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Erneut der Alatsee im Film

Klappe die 2te

Füssen/Hopferau.    Mystisch und geheimnisvoll, als blutender See: so stellen die Dokumentarfilmer den Alatsee als „Der blutende See“ dar. Bereits bei der deutschen Erstaustrahlung erlangte die Dokumentation eine Einschaltquote von über neun Millionen Zuschauern. Ein internationaler Erfolg schloss sich an, der Film wurde in mehr als fünf Sprachen übersetzt und es gab mindestens 50 Wiederholungen im Fernsehen. Und nun rückt der Alatsee zum wiederholten Male ins Rampenlicht.

Der Hopferauer Kameramann Siggi Braun, Regisseur Christian Stiefenhofer und sein Filmteam drehen zusammen mit dem Professor der Universität Stuttgart Franz Brümmer und der Jung-Biologin Anna Steyer erneut eine Dokumentation über den sagenumwobenen See. Der 48-jährige Siggi Braun wurde bereits mit Preisen wie der goldenen Palme – die beste Kamera – für seinen Film „die vier Jahreszeiten unter Wasser“ gekrönt. Gedreht wird im Rahmen der zehnteiligen Doku-Reihe „Die Alpen von oben“. In der Folge „von der Zugspitze bis Füssen“ hat der Alatsee seinen großen Auftritt. In den Dokumentationen wird die Landschaft buchstäblich von oben erforscht. Nämlich mit einem Hubschrauber. Dieser fliegt über den Drehort, um dann mitten ins Geschehen einzutauchen und interessante Personen und Begebenheiten der Gegend kennen zu lernen.

Gefährlich und atemberaubend zugleich

In diesem Fall sind es die Biologin Anna Steyer und Professor Franz Brümmer, die bereits seit Jahren Proben aus dem Alatsee entnommen und erforscht haben. Die Besonderheit des Sees, und der Grund weshalb sich sogar Forscher von außerhalb dafür interessieren, ist die nahezu einzigartige Schwefelschicht. In 16 Metern Tiefe befindet sich eine drei Meter mächtige Schicht aus Purpur-Schwefelbakterien. Wegen dieser ist das Tauchen im Alatsee strengstens verboten, mit Ausnahme der Wasserwacht und des Tauchclubs Füssen. Sobald man in die gefährliche Zone eintaucht, wird es stockfinster. Man sieht, sprichwörtlich, die Hand vor Augen nicht mehr. „Selbst ein 100 Watt Scheinwerfer kann da nicht viel ausrichten“, erklärt Siggi Braun, der selbst viel Erfahrung mit Tauchen und Drehen unter Wasser hat. Der Filmtitel „Der blutende See“, kommt daher, dass die Schwefelschicht eine „knall-pinke“ Farbe hat, wenn man sich in ihr befindet und den Scheinwerfer einschaltet. „Außerdem ist es dort unten fürchterlich kalt“, beschreibt der Kameramann. Ganz zu Schweigen von dem unangenehmen Schwefelgeruch, den man unter Wasser wahrnimmt. Die undurchdringliche Dunkelheit sorgt bei unerfahrenen Tauchern schnell für Orientierungslosigkeit. Besonders, wenn dann noch Panik hinzu kommt kann es schnell zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. Daher werden die Aufnahmen der Schwefelschicht von zwei erfahrenen und trainierten Tauchern gemacht. Und selbst für sie ist es noch eine außergewöhnliche Herausforderung.

Drehen mit Hightech-Ausrüstung

Um den Alatsee von seiner besten Seite zeigen zu können, verwendet das Filmteam von Vidicom media aus Hamburg sogenannte Westcams. Spezielle Kameras, die vor dem Helikopter montiert sind, sowie einen Kamerakran, mit dem Luft- und Bodenaufnahmen kombiniert werden können. Die Folge, in der man neben dem Alatsee auch den Kastellan des Schlosses Neuschwanstein und den Tegelberg im Zusammenhang mit Andreas Becker, Mitglied der Nationalmannschaft, der Drachenflieger kennenlernt, wird auf Arte und ZDF ausgestrahlt. Die Dokumentation wird in ganz Deutschland und vielleicht sogar in der ganzen Welt gezeigt, eine hervorragende überregionale Werbung für Füssen und seine Umgebung und das noch kostenlos.

Text · Bilder: Anja Pfliegner
 

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