Menschen

Moment mal…

Markus Dörre: „Der Neue“ in der

neuen Pfarreiengemeinschaft

In einer Gemeinschaft aktiv zu sein und mit anderen etwas zu bewegen, dafür hat sich der Kauferinger mit dem verschmitzten Lachen schon in jungen Jahren begeistert. So verwundert es nicht, dass Markus Dörre in seiner Heimatgemeinde als Ministrant, in der Jugendarbeit und im Pfarrgemeinderat aktiv mitgewirkt hat. Er selbst bezeichnet das als „langsames Hineinwachsen in die Kirchengemeinde“. Im Alter von 18 Jahren stand dann sein Berufswunsch Priester fest. „Von diesem Entschluss war meine Mutter anfangs so gar nicht begeistert“,erinnert sich Markus Dörre schmunzelnd. Seine Freunde überraschte er mit seinem Berufswunsch nicht besonders. Diese reagierten beispielsweise mit „War doch eh klar“, erzählt der 35-jährige.

Nach dem Studium der Theologie in Augsburg und Würzburg folgten auf dem Weg zur Priesterweihe Stationen in Marktoberdorf, Weißenhorn und Schwabmünchen. Nach drei Jahren als Stadtpfarrer in Illertissen wirkt er nun seit fast vier Wochen in der neuen Pfarreiengemeinschaft. Schon vor seinem Umzug ins Allgäu hatte der Pfarrer Bekannte in der Umgebung. So lebt sein früherer Heimatpfarrer Ludwig Epp, dem er bereits selbt als Ministrant diente, als Ruhestandsgeistlicher in Bayerniederhofen. Sein Studien- und Weihekurskollege Bernd Leumann ist Pfarrer in Pfronten.

Leibspeise Kässpatzen

Markus Dörre fühlt sich sichtlich wohl. „Die Landschaft hier ist einfach wunderschön und von meinem Balkon habe ich sogar Schlossblick“, berichtet er lachend. Das berühmte Schloss hat er zwar noch nicht besichtigt, dafür war er bereits auf der Marienbrücke. Den Tegelberg hat der begeisterte Wanderer und Bergsteiger auch schon erklommen und der Säuling soll demnächst folgen. Doch nicht nur was die Natur betrifft, ist Markus Dörre im Allgäu gut aufgehoben. Sein Leibgericht sind Kässpatzen und die „Allgäuer Kässpatzen“ sind bekanntlich besonders gut. Wenn er neben seinen Aufgaben als Seelsorger Zeit findet, zieht er sich auch gerne einmal mit einem guten Buch zurück. Vor allem die Romane von Franz Werfel und Nordische Krimis haben es dem passionierten Leser angetan.

Markus Dörre, der sich selbst als Realist bezeichnet, schätzt an seinen Mitmenschen besonders Pünktlichkeit, da diese Eigenschaft für ihn viel mit Wertschätzung zu tun hat. Der junge Pfarrer ist sich durchaus bewusst, dass sich die Gemeindemitglieder erst einmal an die Situation in der neu gebildeten Pfarreiengemeinschaft gewöhnen müssen. Er möchte an allen Orten gleich präsent sein und eine Basis aus Vertrauen und Glaubwürdigkeit schaffen. Dabei möchte er den Menschen Anlaufstelle in der Not sein und damit die Pfarreiengemeinschaft auf einen guten Weg bringen.

Text · Bild: mm

 

Veronika Kunz-Radolf: Liebe zur Kultur

 

Reutte.    Waren Sie schon einmal bei einem Gartenzwerg-Casting dabei? Nein? Veronika Kunz-Radolf auch nicht. Aber das hielt die Künstlerin und Obfrau der Außerferner  Kulturinitiative  Huanza nicht davon ab, es als eines der vielen Programmpunkte in das Programm der 21. Außerferner Kulturzeit aufzunehmen.

Veronika Kunz-Radolf ist eine Künstlerin par excellence oder zumindest so, wie man sich vielleicht eine vorstellt. Künstler sind nicht alltäglich, sie sind anders als andere – aber genau das ist es, was sie so besonders macht. So wie Veronika Kunz-Radolf: Ihre rauchige Stimme, die schwarz geschminkten Augen, ihre leicht burschikose Art und ihre Kopfbedeckungen lassen sie selbst wie ein Kunstwerk erscheinen. Ein höchst interessantes sogar, weil man wissen möchte, was diese Frau ausmacht. Es sind die bunten, vielfältigen Ideen, der Mut Unmögliches möglich zu machen.

Veronika Kunz-Radolf lehrt den Betrachter die Kunst aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und sie bringt ihn auch dazu sich auf ungewöhnliche Kunst-Projekte einzulassen, vorausgesetzt er will es. „Vaginas im Dirndl“ ist so eines. Schon alleine der Titel des skurillen Theaters macht stutzig. „Das ist gut so. Es soll die Leute neugierig machen“, so der Kommentar der Künstlerin. Veronika Kunz-Radolf bemalt Huanzen“ also Holzgestelle zum Trocknen von Heu. Ihre Kunstobjekte sind am Sonntag, 3. Oktober um 14 Uhr in Vils auf der Wiese des keltischen Baumkreises zu sehen. Das Rund des Labyrinths und sein Zugang sind mit roten, gelben, grünen und blauen Huanzen eingefasst.

Seit 2009 ist Veronika Kunz-Radolf Vorsitzende der Außerferner Kulturinitiative Huanza, die ihre Gründungsstunde anlässlich der 500-Jahr-Feierlichkeiten der Markterhebung von Reutte hatte. Seit der Gründung des Vereines ist sie die zweite Frau, die den Vorstand führt. Seit 1997 ist sie dabei, aus der „Liebe zur Kultur“, wie sie selbst sagt. Mit 16 Jahren machte  Veronika Kunz-Radolf eine Lehre zur Buchhändlerin. Sie lernte einen Goldschmied kennen und kam so in die Kunstszene. Die Mutter zweier erwachsener Söhne kann man in keine Schublade pressen. Sie überrascht immer wieder mit Neuem, wie zum Beispiel zur diesjährigen  Eröffnung der Außerferner Kulturzeit in Vils. „Herr Bürgermeister Keller war sehr offen gegenüber unseren Ideen“, so Veronika Kunz-Radolf. So wurde dann auch gleich das Wahrzeichen von Vils, das Betonwerk Schretter, von der Wiener Lichtkünstlerin Victoria Coeln in Szene gesetzt.

Übrigens: Wer die „Lichtfabrik“ bei der Eröffnung noch nicht gesehen hat, kann sie sich noch bis zum 9. Oktober ansehen.

Kunst zu präsentieren kostet allerdings auch viel Geld. „Manchmal habe ich schlaflose Nächte, weil ich überlege, ob ich wohl das gesamte Geld zusammen bekomme, das wir für die Künstler brauchen“, erklärt sie. Sie und der Verein schaffen es immer wieder – zum Glück und Dank den Sponsoren, sonst würde man so vieles Interessantes, Skurriles und auch Verrücktes nicht sehen können.

Text: rie · Bild: oh

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