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reingeschaut – Architektur & Wohnen

Zu Gast bei Familie Pihusch und Linder in Roßhaupten

Wer  auf der B16 entlang fährt hat sicherlich schon das Fischhaus mit seiner Kapelle gesehen. Ein schönes Anwesen, abseits gelegen und markant in seinem Baustil. Das Haus und die Kapelle sind mit einer Brücke verbunden. Seit fast 100 Jahren gehört das Haus der Familie Linder. Auf etwa 300 Quadratmeter Wohnfläche teilen sich Thomas und Simone Pihusch, geborene Linder, mit ihren beiden Kindern das Haus mit den Eltern. Jeder hat hier seinen eigenen Bereich. Schon die Haustüre macht neugierig, wie es wohl im Inneren des Hauses aussieht. Der große Gang erinnert an Gutshäuser. Links und rechts davon Türen, die in die jeweiligen Räume führen. Sehr schön die bemalten Türen mit den Sichtfenstern oberhalb des Türstocks. Der große Bauernschrank im Flur reicht fast bis an die Decke. Ein schöner Blickfang ist die Treppe, die in das obere Stockwerk zu Thomas und Simone Pihusch führt.

Ein „großherziges“ Haus

Auch im oberen Stockwerk dominiert der Flur. Ein Blickfang sind die Flügelholztüren,  die vorher weiß lackiert waren und die Treppen, die mit einem Geländer umgeben sind. „Oft werden wir gefragt, ob die Treppen im Nachhinein gebaut wurden. Es war aber immer schon so“, erzählt Simone Pihusch, die in dem Haus aufgewachsen ist. Die junge Familie hat den angenehmen, modernen Wohnstil mit dem traditionellen  elegant kombiniert. Warme Farben in der Küche mit modernen luftigen Stoffen, Accessoires und viel Holz lassen den Raum gemütlich wirken. Von der Eckbank aus hat man einen schönen Blick auf den Garten und die Natur. Vom Flur aus wird der Kachelofen befeuert, der seine wohlige Wärme nicht nur in den Flur ausstrahlt, sondern auch in die Küche und das Wohnzimmer. Simone Pihusch zeigt mir den Raum, von dem aus ein Steg zur Kapelle führt. Es ist ein enger, kurzer Gang. Von hier aus gelangten früher die Kirchenmänner in die Wohnräume über dem Kirchenschiff.

Die Geschichte des Hauses

Zum ersten Mal erwähnt wurden ein Fischhaus und ein Fischweiher bei Roßhaupten im Jahre 1450. Bischof Peter von Schaumburg ließ hier auf einer kleinen Insel des Fischweihers ein Fischhaus bauen, das man das “Wasserhaus am Weyer” nannte. Es wurde künftig der Wohnsitz des fürstbischöflichen Fischmeisters, der von hier rund 25 Fischweiher in der näheren und weiteren Umgebung verwaltete. Das Anwesen wurde 1802 säkularisiert. Um 1840 wurde es von Medizinalrat Dr. Bernhard Geiss aufgekauft. Er ließ den Weiher ablaufen und die Fischzucht durch Landwirtschaft ersetzen. 1914 ging das Anwesen in den Besitz der Familie Linder über. Ökonomierat Clement Linder, einst Hirtenjunge im benachbarten Freßlesreute, baute hier die wohl bedeutendste private Kaltblutzucht im süddeutschen Raum auf. Mit der Motorisierung nach dem 2. Weltkrieg ging man zur Milchviehwirtschaft über. Alois Linder, der Enkel des Ökonomierats, betrieb hier mit seiner Frau Erna Landwirtschaft bis 1999. Mittlerweile ist das Anwesen und auch die Kapelle im Besitz der Familie Simone, geborene Linder und Thomas Pihusch.

Text · Bilder: Sabina Riegger

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