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Dr. Martin Metzger

Dr. Martin MetzgerWenn man in Hessen den Namen Metzger trägt, muss man darauf gefasst sein, mit den Politikern aus der Familie Metzger verwechselt zu werden. Denn sowohl Ludwig als auch Günther Metzger haben das Bundesland mit ihrer Politik geprägt. Sie waren führende Landespolitiker, Minister, Oberbürgermeister und SPDler. Sie fragen sich nun, was das mit Füssen, im tiefsten Allgäu zu tun hat? Nun, Stadtrat Dr. Martin Metzger stammt aus dieser politischen Dynastie. Metzger gilt im Stadtrat Füssen als nicht unbedingt einfach. Er ist ein kritischer Beobachter, der alles hinterfragt und Fakten fordert.

Man kennt Sie als kritischen Beobachter. Haben Sie den Ruf ein Provokateur zu sein?

 

Es ist schwer, meinen Ruf einzuschätzen. Mein Ziel ist es nicht, zu ärgern und zu provozieren. Der Weg führt manchmal aber hierüber. Alleine die Tatsache, dass man etwas sagt, was manche nicht schön finden, stößt dann auf Unverständnis.

Ihr Großvater war Landesminister, Fraktionsvorsitzender im Bundestag, Vizepräsident des Europaparlaments und Ihr Vater war schon wie sein Vater Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt und Bundestagsmitglied. Wie war das für Sie als Kind?

Wir Kinder fanden es toll. Später sieht man das differenzierter. Als Mediziner bedeutete es, in eine Schublade gesteckt zu werden. Das war Motivation für mich, aus Darmstadt weg zu gehen. Ich wollte keinen Stempel tragen, egal ob negativ oder positiv.

Hat das Ihr Vater verstanden?

Nein, er hatte es nicht verstanden. Er hat es als Ablehnung gegen-über unserem Namen aufgefasst. Für mich war es ein Freischwimmen.

Haben sie jemals gedacht, in diese politischen Fußstapfen zu treten?

Nein. Ich habe als Kind mit der Politik keine guten Erfahrungen gehabt. Wir sahen unseren Vater sehr wenig.

Sie sind in der Wählervereinigung „Bürger für Füssen“. Nachdem Ihr Großvater und  Vater Top-Männer der SPD in Hessen waren stellt sich die Frage, wie Sie zur SPD stehen?

Ich war 15 Jahre lang aktives Mitglied der SPD. Wenn ich mich jetzt irgendwo positionieren müsste, dann wäre ich zwischen SPD und Grüne, wobei die Schlagseite eher nach Grün tendieren würde.

Wie sieht das in der Kommunalpolitik aus. Tendieren sie da auch zur SPD?

Ich fühle mich wohl bei den „Bürger für Füssen“. Von der SPD bin ich enttäuscht.
Warum?

Ich habe nichts gegen die SPD als Partei. Die SPD ist momentan eine Paul Iacob-Unterstützungspartei. Es bleibt einfach so viel liegen.
Könnten Sie sich vorstellen, dass sie mit Iacob enger zusammen arbeiten.

Ja, sicherlich. Durch meinen Beruf als Anästhesist muss ich in einem Team zusammenarbeiten. Es ist viertrangig, ob ich den mag oder nicht. So ist das auch in der Politik. 

Martin Metzger
geb. am  27. April 1964,
verheiratet, zwei Kinder
Musik: Duran Duran, Genesis, Pink Floyd,  Manfred Mans Earth Band …
Hobby: viel Sport        
Was entspannt Sie? Musik hören, ins Holz gehen.
Was ärgert sie? Nach außen hui und innen pfui. Diese Unehrlichkeit mag ich nicht.
Was schätzen Sie? Offenheit, auch kritische.
Was ist für sie das allerwichtigste? Meine Familie und die gute Beziehung zu meiner Frau. Ohne diese Familie hätte ich schon längst einen Burnout.
Farbe: Türkis, Aquamarin
Stärke: Ich glaube das ist meine Beharrlichkeit – andere sagen dazu Sturheit.
Schwäche: Meine Frau sagt, dass ich manche Stellen habe, wo ich nicht kritikfähig bin.

 

Text/Bild:rie

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