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Vortrag von Demenz bekommt großen Zuspruch im St. Michael

Wenn Vergessen zur Krankheit wird

Füssen.    Der Fachvortrag mit anschließender Podiumsdiskussion: „Diagnose Demenz – wenn Vergessen zur Krankheit wird“, eingeladen hatte Sandra Hefter von der  Stadtteilarbeit Füssen-West, füllte den Vortragssaal im Seniorenheim St. Michael bis auf den letzten Platz. Vielleicht auch deshalb, weil jeder auch im eigenen Umfeld von heute auf morgen sehr schnell damit konfrontiert werden kann.

Stephan Vogt, Leiter der Memminger Demenzhilfe, versuchte einleitend erste Einblicke in das Krankheitsbild zu vermitteln, betonte jedoch auch, dass es dagegen bis zum heutigen Tag keine wirksame, medizinische Therapie gebe. Wichtig ist, auf die ersten Anzeichen wie Störungen des Denkvermögens, Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit oder Verlust der Sprache schnell und richtig zu reagieren.

Da Demenzkranke selbst oft nicht mehr in der Lage sind, ihren Alltag selbst zu gestalten, sollte man sie bei allem unterstützen, was sie noch selber können und vor allem gerne tun. Auch wenn die Erkrankten mehr Zeit für noch so einfache Aufgaben brauchen, sind Stress und Hektik auf alle Fälle zu vermeiden, das führt nur zu Überforderungen. Das Einbeziehen verschiedener Sinne wie Fühlen, Riechen oder Schmecken dient zum besseren Verständnis von alltäglichen Vorgängen bei den Demenzpatienten, Fehlerhinweise bei ihren Handlungen kränken und verletzten hingegen sehr.
Als Auslöser für die „Demenzerkrankung“ kommen mehrere Dutzend Ursachen in Frage, den höchsten Anteil an Demenzerkrankungen hat mit 60 bis 70 Prozent die Alzheimer Krankheit.  Eine exakte Diagnose zu stellen ist auch für Ärzte   äußerst schwierig, besonders hilfreich können hierbei Wahrnehmungen aus dem Umfeld erkrankter Personen sein.

Ausgebildete und kompetente Fachkräfte sowie persönlich Betroffene, die ihre Angehörigen betreuen, standen in der anschließenden Podiumsdiskussion den Besuchern Rede und Antwort. Dabei standen Fragen nach möglichen Hilfestellungen, nach geeigneten Medikamenten, Fragen zur Diagnostik, Befürchtungen, auch ja nichts falsch zu machen aber auch, wo und wie geeignete Informationen zu erhalten sind im Vordergrund. Die Besucher erhielten Merkblätter vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) mit Tipps zum verstehenden Umgang und zum gemeinsamen Tun mit Demenzkranken. Ebenso Broschüren von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft mit wertvollen Tipps und Hinweisen.

Natürlich konnte in der Kürze der Zeit nicht alles umfassend angesprochen werden, deshalb wurden die Besucher gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, der von fünf Studentinnen des Studiengangs Sozialwirtschaft der Hochschule Kempten, die auch diesen Vortragsabend mit vorbereitet hatten, ausgewertet werden wird.

Die hoffentlich zahlreichen Anregungen und Vorschläge daraus könnten die Grundlage bilden für künftige, weitere  Aktionen wie Workshops oder Schulungen zu diesem hochaktuellen Themenkreis, wie Sandra Hefter von der  Stadtteilarbeit Füssen-West abschließend betonte.

Text · Bild: Manfred Sailer

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