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Gemeinsam neue Wege gehen

Füssen Tourismus & Marketing als Vermittler

Füssen.   Wenn es klappt, dann haben Füssen Tourismus & Marketing und auch die Stadt Füssen einen weiteren starken Partner mit ihm Boot, die gemeinsam große und kleine Projekte vorantreiben werden. Füssens Tourismuschef Stefan Fredlmeier tritt bei den Gastronomen als Vermittler auf. „Wir wollen gemeinsam neue Wege gehen“, heißt das Credo beider Seiten. Füssen aktuell wollte mehr über den Zusammenschluss wissen, der sich noch in der Aufbauphase befindet.

Sie versuchen gerade die Gastronomen mit in die Verantwortung der Stadt Füssen einzubeziehen. Wie kommen Sie voran? Die ersten Gespräche mit einer kleinen Gruppe Gastronomen und Hoteliers waren überaus konstruktiv. Diese Gruppe bestätigte die Notwendigkeit, die Gastronomen insgesamt gezielt anzusprechen und eine strukturierte Zusammenarbeit einzuleiten. Hätte diese Gruppe die Situation anders analysiert oder die Notwendigkeit, dass sich die Gastronomie organisiert, anders gesehen, hätten wir das Vorhaben nicht gestartet.

Dass heißt, es wird in Zukunft einen Ansprechpartner für die Gastronomie in der Innenstadt geben? Gab es denn nicht schon einmal einen Wirtesprecher? In welcher Form sich die Gastronomen organisieren steht nicht fest und hängt zunächst von der Bereitschaft ab, überhaupt mit einer Stimme sprechen zu wollen. Clive Smith ist der aktuelle Wirtesprecher. Aufgrund der schlechten Organisation untereinander kam seine Funktion bisher allerdings nicht richtig zum Tragen. Dies soll sich aber ändern.

Welche Aufgaben übernimmt dieser Zusammenschluss der Gastronomen? Vorrangig geht es darum, die Interessen der Gastronomie geschlossen zu vertreten und damit bei wichtigen Fragen wie Stadtbild, Weihnachtsdekoration, Veranstaltungen oder auch Ausrichtung des gastronomischen Angebotes mitsprechen zu können. Nur wer sich an solchen Diskussionen aktiv beteiligt, kann überhaupt Einfluss nehmen.

Jetzt haben wir die Werbegemeinschaft und den Bund der Selbständigen als wichtige Wirtschaftsvereine in Füssen. Werden die Gastronomen einen eigenen Verein gründen oder werden Sie in einem der beiden Vereine beitreten? Hier sind mehrere Varianten möglich. Ob die Gastronomen einen eigenen Verein gründen, als lose Interessengemeinschaft fungieren oder in einem der beiden genannten Vereine aufgehen – wobei hier die Werbegemeinschaft sicher näher läge, müssen die Gastronomen letztendlich selbst entscheiden.

Es gab früher mal einen PPP-Topf (Public Privat Partnership – Öffentlich Private Partnerschaft) in dem Gelder verschiedener Gruppierungen, Institutionen und Privaten hätten einbezahlt werden sollen. Damit wollte man bestimmte Projekte finanzieren. Was ist aus dieser Gemeinschaftsidee geworden? Die Idee ist gut, allerdings zuletzt nicht aktiv vorangetrieben worden. Auf Wunsch der Werbegemeinschaft wurde der PPP-Topf im letzten Jahr aufgelöst, um größere Projekte zu finanzieren. Allerdings halte ich es für wünschenswert, gemeinsam mit dem Einzelhandel und der Gastronomie einen neuen PPP zu gründen, um wichtige Vorhaben gemeinsam zu finanzieren. Eine standardisierte Einlage der wichtigsten Beteiligten ist einfacher, als bei Aktionen immer wieder neu „Klinken putzen“ zu müssen.

Ich habe noch eine Frage bezüglich den Veranstaltungen auf dem Schrannenplatz. Ist es richtig, dass dort keine Veranstaltungen mehr stattfinden sollen und diese Forderung samt einer großen Unterschriftenliste an die Stadt ging? Im letzten Jahr hatten wir in der Tat Schwierigkeiten mit Anwohnern sowie einigen Gastronomen und Gewerbetreibenden, da der „Veranstaltungsdruck“ auf den Schrannenplatz überaus groß war. Insofern verstehen wir den Wunsch, den Schrannenplatz von Veranstaltungen etwas zu entlasten. Welche Veranstaltungen von FTM noch auf dem Schrannenplatz stattfinden, wollen wir gerne gemeinsam mit der Werbegemeinschaft und den Gastronomen entscheiden. Klar ist indes schon heute, dass FTM den Schrannenplatz weniger strapazieren wird als letztes Jahr. Unter anderem verlegen wir „Füssen goes Jazz“ in den Klosterinnenhof.

Die Reichenstraße will auch nicht unbedingt Veranstaltungen haben, viel mehr Plätze bleiben aber nicht übrig. Wie wollen Sie das in Zukunft regeln? Füssen verfügt über reichlich Plätze für Veranstaltungen. Nicht alles muss sich am Schrannenplatz abspielen. Beispielhaft genannt seien der Brotmarkt oder die Innere Kemptener Straße. Wenn wir die Veranstaltungen gemeinsam mit den unterschiedlichen Interessengruppen absprechen und räumlich gut verteilen, freut man sich sicher mehr über die Aktivitäten, als wenn Veranstaltungen an einzelnen Plätzen überhand nehmen. Wir wollen es mit Veranstaltungen sicher nicht übertreiben, da sich die Füssener in ihrer Stadt uneingeschränkt wohl fühlen sollen. Wir wollen aber auch nicht darauf verzichten, da wir ansonsten eine tote Stadt hätten, worüber sich weder die Gäste noch die Einheimischen freuen würden.

Text · Bild: Sabina Riegger

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