Fit & WellLeben

Ein Verein für alle Hilfsbedürftigen


Der Förderverein der Sozialstation in Füssen

Füssen. Der Förderverein Sozialstation Füssen wurde im Jahr 1981 von der Vorstandschaft der bis dahin bestehenden Arbeitsgemeinschaft Sozialstation e. V. gegründet. Initiatoren waren damals Pfarrer Schuler, Hans Weber, Georg Hiemeyer und Marianne Pfeiffer. Damals wurde die neu gegründete Kath.-Evang.Sozialstation mit den Mitgliedsbeiträgen unterstützt. Notwendige Pflegehilfsmittel, Badelifter, Krankenbetten sowie das erste Auto konnten dadurch angeschafft werden. Mittlerweile wurde die Satzung des Vereins 2005 aktualisiert. Nunmehr steht die Unterstützung sozial schwacher Bürger in Füssen und Umgebung im Vordergrund.

Nicht immer haben es die Pflegefachkräfte leicht, sich um ihre Kunden so zu kümmern wie sie es gerne hätten. Oft fehlt es an allen Ecken und Enden. Andrea Mahler, Geschäftsführerin der kath.-evang. Sozialstation kennt die Problematik zu genüge. „In vielen der armen Haushalten gibt es keine gescheiten Betten, Handtücher oder Bettwäsche. Wenn man es nicht vorher gesehen hätte, würde man es nicht glauben, das es so etwas bei uns gibt.“ Die Altersarmut ist in Deutschland ein großes Thema geworden. Die Mietkosten fressen bei 42% der alten Armen über 40% des Haushaltsnettoeinkommens auf. Bei fast 60% fehlt in der Wohnung Zentralheizung und/oder Bad. Notwendige Reparaturen im Haus oder der Wohnung sind kaum machbar. Mit 300 Euro im Monat zum Leben kann man keine großen Sprünge machen. Oft kapseln sich die Betroffenen auch noch ab, weil sie sich schämen. So ist es nicht verwunderlich, dass Kontaktschwierigkeiten oder Einsamkeit bei fast 43% auftauchen. Obwohl die Hilfsbedürftigen das Recht hätten, Sozialhilfe zu beantragen, machen es die wenigsten. Mindestens 3/4 der Betroffenen haben noch nie Sozialhilfe beansprucht!

Erst wenn die Betroffenen krank werden und sie nicht mehr weiter wissen und einen Pflegedienst brauchen, wird das Ausmaß einer notwendigen Hilfe erst sichtbar. „Hier greifen wir dann ein, und kümmern uns darum das der oder die Betroffene wieder eine Lebensqualität bekommt“, so Andrea Mahler. Der Verein unterstützt hier zum Beispiel Reparaturen, die nötig sind um in der eigenen Häuslichkeit bleiben zu können. Oft muss die Toilette, der Heisswasserboiler oder der Ölofen repariert werden oder auch eine Waschmaschine zur Verfügung gestellt werden. Ist eine Pflegebedürftigkeit vorhanden kümmert sich der Verein um das Krankenbett, Wechseldruckmatratzen und um die anderen Hilfsmittel die notwendig sind.

Wie wichtig Hospizarbeit und Notfallseelsorge sind, zeigte sich in den letzten Jahren. Immer mehr Menschen in Deutschland befürworten die Anliegen und das Engagement der Hospizbewegung. Neu angestoßen durch die Hospizbewegung hat sich unsere Gesellschaft wieder auf den Weg gemacht, das Sterben zu enttabuisieren, als eine Phase des Lebens kultiviert zu gestalten und zu begleiten. Die christliche Kultur, Sterbende und ihre Angehörigen nicht alleine zu lassen, findet in der Hospizbewegung neue Zustimmung und einen neuen Ausdruck. Das unterstützt auch der Förderverein und hilft gleichzeitig bei der Weiterbildung des Pflegepersonals und der ehrenamtlichen Helfer der Sozialstation. Ferner unterstützt der Verein Gesprächskreise für pflegende Angehörige sowie die Förderung und Anleitung ehrenamtlicher Kräfte. Da die Kosten einer speziellen Palliativ-Pflege nicht von der Krankenkasse übernommen wird, unterstützt auch hier der Förderverein mit finanziellen Mitteln.

Text · Bild: rie

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