herberge“ und genau das wollen die Vorsitzende Brigitte Engelhard-Lechner und ihre Helfer den Menschen bieten. Sie wollen Wegbegleiter sein und alles dafür tun, damit dem Menschen bis zuletzt eine möglichst hohe Lebensqualität erhalten bleibt. Dies beinhaltet die liebevolle Begleitung der Menschen, die Achtung der individuellen Probleme bis hin zu Gesprächen mit den Hinterbliebenen.

Schon bei der Gründungsversammlung stieß das Projekt auf großen Anklang. Die rund 80 Anwesenden waren der Beweis dafür, dass ein solcher Verein notwendig war. Nicht nur Brigitte Engelhard-Lechner sieht ihre ehrenamtliche Arbeit als eine Bereicherung an. „Man wird mit der Zeit demütiger und beginnt, das Dasein des Lebens zu begreifen“, erklärt sie. Die Hospizbegleiter empfinden die Arbeit nicht etwa als Belastung, viel mehr betrachten sie es als eine dankbare Aufgabe, mit ihnen diesen schweren, eigentlich letzten Lebensweg zu gehen. „Es ist keine Selbstverständlichkeit solch eine intensive Nähe zu bekommen.
Es ist unendlich bereichernd und ein Geschenk“, so die Vorsitzende des Vereines. Nicht jeder  hat die Stärke und Kraft, um mit einer derartigen Situation umzugehen.

Hospizbegleiter ist nicht jedermanns Sache, es bedarf viel mehr als nur Schulungen, es braucht vor allem innere Stärke, Mitgefühl und nicht zuletzt Liebe am Menschen.
Etwa ein Jahr lang dauert die Ausbildung, die aufgeteilt ist in Theorie und ein stationäres, sowie ein ambulantes Praktikum. Es sind Menschen, die aus unterschiedlichen Berufsschichten kommen und die die Ausbildung als Bereicherung zu ihrem normalen Beruf sehen. „Es gibt unterschiedliche Gründe, warum man Hospizbegleiter wird. Zum einen sind es persönliche Schicksale, zum anderen ist es die Konfrontation mit der Einsamkeit mancher Menschen, die den Weg allein gehen mussten“, erzählt Brigitte Engelhard-Lechner, die früher Technische Zeichnerin war.

An der Betreuung muslimischer Mitbürger spiegelt sich wieder, dass die Herkunft, Religion und politische Weltanschauung keine Bedeutung für die Arbeit eines Hospizbegleiters hat. „Das darf auch nicht sein, ein Mensch ist ein Mensch und die Würde des Menschen am Ende seines Lebens steht im Mittelpunkt unseres Bemühens.“

Hospizbegleiter sind eine Art Psychologen, denen man sich anvertraut. „Doch dass ist nur möglich  wenn Vertrauen da ist. Wir bekommen sehr viel mit: Sorgen, Ängste und auch Hoffnung, die ein wichtiger Bestandteil im Leben eines Menschen ist.“ Diese Hoffnung ist sehr wichtig, da sie dem Menschen noch die guten Seiten am Leben erkennen und schätzen lässt.

Ist eine Person einmal gestorben, ist es auch für den Ehrenamtlichen wichtig, sich eine Auszeit zu nehmen um den Tod persönlich zu verarbeiten. Sich diese Zeit zu nehmen ist notwendig um wieder Kraft zu tanken, die man benötigt, damit man sich neuen Herausforderung stellen kann, „denn wer den Tod eines Menschen begleitet hat, kehrt nicht mehr als der Selbe ins Leben zurück.“

Text: Thomas Linder · Bild: Julia Schubert

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