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Andrea Weger – eine West-Steiermärkerin im Lechtal

Die Marketingfachfrau der Freilichtbühne Elbigenalp

Elbigenalp.     Auf der Bühne stehen und vor Publikum spielen ist für Andrea Weger unvorstellbar. „Ich wäre viel zu viel nervös, wenn ich auf der Bühne stünde. Früher habe ich Klarinette gespielt, ich war fast 20 Jahre bei der Bacher Musikkapelle dabei, da bin ich schier gestorben, wenn ich ein Solo hatte“, sagt sie lachend. Andrea Weger arbeitet lieber im Hintergrund mit. Sie ist die Frau, die die Freilichtbühne Elbigenalp vermarktet, an der Abendkasse sitzt und in der Pause Getränke und Essen verkauft. „Das mache ich ja nicht alleine. Wir sind ein gutes Team und es macht Spaß zusammen zu arbeiten“, erzählt die 47-Jährige.

Bei den Premieren der Stücke sind nicht nur die Schauspieler aufgeregt. „Auch wir haben Lampenfieber. Es ist ein komisches Bauchgefühl. Aber das ist gut so. Wenn man mal keine Aufregung verspürt, dann stimmt etwas nicht. So eine Premiere ist immer etwas ganz Besonderes“, beschreibt sie die Situation. 1989 kam Andrea Weger aus der Weststeiermark, aus Maria Lankowitz, ins Lechtal. Ihr Heimatort ist der zweitgrößte Wallfahrtsort Österreichs, eine traditionelle Gemeinde mit festen Regeln. „Als ich bei der Bergkapelle spielte, waren kaum Frauen dabei. Man hat sie damals nicht aufgenommen. Als ich ging, waren es bereits zehn Musikerinnen“, erzählt sie in ihrem charmanten Dialekt. Ihre zweite Heimat ist mittlerweile das Lechtal geworden. Erst zehn Jahre später, nach ihrem Umzug ins Lechtal, engagierte sie sich für die Naturbühne, die insbesondere im Allgäuer Raum, sehr beliebt ist. Stücke wie „die Schwabenkinder“, „die Alpenrosenkönigin“, „Kaspar und die Wilderer“ oder das Vorjahresstück „Sturm in den Bergen“ brachten die Zuschauer nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zum Lachen. „Claudia Lang haben wir viel zu verdanken. Ohne sie wäre die Bühne nicht das, was sie ist. Ihre Stücke und die Schauspieler haben sie bekannt gemacht“. Heuer wird zum 20. Mal ein Theaterstück aufgeführt. Es stammt aus der Feder von Claudia Lang. Es ist das „Russa Weib“, wieder eine Geschichte aus dem Lechtal. Doch das sind die Zuschauer mittlerweile gewöhnt, ja, man könnte sogar sagen, dass sie es erwarten.

Sanierung im Zuschauerbereich

„Heuer werden wir den Gästen einen neuen sanierten Zuschauerbereich präsentieren“, freut sich die Tourismusfrau, die seit 21 Jahren im Tourismusverband Lechtal tätig ist. Eine absolute Neuerung soll die VIP-Lounge mit dem Namen „Adlerhorst“ werden.  In dieser Zuschauer-Loge für die gehobenen Ansprüche kann man sich auf kulinarische und kulturelle Genüsse freuen, denn neben der überhöhten Aussicht auf die Bühne wird man darüber hinaus mit einer königlichen Bewirtung verwöhnt. Ebenfalls erneuert und optimiert werden die Sitzplätze der Kategorien A und B. Mehr Beinfreiheit und angenehmere Sitze sollen dafür sorgen, dass man sich ganz in das Geschehen auf der Bühne vertiefen kann.
Wenn Andrea Weger über „ihre“ Freilichtbühne erzählt, dann ist sie ganz und gar in ihrem Element und erzählt begeistert über die Baufortschritte. Eigentlich ist die Mutter zweier erwachsener Töchter eher zurückhaltend.  „Ich mag es lieber ruhiger und genieße einfach die Zeit mit meiner Familie. Sie bedeutet mir alles“, meint sie lächelnd. Stolz ist sie auf ihre beiden Töchter, die sich auch im beruflichen Leben sehr gut zurecht gefunden haben. „Eine Tochter hat Germanistik studiert und ist Trainerin bei BFI (Anmerkung der Redaktion: Berufsförderungsinstitut), die andere Tochter promoviert  gerade an der Forensischen Universität in Innsbruck. Wir telefonieren fast jeden Tag, im Sommer sehen wir uns öfters als im Winter – im Winter ist es nicht schön über den Fernpass zu fahren“. Andrea Weger lebt auf der „Sonnenseite“ von Bach, wie sie selbst sagt. Ein schöner Platz nicht nur zum Wohnen, sondern auch zum Entspannen, besonders dann, wenn sie wieder eines ihrer Bücher zur Hand nimmt und in die Welt des Kopfkinos eintaucht.

Text · Bild: Sabina Riegger

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