Menschen

Die Weizenguys – eine musikalische Erfolgsgeschichte

Eisenberg/Zell.    Sie stehen mit beiden Beinen auf dem Boden. Sie sind auf bayerisch gesagt „gestandene Mannsbilder“. Was sie von vielen anderen Männern unterscheidet ist, dass sie fast so etwas wie „Stars“ in ihrer Gemeinde Eisenberg, einem kleinen Dorf im Ostallgäu, sind. Wo sie auftreten, füllen sich die Säle und jeder lauscht ihnen. Dass sie es einmal zu regionalen Ruhm bringen, hätten sie nicht gedacht. Sie wollten eigentlich „nur“ singen, ohne Schnick-Schnack, einfach mit ihren Stimmen. A cappella nennt man diese Musikart, die nicht instrumental begleitet wird.

Als sich die sechs Musiker im September 2007 zum ersten Mal zu einer Probe trafen, brachten alle Gesangserfahrung mit. „Fast alle von uns kannten sich aus dem Männerchor in Eisenberg“, erzählt Richard Köpf. Mit drei Liedern fingen die a cappella-Musiker an. Ihr erster Auftritt war im Januar 2008 bei den „Kistenkramern“, einer Faschingsveranstaltung im Ort. „Keiner wusste, was wir wirklich machen. Umso größer war die Überraschung, als wir auftraten und unsere Lieder sangen“, so Edi Linder, Sprecher der Gruppe. Die sich im übrigen „Weizenguys“ nennt, abgeleitet von ihrem Lieblingsgetränk „Weizenbier“ und angelehnt an ihre Idole, die „Wise guys“. Sechs Mal traten sie bei den „Kistenkramern“ auf und das Publikum war mehr als begeistert. „Mir schlotterten so die Knie“, erinnert sich Konstruktionsleiter Richard Köpf. Mittlerweile haben die sechs Jungs ein abendfüllendes Programm, das bei Fans und Publikum bestens ankommt. Aufgeregt sind sie nach wie vor, allerdings etwas anders. „Nach der Pause sind wir dann alle etwas ruhiger“, so die Musiker.

Für ein neues Lied brauchen die „Weizenguys“ mindestens drei bis vier Proben, bis es in ihren Ohren so klingt, dass sie daran arbeiten können. „Man braucht ein gutes Gehör und man muss Noten lesen können“, erklärt Herbert, der „Bass“ der Gruppe. Einmal in der Woche treffen sie sich bei einem Bandmitglied, um drei bis vier Stunden zu proben. Jochen, der früher Schlagzeug bei einer Jazz-Bigband spielte, drückt es so aus: „Es ist einfach toll. Man verbindet das Nützliche mit dem Angenehmen. Es ist die Freude an der Musik.“ Ein Schlagzeug braucht der zugezogene Schwabe bei den „Weizenguys“ nicht, dafür aber sein Taktgefühl und die Stimme. Er ist der Tenor der Gruppe. „Für eine a cappella-Gruppe ist ein Tenor zu wenig, üblich sind drei bis vier“, meint Edi, der jahrelang bei einer Rockband Keyboard spielte.

Ihre größten Fans sind die

eigenen Frauen und Kinder

„Meine Frau findet toll, was wir machen. Und wenn meine Kinder Zeit haben, kommen sie auch gerne zu einem Konzert“, so Florian, einer der vier Baritone. Ihr Publikum ist bunt gemischt, genauso wie ihre Auftrittsorte. Ob bei einer Geburtstagsfeier, Hochzeit, im Schloss zu Hopferau, Festspielhaus oder Lokalen und Diskotheken – sie sind da, wo sie eingeladen werden. „Bislang hatten wir das Glück, dass wir uns selbst noch um keinen Auftritts-Termin bemühen mussten. Die Veranstalter sind auf uns zugekommen“, so das Sextett. Geld spielt bei der Eisenberger-Gruppe nicht die wesentliche Rolle. „Es hängt von der Veranstaltung ab. Generell ist es so, dass unsere Kosten gedeckt sein müssen. Vorrangig ist aber immer noch der Spaß“, so das einheitliche Credo. Sobald die sechs Familienväter auf der Bühne stehen, springt auch gleich der Funken von Spaß und guter Laune auf das Publikum über. Die Liedtexte sind frivol, gesellschaftskritisch, mit viel Ironie und das alles auf Deutsch.

Wer die netten Jungs aus dem Ostallgäu gerne live sehen möchte, hat am 28. November  (1. Advent) in der Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See die Möglichkeit.
Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Name ihres Programms ist wunderbar zu merken: Volles Programm!

www.weizenguys.de
Text · Bild: rie

Verwandte Artikel

Das könnte Dich auch interessieren
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"
Nacht der Musik 2024