Menschen

Hilfe und Unterstützung in schwerer Zeit

Die Palliativ Care Pflege der Kath.-Evang. Sozialstation Füssen

Tod und Sterben sind Themen, mit denen sich niemand gerne auseinandersetzt und die viele Menschen möglichst verdrängen möchten. Irgendwann ist man doch gezwungen, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinander zu setzen. Insbesondere dann, wenn ein Familienmitglied oder eine andere nahestehende Person schwer und unheilbar erkrankt. Eine Situation, mit der die wenigsten Menschen allein zurecht kommen und auf Hilfe angewiesen sind. Die Fachkräfte der Palliativ Care Pflege der Kath.-Evang. Sozialstaion Füssen stehen hier unterstützend mit Erfahrung und viel Herz zur Seite. Ganz egal, ob in pflegerischen oder psychischen Belangen. Sie helfen dabei, für diese kostbare letzte Lebenszeit sowohl für den Patienten als auch seine Familie so viel Lebensqualität wie möglich zu erreichen. 

 

Laut Definition der World Health Organisation (WHO) ist Palliativ Care ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art. Im Mittelpunkt der Palliativ-Care steht also nicht die Heilung, sondern vielmehr die Kontrolle von Schmerzen und anderen Symptomen mit dem klaren Ziel, die bestmögliche Lebensqualität für Patienten und natürlich auch deren Familie zu erreichen. „Das Leiden kranker Menschen lindern – in jedem Alter und bei welcher Diagnose auch immer – damit sie bis zu ihrem Lebensende im Kreise ihrer Angehörigen wirklich leben können, das ist der Sinn von Palliative Care“, so Pflegedienstleiterin Christa Lukes.

 

Zusammen mit ihren drei Kolleginnen Karin Hipp, Veronika Goßler und Elisabeth Köpf übernimmt sie in der Kath.-Evang. Sozialstation Füssen die Palliativ Care Pflege. Neben der Grundausbildung in palliativer Betreuung und Pflege, über die in der Sozialstaion jeder pflegerische Mitarbeiter verfügt, haben die vier eine Zusatzausbildung zur Palliativ-Fachkraft. Eine Ausbildung, in der die vier Frauen in spezieller Pflege am Schwerstkranken und in der Schmerztherapie geschult wurden. Denn auch die Angehörigen brauchen in der schweren Zeit der Krankheit und des Abschiednehmens Unterstützung. Manche mehr, manche weniger. „Die Palliativ-Fachschwester war uns ein ganz wichtiger Ansprechpartner in der Zeit des Abschiednehmens und das ist sie auch heute noch. Durch sie kam Ruhe und Ausgeglichenheit ins Haus und wir fühlten uns in dieser schweren, emotional sehr belastenden Zeit nie allein“, so eine Angehörige einer palliativ begleiteten Patientin.
Es ist für Laien schwer, einzuschätzen, wann ein Mensch beginnt ein Palliativ Patient zu sein. Oft nehmen Angehörige die Palliativ Care Pflege erst sehr spät in Anspruch, da die Entscheidung doch schwer fällt. Wer möchte sich schon damit abfinden, dass eine geliebte Person in naher Zukunft sterben wird. Trotzdem ist es sehr wichtig, dies zu realisieren und dann auch die richtigen Entscheidung zu treffen. Am sinnvollsten ist natürlich, sich bereits in gesunden Tagen über solche Themen zu unterhalten und nicht erst dann, wenn es so weit ist. Sonst muss in extrem kurzer Zeit so viel geregelt werden, dass sich manche davon überfordert fühlen.

Netz der Begleitung knüpfen
Durch gezielte Koordination wird in Absprache mit Haus- und Fachärzten ab der Diagnose einer unheilbaren Erkrankung für den Patienten und dessen Familie ein individuelles Versorgungsnetz geknüpft. Wichtig dabei ist, dass alles verfügbar ist, aber nichts verpflichtend. Es besteht die Möglichkeit, sowohl die Seelsorge, als auch das Hospiz Südliches Ostallgäu mit einzubeziehen. Das hängt von den individuellen Wünschen der Betroffenen ab. In einem persönlichen Gespräch wird alles abgeklärt und die richtige Betreuung festgelegt.

Krisenplan für den Notfall
„Für den Patienten als auch für die Angehörigen ist es extrem wichtig, eine Krisenvorsorge zu treffen, damit keine Probleme auftreten“, so Christa Lukes. Krisenvorsorge bedeutet, dass gewissermaßen ein Plan aufgestellt wird, was gemacht werden soll, wenn der Kranke behandelt werden muss. Darunter fällt zum Beispiel die Absicherung, dass der Patient vom Arzt nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wird, sondern Zuhause bleiben darf.  Auch im Ernstfall. „Gewissermaßen sollten in einer solchen Krisenvorsorge alle Wünsche und Behandlungsvorgänge abgeklärt werden.“ Natürlich helfen die Palliativ-Fachkräfte, in enger Zusammenarbeit mit Palliativarzt Dr. Peter Lechner, die notwendigen Grundsätze festzulegen.

Begleitung und Betreuung über den Tod hinaus

Nach dem Unausweichlichen hört die Betreuung nicht auf. Auch nach dem Tod des Patienten stehen die Mitarbeiter mit Rat und Hilfe den Angehörigen bei. Eine jährliche Andacht um Allerheiligen für Verstorbene gehört ebenso zur Trauerbegleitung.  

Die Palliativ Care Pflege der Kath.-Evang. Sozialstaion wird ausschließlich durch Spenden finanziert (Sparkasse Allgäu, BLZ 733 500 00, Kto. 610361636).

Kath.-Evang. Sozialstation
Am Ziegelstadel 12
87629 Füssen
Tel 0 83 62 -  91 71 0 Fax  83 62 -  91 71 12 8
www.sozialstation-fuessen.de
info@sozialstation-fuessen.de

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