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„Familie ist mir sehr wichtig“

Dr. Wiebke von der Emde, neue Gastroenterologin an der Klinik Füssen

Füssen/Schwangau.    „Kinder sind unsere Zukunft.“ Diesen Satz hat man schon viel zu oft gehört und muss ihn – zum Beispiel bei einer Politikerrede – für eine nur um Beifall heischende Phrase halten. Wenn jedoch die Aussage „Kinder sind unsere Zukunft“ in einem Gespräch mit Dr. Wiebke von der Emde im Büro an der Klinik Füssen getroffen wird, handelt es sich um kein bloßes Lippenbekenntnis. Hier spricht eine berufstätige Mutter, die sich jetzt in ihrem neuen Wohnort Schwangau für das Montessori-Kinderhaus engagiert und in das bekannte Zitat – fast schon ein wenig trotzig – ein kleines „doch“ einfügt. „Kinder sind doch unsere Zukunft“, betont sie. Daher engagiert sie sich mit anderen Eltern für den Kindergarten.

Die aus dem mittelfränkischen Erlangen stammende Internistin und Gastroenterologin, die sich auf Magen- und Darm-Erkrankungen bei ihren früheren Stationen in Nürnberg, Agatharied und München spezialisierte, arbeitet seit zwei Monaten am Füssener Krankenhaus in der Abteilung „Innere Medizin“. Fünf Jahre lang hatte sie den geliebten Arztberuf eher stiefmütterlich behandelt. Das hatte einen süßen Grund. „Die Geburt unserer Zwillingsmädchen war eine riesengroße Freude für meinen Mann und mich“, erzählt sie. „Ich habe dann auch sehr gern die Hauptaufgabe übernommen, die beiden Mädchen auf einen guten Weg zu bringen und blieb deshalb zu Hause. Familie ist mir sehr wichtig.“

Sie lässt da keinen Zweifel aufkommen. „Kinder großziehen ist eine wertvolle Aufgabe.“ Weil die Zwillinge jetzt im Montessori-Kinderhaus „tagsüber gut betreut werden, wurde es möglich, in Füssen die Teilzeitstelle anzunehmen“. Das Krankenhaus, in dem sie mit Dr. Peter Schwarz in der Endoskopie und im Ultraschall zusammenarbeitet, war ihr bereits vom Hörensagen gut bekannt. Es ist kein Geheimnis, auch wenn ihre Nachnamen unterschiedlich geblieben sind: ihr Ehemann wurde hier Chefarzt, Dr. Martin Hinterseer.

„Er arbeitet sehr viel, aber er ist auch ein Familienmensch. Man muss nicht rund um die Uhr zusammen sein. Doch wenn wir mit unseren Kindern zusammen sind, gibt es andere Themen als den Berufsalltag.“ Sport besiegt da locker die Medizin: „Es geht in die Berge, an den See.“

Ihre Kindheit in Mittelfranken beschreibt Dr. Wiebke von der Emde als glücklich. Der Vater, ein angesehener Herzspezialist, die Mutter ebenfalls Ärztin – und die beiden älteren Schwestern üben natürlich ebenfalls einen medizinischen Beruf aus. Da musste die Jüngste, die als Mädchen selbstbewusst „immer vorsingen“ wollte, und mit 18 Jahren ihr Abitur macht, doch zwangsläufig Humanmedizin studieren – so ohne Zwischenstationen aber sei es bei ihr gar nicht gelaufen, stellt sie klar. „Ich bin zwar total gern zur Schule gegangen, aber anstrengen beim Lernen musste ich mich immer schon.“ Fremdsprachenkorrespondentin war ihr erster Beruf, den sie erlernt hat. „Da wir wegen der Arbeit meines Vaters einige Zeit in den USA gelebt hatten, war für mich Englisch schon früh keine fremde Sprache mehr.“ Sie lächelt: „In dieser schulischen Ausbildung wurde damals noch Schreibmaschine unterrichtet.“ Ihr zweiter Beruf: Krankengymnastin. Aber auch der Physiotherapie wollte sie nicht ihr ganzes (Arbeits-)Leben widmen. Sie schrieb sich in Medizin in Erlangen ein. „Als Studentin lernte ich meinen Mann kennen. Erst waren wir eine Lern- und bald darauf Lebensgemeinschaft.“

 

Text: Werner Hacker · Bild: privat

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