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Christopher Bargholz – Durch Fußball nach Vancouver

Füssen.    Christopher Bargholz ist Fußballer aus Leidenschaft. Mit vier Jahren begann er, sich für diesen Sport zu interessieren. Seine Eltern unterstützten ihn in seinem Interesse und ließen ihn im Buchinger Fußballverein erste Spielerfahrungen sammeln. Als er Zehn war, zogen seine Eltern mit ihm nach Füssen. Schnell lebte er sich hier ein und trat dem lokalen Fußballverein bei.

Mit 13 Jahren wechselte er in die C-Jugend nach Kaufbeuren, im darauffolgenden Jahr ging er in die C-Jugend nach Augsburg und mit 15 Jahren konnte er sich bereits in der Augsburger Regionalliga beweisen. Nach zwei Jahren in Augsburg ging Christopher auf eigenen Wunsch nach Kempten, da ihm angeboten wurde dort die B-Jugend zu überspringen und direkt in der A-Jugend einzusteigen. In Kempten hielt es ihn ein Jahr lang, bis er letztendlich nach Memmingen ging, wo er seit August letzten Jahres in der ersten Mannschaft spielt. „Ich habe immer versucht, in der höchstmöglichen Liga zu spielen“, berichtet der 19-Jährige. „Ich will immer das Bestmögliche erreichen. Das ist der Anspruch an mich selbst.“

Dieser Anspruch ist auch abseits des Fußballs zu erkennen. Der gebürtige Buchinger absolvierte im Mai sein Abitur am Gymnasium Hohenschwangau mit der Note 2,4. Er belegte die Leistungskurse in Sport und Physik. Im August wird er nach Kanada gehen, um dort ein vierjähriges Studium im Fach „Business Management“ zu absolvieren. Den Studienplatz suchte er sich auf eigene Faust. Er bewarb sich über ein Internetportal bei mehreren Unis in den USA und Kanada. Dazu musste er einige Eignungstests bestehen, in denen seine Englisch-Kenntnisse, sowie die Grundfertigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen überprüft wurden. Diese Tests bestand er mit Bravour. Letztendlich bekam Christopher einige Angebote von Unis aus Florida und New York, entschied sich aber letzten Endes für die Simon-Frasier-University im kanadischen Vancouver. „Die Universität hat mir ein Stipendium ausgestellt. Dafür muss ich nur während des Studiums in der Universitätsmannschaft Fußball spielen“, freut sich Christopher Bargholz. Er war noch nie in Kanada, aber in den USA hatte er bereits öfters mit seinen Eltern Urlaub gemacht. „Ich weiß weder, was mich dort erwartet, noch was ich im Anschluss an das Studium machen werde. Im Moment plane ich, nach Erreichen des Bachelor meinen Master in Deutschland zu machen. Am Ende kann ich durch diesen Weg die vielgefragten Auslandserfahrungen nachweisen und habe ein Master-Studium in der Tasche. Damit stehen mir hoffentlich alle Türen offen und ich habe auch bildungstechnisch das Bestmögliche erreicht.“

Text: Sven Köhler

Bild: privat

 

Veit Holzmann wechselt zum EHC München

Füssen.    Seit 16 Jahren bewegt sich Veit Holzmann auf dem Eis, sechs Mal in der Woche mindestens. Für den jungen deutschen U20-Nationalspieler ist das das Fundament seiner sportlichen Kariere, die er zielstrebig verfolgt. Der 19-jährige Eishockeyspieler will  wie sein Vater Georg Holzmann Profi werden. Erst vor einigen Wochen unterschrieb der junge Füssener einen Vertrag beim EHC München. Für Veit Holzmann ist das ein großer Sprung nach vorne, bewegt er sich jetzt in der ersten Liga der DEL.

Sie spielen seit drei Jahren für Füssen. Heißt das jetzt, Sie wechseln sofort zum EHC München? Es kann sein, dass ich noch ein Jahr in Füssen bleibe. Ich bin ein Fünfte-Reihe-Spieler, das heißt, wenn sich beispielsweise jemand verletzt, dann kann ich in München spielen.
Noch ist die Perspektive nicht da, in den ersten drei Reihen zu spielen. Ich kann mich selbst abschätzen und denke, ich werde noch früh genug dabei sein. Die erste Hürde ist damit gemacht, dass ich schon mal einen Vertrag habe. Wenn alles gut läuft, kann ich es in ein paar Jahren schaffen. Wenn nicht, dann ist man ganz schnell von der Bildfläche verschwunden.

Wie schwierig ist es, einen Vertrag für einen Verein, der in der ersten Liga spielt, zu bekommen? Es reicht im richtigen Spiel die richtige Leistung zu bringen und ein Scout sitzt oben und sagt: „Der hat Potential und ist der Richtige für uns.“ Glück gehört eben auch dazu.

Wenn Sie jetzt zum EHC München wechseln, bekommt Füssen dann ein Ablösegeld für Sie? Im Eishockey gibt es keine Ausbildungsvergütung, so wie beim Fußball. Das ist schade, weil für die kleinen Vereine wäre das sinnvoll.

Heißt das, dass es Füssen schwer hat, gute Talente zu bekommen, beziehungsweise sie an sich zu binden? Zum Teil ja. Wir haben genügend junge Talente. Aber sie können sich nicht wirklich an Füssen binden, weil große Vereine für das Spielen Geld zahlen. Füssen hat nicht die Möglichkeit dazu.

Wie könnte man dieses Ungleichgewicht ins Lot bringen? In dem man mit den großen Vereinen spricht und eine Regelung trifft, dass zum Beispiel Vereine wie die Talentschmiede Füssen einfach eine Ausbildungsvergütung erhalten. So haben wir jedes Jahr das gleiche Problem. Die DEL zahlt natürlich mehr und irgendwann schauen auch die jungen Spieler auf das Geld. Ich finde die Ausbildungsvergütung wäre sehr wichtig für Füssen. Durch Sponsoren- und Zuschauergelder ist es schwierig, etwas Festes aufzubauen.

Haben Sie die Befürchtung, dass es den EV Füssen bald nicht mehr geben könnte? Nein, so würde ich es nicht sagen. Jürg Tiedke hat es geschafft, dass es jahrzehntelang weiter gehen konnte. Es könnte immer mehr gehen. Aber man braucht jedoch mehr Zuschauer, große Sponsoren oder eben diese Ausbildungsvergütung.

Text: Sabina Riegger
Bild: privat

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