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Thomas Wilhelm Beckert Modische Extravaganz am 26.12.

In Füssen ist er ein Unikat. Er ist der Gürtelmacher, Künstler, Designer, Handwerker  und nicht zuletzt auch Lebenskünstler. Thomas Wilhelm Beckert hat ein Händchen für extravagante und exclusive Mode. Gemeinsam mit Freundin Andrea Stahl entwarf er einen Katalog mit seinen Accessoires und seiner Mode. Das liegt jetzt großen Magazinen vor, unter anderem auch der Vogue, wie Beckert sagt. Am 26. Dezember will er den Füssenern seine neue Kollektion in den Hanfwerken zeigen.

 

Becki, Du machst wieder eine Modenacht. Gibt es eine neue Kollektion von Dir?

Zum Teil. Sie ist nicht so groß, wie die im letzten Jahr. Aber die Sachen, die ich fertig habe, sind gut. Eyecatcher sind die Fliegerjacken. Wir präsentieren aber auch ganz edle Damentaschen in Croco, Echse mit geschmiedeten Verschlüssen und  anderen blickfangenden Elementen.

Deine Sachen sind extravagant und eher für die Modemetropolen gedacht. Was hält Dich noch in Füssen?
In erster Linie ist das eine finanzielle Angelegenheit. In Füssen passte einfach die Infrastruktur, die ich für meine Arbeit brauchte. Damit meine ich Dinge wie Sandstrahler, Fräsmaschinen und anderes Werkzeug, die ich mir von Freunden und Bekannten ausleihen konnte. In München wäre das nicht möglich gewesen. Deswegen bin ich hier in Füssen geblieben, weil so hatte ich die Möglichkeit, mich auf die Kunst und meine handwerklichen Sachen zu konzentrieren.

Hast Du schon daran gedacht,  Dein Modelabel anders zu vermarkten?

Ja doch, es ist aber ein langer Weg, sich in dieser Branche einen Namen zu erarbeiten. Auf diesem Niveau, auf dem ich arbeite, da muss man in einer Großstadt präsent sein. München wäre dazu ideal.

Du sprichst von München, heißt das, Du hast bereits dort ein Geschäft in Aussicht?
Ich verhandle zur Zeit mit der Stadt München. Sie sind von meiner Mode sehr angetan.

Kurz gesagt, Du kehrst Füssen den Rücken?
Nein, das Geschäft in der Reichenstraße bleibt weiterhin erhalten.

Es gibt ja viele andere, jüngere Designer, die auch sehr gute Arbeit machen. Was ist das Besondere an Deiner Mode?

Meine Mode ist sehr individuell. Ich arbeite mit Naturprodukten wie Leder, Tweed, Seide und mache sehr klassische und zeitlose Kleidungsstücke sowie  Accessoires – und das alles auf  einem handwerklich höchsten Niveau.

Woher bekommst Du die Inspiration dafür ?

Ich lasse mich von Leuten inspirieren. Natürlich schaue ich auf die Kollegen wie Dior, Hermes etcetera. Für mich ist Jean Paul Gaultier zur Zeit einer der besten Designer. Ich habe meinen eigenen Style, meine eigenen Techniken, obwohl ich ein kompletter Neueinsteiger bin.

Du selber bist auch sehr extravagant angezogen. Mich erinnert Deine Kleidung an das frühere versnobte England. Ist das von Dir so gewollt?
Das bin ich, das ist mein Stil. Ich habe meine eigenen Sachen an, aber auch einiges aus Second- Hand-Shops. Ich suche mir Sachen aus allen Jahrzehnten  aus. Die kombiniere ich dann mit meinen eigenen. Was ich noch gerne mache, ist, auf Wohnungsauflösungen zu gehen. Dort finde ich oftmals gute Kleidungsstücke, die ich dann gerne mit meinen Produktionen kombiniere.

 

Wie würdest Du Deinen Kleidungsstil bezeichnen?
Manche Leute sagen, hey Becki Du läufst rum wie ein Penner. Dann muss ich schmunzeln. Aber manchmal bekomme ich auch ein Kompliment, dass ich mich extravagant anziehe. Ich würde sagen, es ist der Becki-Stil, klassisch und ein bisschen Snob. Ich trage ja nichts, was es so in einem Laden gibt.

In Deinem Modestil bist Du sehr beständig. Bist Du das privat auch?
Privat bin ich nicht bodenständig – bei mir dreht sich ja alles um Mode.


Dass heißt Du kannst Dir ein Leben ohne Mode nicht vorstellen?

Momentan kann ich es mir nicht vorstellen. Es ist mein Elexier. Ich träume ja schon von der feinen Damenmode, von eleganten Roben. Nur ist das ein weiter Weg, der mit viel Zeit und Geld verbunden ist. Aber gut Ding hat Weile, es muss reifen.

Was ist für Dich wichtig im Leben?

Die Selbständigkeit. Dass heißt, meinen Traum leben. Ich möchte meine Träume und Visionen Schritt für Schritt umsetzen können.

Gibt es etwas was Dich aus der Ruhe bringt?

Ja. Ich bin sehr launisch. Es gibt Phasen, wo ich ruhig und ausgeglichen bin. Dann gibt es Phasen, wo ich bei jeder Kleinigkeit ausflippe.  Am meisten werde ich nervös, wenn mir das Geld ausgeht . Aber zum Glück ist es dann so: Wenn ich denke, das geht nicht mehr, kommt von irhgendwo ein Lichtlein her. Dann habe ich das Glück, dass ein größerer Auftrag rein kommt und ich so die laufenden Kosten zahlen kann. Aber so geht es bestimmt vielen anderen Menschen auch.

Was wäre die Erfüllung Deines Lebens oder was würdest Du Dir wünschen?
Meinst Du privat oder geschäftlich?

Beides.
Geschäftlich wäre es die Erfüllung, eine Boutique in München zu haben. Privat möchte ich gesund bleiben um noch viele Jahre tolle Sachen zu entwerfen. Klar wäre der große Laufsteg in Mailand, Paris und London auch eine Erfüllung in meiner beruflichen Karriere. Ich habe mich für das kommende Jahr auch für die Fashion-Week in Berlin angemeldet.

Wirklich?

Ja, auf jeden Fall, ich habe das Feeling und den Zeitgeist dazu. Und wenn es nicht klappt, habe ich auch kein Problem damit.

Bist Du gläubig?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke ja. Ich glaube an das Gute im Menschen. Gutes wird mit gutem belohnt und Schlechtes mit schlechtem.

Wie wirst Du Weihnachten feiern?

Es wird hektisch und stressig sein, weil wir die Modenacht vorbereiten.

Was erwartet die Besucher auf der Modenacht?
Auf jeden Fall ein toller Abend. Marianne Syrko wird mit ihren Dessous wieder dabei sein und wir haben wieder viel Musik. Es heißt ja Mode- und Clubnacht.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Deiner neuen Kollektion

 

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