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30 Jahre Katholisch-Evangelische Sozialstation

Füssen. Bereits seit 30 Jahren besteht die Katholisch-Evangelische Sozialstation in Füssen. Die gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung hat sich in dieser Zeit bestens bewährt und ist für ältere und hilfsbedürftige Menschen im Füssener Raum unverzichtbar geworden. Handeln im christlichen Auftrag und soziale Verantwortung unter Achtung der Menschenwürde jedes Einzelnen steht als persönliche Herausforderung für alle Mitarbeiter an erster Stelle. Dazu gehören: Hilfe leisten, wo sie notwendig ist, die Selbstbestimmung der Patienten wahren und die Persönlichkeit des Einzelnen respektieren.

Im April 1980 wurde diese segensreiche Institution ins Leben gerufen. Ehrenamtliches Engagement war damals der Schlüssel zum Erfolg. Hans Weber, Georg Hiemeyer und Otto Lauter gemeinsam mit den Pfarrern Hans Draesner, Ludwig Steiger und Herbert Schuler hießen damals die Geburtshelfer. Von Anfang an war Marianne Pfeiffer dabei. Erst als ehrenamtliche Pflegehelferin, dann Einsatzleiterin und schließlich als Geschäftsführerin. Seit April 2005 ist Andrea Mahler als ihre Nachfolgerin tätig. Zu Beginn waren es nicht einmal eine Handvoll Mitarbeiter. Durch permanenten Zuwachs an Patienten stieg auch der Personalbedarf stetig auf jetzt 60 ständige Mitarbeiter. 1982 wurde das erste eigene Auto in Dienst gestellt. Inzwischen umfasst der Fuhrpark 25 Fahrzeuge. Weitere wichtige Schlaglichter der anhaltenden Aufwärtsentwicklung: Im Juni 1993 erfolgte der Umzug in die Augustenstraße. Fünf Büros, ein Besprechungs- und ein Aufenthaltsraum standen dort zur Verfügung. Im Jahr 1995 erfolgte die Umwandlung in eine zeitgemäße, gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH), deren Vorsitz seither der Steuerberater Siegfried Lecher inne hat. Seit 1996 kommt „Essen auf Rädern“ zu den Pflegebedürftigen ins Haus. Im November 1997 wurde das Benderhaus für betreutes Wohnen als erste Anlage dieser Art im Ostallgäu fertig gestellt. Zum 20. Geburtstag schließlich war das Betreuungszentrum St. Anna am Ziegelstadel fertig. Die Einweihung erfolgte am 7. August 1999, eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Seit dieser Zeit bietet die Sozialstation dort auch sechs Plätze für die Tages- und 18 Plätze für die Kurzzeitpflege an. Betreuung rund um die Uhr ist so gewährleistet und idealer Weise unter einem Dach zusammen gefasst.

Bestens funktioniert die Zusammenarbeit mit dem ökumenischen Besuchsdienst und der Hospizgruppe. Ebenso die Palliativbetreuung von sterbenskranken Menschen. Insgesamt bietet die Katholisch-Evangelische Sozialstation ein breitgefächertes Angebot, das perfekt an die Bedürfnisse der Zeit angepasst ist. Gepaart mit großer Erfahrung und fachlicher Kompetenz leistet sie einen nicht mehr wegzudenkenden Dienst am Menschen.

Nachgefragt bei Andrea Mahler, Geschäftsführerin der Kath.-Evang. Sozialstation

Betreut die Katholisch-Evangelische Sozialstation auch Menschen anderer Konfessionen? Ja sicher. Gemäß unserem Leitbild nehmen wir jeden Menschen in seiner Einmaligkeit an. Wir begegnen ihm ohne Vorurteile unabhängig von Geschlecht, Alter, sozialem Status, Gesundheit, Religion, politischer Anschauung und ethnischer Zugehörigkeit.

Was bedeutet Grundpflege? Grundpflege sind pflegerische Verrichtungen des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Ganz- und Teilkörperwäsche, Mund- und Zahnpflege, Hautpflege, An- und Auskleiden, Lagern sowie Hilfe bei Inkontinenz.

Was ist der Unterschied zur Behandlungspflege? Behandlungspflege wird aufgrund ärztlicher Verordnung durchgeführt. Beispiele sind Medikamentengabe, Blutdruck- und Blutzuckermessung, Injektionen und Verbände. Tracheostoma und Vena-Port-Versorgung gehören ebenfalls dazu.

Wer entscheidet, welche Pflegestufe der Angehörige hat? Die Entscheidung über die Einstufung trifft der Medizinische Dienst der Krankenkassen. Das Gutachten wird vor Ort mit dem Patienten erstellt. Den Antrag auf Pflegestufe muss der Patient selbst bei der Krankenkasse stellen.

Wer bietet Hilfe bei der Antragsstellung? Beim Antrag auf Pflegestufe unterstützen wir als Fachberatungsstelle für Pflege gerne. Ein Gespräch mit einem unserer erfahrenen Mitarbeitern etwa zur Einstufung in eine Pflegestufe lohnt sich immer.

Was passiert, wenn man nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, um einen Pflegedienst zu beauftragen, die Pflege allerdings notwendig ist? Grundpflegerische Leistungen können im Rahmen der Pflegestufe abgerechnet werden. Ist mehr Hilfe und Unterstützung notwendig, tritt das Sozialamt mit „Hilfe zur Pflege“ unter der Berücksichtigung der Rentenhöhe ein. Das bedeutet, dass immer Hilfe gewährleistet ist, wenn man sie braucht. Selbstverständlich helfen wir auch hier und stellen die nötigen Kontakte her.

Kann der Pflegedienst auch in der Nacht in Anspruch genommen werden? Es gibt Pflegedienste, die Termine auch nachts wahrnehmen. In unserer Einrichtung werden die Kunden von sechs Uhr morgens bis etwa 23 Uhr betreut. Wer nachts durchgehend Betreuung benötigt, hat die Möglichkeit, zur Nachtpflege ins Betreuungszentrum St. Anna zu kommen.

Kann man Leistungen auch ohne eine Pflegestufe in Anspruch nehmen, zum Beispiel bei an Demenz erkrankten Menschen? Alle Leistungen können auch ohne Vorliegen einer Pflegestufe in Anspruch genommen werden. Diese werden dann privat in Rechnung gestellt. Bei demenziell erkrankten Personen gibt es die sogenannte Pflegestufe 0, auch „Zusätzliche Betreuungsleistung“ genannt. Hier gewährt die Krankenkasse einen monatlichen Betrag von 100 beziehungsweise 200 Euro, was vom Grad der Demenz abhängig ist. Die Betreuung kann Zuhause erfolgen oder in einer Einrichtung, zum Beispiel in Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder in speziellen Gruppenangeboten für Demenzkranke.

Was ist eine Verhinderungs- beziehungsweise Urlaubsspflege? Ist der Angehörige, der die häusliche Pflege in der Regel übernimmt, krank oder benötigt er Erholung, gewährt die Pflegekasse bei Vorliegen einer Pflegestufe einmal im Jahr ein zusätzliches Budget von 1.510 Euro für grundpflegerische Leistungen sowie hauswirtschaftliche Unterstützung. Der Betrag kann für einen Aufenthalt oder auch zu Hause in der Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden.

Hat der zu pflegende Angehörige ein Recht darauf, nur von einer einzelnen Pflegeperson betreut zu werden? Ein kleineres Team bietet eine bessere Versorgung als nur einer. Der Kunde kann sicher sein, dass seine Betreuung dadurch bestens gesichert ist. Sei es im pflegerischen, hauswirtschaftlichen, aber auch im persönlichen Bereich. Gerade das Letztere bekommt zusehends eine wichtige Rolle, weil es für das Wohlbefinden und die Genesung eines Kunden von Vorteil ist. Deswegen legen wir großen Wert darauf, dass unsere Kunden von einem kleinen Team betreut werden.

Was ist Kurzzeitpflege? Bei der Kurzzeitpflege handelt es sich um einen vorübergehenden Aufenthalt in einer stationären Einrichtung, der von der Pflegekasse bezuschusst wird. Ziel der Kurzzeitpflege ist es, pflegenden Angehörigen die nötige Entlastung zu bieten und Freiraum zu schaffen, oder wenn sie nicht in der Lage sind, die erforderliche Pflege zu erbringen. Weitere Indikationen sind Krankenhausaufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen, Menschen vor Vereinsamung und sozialer Isolation zu bewahren, Menschen aufzunehmen, die sich in einer kritischen Lebensphase befinden oder sich in ihrer häuslichen Umgebung nicht alleine versorgen können. Bei der Kurzzeitpflege ist ein Eigenanteil zu leisten, der je nach Einrichtung unterschiedlich ausfallen kann. Ist man nicht in der Lage, diesen Eigenanteil zu zahlen, übernimmt der Bezirk bei Antragsstellung hierfür die Kosten

Was kann mir die Katholisch-Evangelische Sozialstation, was die Pflege anbetrifft, anbieten? Die Aufgaben der Sozialstation sind so vielfältig, dass es am besten ist, wenn sich der Betroffene direkt an uns wendet.

Text/Interview: rie · Bilder: rie, oh

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