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Michael Stephan: American Dream

 

Füssen.    Träume sollte man leben, denn wenn man Glück und viel Ausdauer, aber auch das nötige Talent hat, könnten sie in Erfüllung gehen. Michael Stephan ist ein ausgezeichneter Baseballspieler. Mit neun Jahren kam er zu dieser in Deutschland noch wenig bekannten Sportart. Jetzt spielt er in der ersten Bundesliga sowie in der deutschen Nationalmannschaft. Er erreichte bei der EM der U21 den dritten Platz und bekam als einziger Spieler den Einzel-award für die meisten RBI (Runs Batted Ins), was soviel bedeutet wie, dass er die meisten Punkte im Spiel holte. Michael Stephan kommt seinem Traum immer näher – nämlich Baseball-Profi in Amerika zu werden. Weichen dafür wurden ihm bereits in Füssen bei den Royal Bavarians gestellt. Trainiert wurde er von seinem Stiefvater James Starek, der selbst Angebote für eine Profi-Karriere bekam.


Heute ist der 20-jährige in Amerika auf dem Georgia Perimeter College und studiert neben dem intensiven Training, Health and Physical Education, zu deutsch Gesundheit und Physiotherapie. Wie ernst es ihm mit seinem Traum ist, sieht man an seinem Engagement. Von morgens bis abends heißt es lernen, Sport und noch mal lernen. Das letzte Semester konnte er mit einer glatten Eins abschließen. Das zahlt sich im wahrsten Sinne des Wortes für den jungen Mann aus. Denn dank der guten Noten, hatte Michael Stephan die Möglichkeit ein akademisches Stipendium zu beantragen. Wann er letztendlich in einen Profiverein zum Spielen kommt, weiß der Sportler noch nicht. Sicher ist, dass am 3. Februar die Baseballsaison beginnt und die angehenden jungen Profispieler „gedraftet“ werden, das heißt sie werden gesichtet und ausgewählt. Nächstes Jahr stehen die Chancen gut, dass Michael Stephan in das Auswahlverfahren kommt. Bis dahin heißt es weiter trainieren und lernen. Vier Jahre wird der Füssener in Amerika sicher bleiben. „Denn wenn es mit dem Profi nichts wird, habe ich immer noch einen Abschluss in der Hand“, so Mitch, wie er von seinen Freunden genannt wird. Die Zeit in Amerika hat ihn schon sehr geprägt. Was er in Füssen und Umgebung als selbstverständlich ansah, vermisst er nun sehr. „Ich habe Sehnsucht nach den Bergen, den Seen, überhaupt nach unserer schönen Natur.“ Keine Frage, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist interessant und riesig – riesig auch im Essverhalten, wie der junge Sportler meint. „Hier gibt es wahnsinnig viele Fastfood-Restaurants und die sind alle sehr günstig. Es machen sich nur wenige die Mühe, selbst zu kochen.“ Und was das Fahrverhalten in Amerika anbetrifft, so war Michael Stephan überrascht über die Lockerheit, wie man zu seinem Führerschein in Amerika kommt. „Einmal um den Block fahren, 20 Dollar zahlen und schon hatte man die Fahrerlaubnis in der Hand. Das Auto sollte man allerdings selbst mitbringen.“

Seinen Weg wird Michael Stephan sicherlich machen. Zu wünschen wäre es ihm seinen Traum vom Baseball-Profi zu verwirklichen.

Text/Bild: rie

 

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