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Bewirtschaftung und Alpwirtschaft auf historischem Boden

EisenbergDie Schlossbergalm in Eisenberg und der Viehscheid am 19. September

„Das schloss eisenberg hat noch am selben berg ain new erbawens hauß item städel, stallungen wie auch pomgärtten, enger, und aygne vichwaiden“ kann man in einer Urkunde im Staatsarchiv Augsburg über das Gebiet der heutigen Schlossbergalm lesen. Verbunden mit einer genauen Beschreibung des Bauhofes der Burg Eisenberg, zu dessen Herrschaft die Alm gehörte, und aller zugehörigen Wiesen, Äcker und des Waldbesitzes. Seither kann man von einer landwirtschaftlichen Nutzung des Schlossberges ausgehen, wie die Chronik „Eisenberg im Wandel der Zeit“ von Albert Guggemos beschreibt. Denn der Bauhof diente nicht nur  dem baulichen Unterhalt des Herrschaftssitzes, sondern der Versorgung von Adel und Gesinde.

Seit März 2006 bewirtschaften Josef und Brigitte Gast (Mitte) die geschichtsträchtige Schlossbergalm unterhalb der Ruine Eisenberg. Unterstützt von ihren beiden Söhnen, die besonders gern beim Almabtrieb und Viehscheid ihre Eltern unterstützen.

Der erste Pächter:
Gottfried Angerer
Bis 1938 gehörte der Besitz der Familie von Freyberg und wurde in diesem Jahr für 39.469 Reichsmark verkauft. Erster Pächter war Gottfried Angerer, Bauer aus Weizern. Er pachtete den Besitz 1898 von Freiherr Josef August von Freyberg und bewirtschaftete die Alpe einschließlich der Weide von etwa 16 Hektar bis zum Jahre 1923. Auf seiner gepachteten Alm war Angerer Hirte und auch als gelernter Rundkäser tätig. Als Gehilfe stand ihm ein Junghirte im Alter von etwa 18 Jahren zur Seite. So musste der erster Hirte 25 Kühe und der Junghirte 15 Kühe melken, eine erstaunliche und anerkennenswerte Leistung. Täglich fiel eine Milchmenge von 300 bis 500 Liter Milch an. Sie wurde zu Rundkäse oder Bergkäse und zu Butter verarbeitet. Der Junghirte brachte im Herbst jeden Jahres mit einem Ochsenfuhrwerk einen Teil des hergestellten Rundkäse im Auftrag Angerers nach Jungholz, um ihn dort zu verkaufen. Im Herbst wurden die Milchkühe bei Bedarf im eigenen Hof in Weizern untergebracht, an Bauern in der Nachbarschaft verkauft oder zum Viehhändler Wegmann von Heilgkreuz bei Kempten zum Weiterverkauf übergeben, berichtet die Chronik der Schlossbergalm.

Seit 1958
wird die Schlossbergalm ausschließlich von den Eisenberger Bauern benutzt, berichtet Albert Guggemos in der Eisenberger Chronik. Als erstes Hirtenpaar zog Gottfried Brenner in diesem Jahr mit seiner Familie auf die Schlossbergalm. Sechs Sommer lang betreute er zusammen mit Ehefrau Franziska über 60 Stück Jungvieh und zwei bis drei Kühe. Deren Milch verarbeiteten sie zu Butter, Romandur und zu Neatzla, einer Allgäuer Käsespezialität. Magnus Veitl aus Füssen und das Hirtenpaar Engelbert und Zenzi Müller folgten. Im Jahr 1970 schließlich war das Gründungsjahr der Alm- und Weidegenossenschaft, die drei Jahre später eine Wasserleitung von Zell zur Alm verlegte. Auch das Stromnetz wurde angeschlossen. 1976 erfolgte dann der Bau des Wohnhauses mit Almstube.

Familie Gast

Von 1982 bis 1985 versorgte die Familie Linder aus Roßhaupten das Vieh und bewirtete die Gäste. Ihnen folgten ab dem Sommer  Christel Atzler-Häfele und Franz Häfele, die den Hirtenstab im März 2006 an Brigitte und Josef Gast weitergaben. Sie sorgen seither mustergültig für das Vieh und die Bewirtschaftung der Gäste auf der Schlossbergalm. Im gesamten Allgäu werden bis Ende September rund 30.000 Alptiere von 682 anerkannten Alpen wieder ins Tal gebracht. So auch in Zell, wo 70 Tiere 130 Tage lang ihren „Sommerurlaub“ auf der Schlossbergalm verbrachten. Zwei schöne Rinder werden mit einem Kranz geschmückt. Die Kränze werden von den Damen der Alm- und Weidegenossenschaft am Tag zuvor hergestellt. Die Damen binden auch Sträuße für die Treiber, meist einheimische Bauern mit ihren Kindern.

Quelle: Chronik der Schlossbergalm und „Eisenberg im Wandel der Zeit“, Herausgeber Gemeinde Eisenberg, Verfasser Albert Guggemos.

eisenberg KinderRahmenprogramm Viehscheid Eisenberg/Zell
Freitag, 18. und Samstag, 19. September 2009

 

Freitag, 18. September 20 Uhr
Stimmungsabend mit der VG-Kapelle. Es spielen 40 Jungmusikanten aus den Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Seeg im beheizten Bierzelt am Festplatz beim Burghotel Bären. Mit Barbetrieb. Kein Einlass unter 16 Jahren – Ausweiskontrolle.

 

 

 

Samstag, 19. September
10.15 Uhr
Die Alphornbläser Eisenberg unterhalten die wartenden Gäste bis zum Eintreffen des Viehs, das begleitet durch die Musikkapelle Eisenberg von der Schlossbergalm zum Scheidplatz kommt.
ca. 11 Uhr
Frühschoppen mit der Musikkapelle Eisenberg – Ansage Thomas Heiserer
14 Uhr
Bierkisten-Stapel-Wettbewerb auf der Bühne des Festzeltes
14.30 Uhr
Musikkapelle Winterrieden (Unterallgäu) bis zum Festausklang

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