Menschen

Alle Gemeinden freuen sich auf ihre Gäste

Wie wichtig ist der Tourismus für die einzelnen Gemeinden, welche Prioritäten werden gesetzt und welche Ziele werden verfolgt? Füssenaktuell hat sich bei den Leitern und Leiterinnen informiert.

Xaver Boos, Bürgermeister Rückholz
Der Tourismus ist für uns unser Hauptstandbein. Wir haben 850 Einwohner und davon haben wir 650 Gästebetten. Ich denke, das sagt genug aus. Auch die Kombination aus Landwirtschaft und Tourismus ist nichts Ungewöhnliches. Im Gegenteil: es ist ein wichtiges Zubrot. In der Zukunft wird es so sein, dass der Gast eine höhere Anforderung bei der Grundausstattung fordern wird. Wer zehn Jahre lang nichts gemacht hat, hat bereits verloren. In den letzten Jahren haben wir die Kinderspielplätze ausgebaut unter anderem gemeinsam mit dem Hotel Schwaltenweiher. Auch der drei Kilometer lange Rundweg um den Schwaltenweiher ist nun fertig. Zwischen 30.000 und 40.000 Euro haben wir dafür investiert. Ich stelle mir noch einen Moorwanderweg vor, aber dafür brauchen wir noch die Grundstücke. Wir wären die ersten hier in der Region die einen Moorwanderweg hätten. Es soll ein naturbelassener Wanderweg sein.

 

Irmengard Burkart, Tourismuschefin Halblech
Der Tourismus hat bei uns eine bedeutende Rolle. Wir haben etliche Betriebe, die stark touristisch geprägt sind.
Wir tun vieles für den Tourismus. Heuer erscheint zum Beispiel unser neuer Prospekt  in englischer und deutscher Sprache. Aber auch für den Einheimischen tun wir einiges: Bestes Beispiel dafür ist das Kinder-Familienprogramm. Wir haben insgesamt ein gutes Gleichgewicht. Auf der einen Seite der Tourismus, dann die starke Industrie  und nicht zu vergessen die Landwirtschaft.

Für die Zukunft sehe ich den Tourismus als ein harmonisches Miteinander. Wir bieten dem Gast eine individuelle Ansprache an und einen Urlaub für die Seele gemäß unseres Slogans „Ihr Tor zur Natur“. Wir sind so facettenreich: ob Baden, Klettern, Mountainbiken, Wandern, Gleitschirmfliegen… Wer Erholung, Sport, Spaß und Natur will, der findet es bei uns.

Jan Schubert, Tourismusdirektor Pfronten
Wir haben letztes Jahr  51 Millionen Euro Jahresumsatz durch den Tourismus gemacht, das entspricht 1,14 Millionen Euro Steuereinkommen. Wir haben über 1000 Arbeitsplätze im Tourismus – wenn man bedenkt, Deckel Maho hat 1300 Beschäftigte. Das alles spricht für einen gewachsenen Wirtschaftszweig. Mit 570.000 Übernachtungen liegen wir an dritter Stelle im Ostallgäu, dabei liegen die gewerblichen Vermietungen mit 65 Prozent klar vorne. Unser stärkster Monat ist der August mit 100.000 Übernachtungen, wobei man klar sagen muss, dass 2/3 der Übernachtungsgäste im Sommer sind und der Rest im Winter. Mit unserem Werbeslogan „Bewegende Natur“ bewerben wir unsere Schwerpunkte: Wander&Radort, Burgenort, Heuort und Gesundheitsort. Für das Thema Burgenort haben wir in den letzten drei Jahren 200.000 Euro finanziert mit einer zusätzlichen Förderung vom Leader+ Projekt. Was uns von anderen Orten sicherlich unterscheidet, ist auch der rege „Kinderspielplatz-Tourismus“ Wir haben elf Themenspielplätze davon sind zwei ppp (Privat Public Partnership) finanziert worden. Wir haben immer noch viele Perlen da, die noch nicht poliert sind. Dafür zu arbeiten lohnt sich wirklich.

Kreszentia Lipp, Leiterin der Gästeinformation Hopferau
Neben Handwerksbetriegen und Einzelhandel ist der Tourismus in Hopferau äußerst wichtig.  Urlaub auf dem Bauernhof mit zahlreichen klassifizierten Unterkünften rettet die Existenz von vielen landwirtschaftlichen Betrieben (auch aktuell mit der Michkrise). Unsere Käserei in Lehern bietet Vernetzung zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Der Bier-Käse-Wanderweg ist ein gelungene Projekt aus dem letzten Jahr. Auch für die Privatvermieter bietet der Tourismus ein zweites Standbein. Wir als kleine Gemeinde sehen die Vernetzung mit der Rad- und Wanderregion Ostallgäu als großes erreichtes Ziel.
Genauso kann die elektronische Gästekarte nur im Verbund eingeführt werden.
In Zukunft wollen wir in Hopferau gezielt für Wandern und Radfahren werben und unseren Gästen das Allgäu mit all seinen Möglichkeiten und Schönheiten näher bringen. Ganz besonders beim persönlichen Kontakt bei uns in der Gästeinformation.

Sandra Dopfer, Touristinfo Seeg
Seeg hat etwa 2.800 Einwohner, 848 Gästebetten und 136 Vermietungsbetriebe. Die statistischen Zahlen zeigen, dass das Standbein „Tourismus“ für Seeg eine wichtige Einnahmequelle bietet. Die Kaufkraft der Touristen beträgt ca. 30 Euro pro Übernachtung. Seeg hat 69.585 Übernachtungen in 2008 gehabt. Damit liegt die Kaufkraft in Seeg bei über 2.080.000 Euro. Der Tourismus in Seeg ist auf Wandern (speziell in Seeg: 144 km zertifizierte Terrain-Kurwege mit Wanderführungen), Radfahren, Natur erleben, Familienurlaub und Wintersport aufgebaut. Wir haben in den letzten drei Jahren viel Geld in unseren Tourismus investiert. Allein schon für die Neuauflage des Wanderführers „Terrain-Kurwege“ und Beschaffung von GPS-Geräten für das Wandern mit Such(t)faktor „geocaching“, Homepageeinrichtungen und Pflege, Bestätigung des Prädikates Luftkurort sind insgesamt ca. 30.000 Euro. Investiert. Unsere Ziele beziehungsweise Projekte für die Zukunft sind :
· Einführung der elektronischen Gästekarte „Königscard“
· Beruhigung des Verkehrsaufkommens durch Fertigstellung der A7 = Steigerung des Erholungswertes im Luftkurort Seeg
· Aktivierung von früheren Gästen durch Mailingaktionen,
· Dorfverschönerungen zum Beispiel Schaffung von künstlerisch gestalteten Ruhebänken im Dorfkern.

Petra Köpf, Touristinfo Schwangau

Mehr als 90% der Schwangauer lebt in erster und zweiter Instanz vom Tourismus. Von etwa 1.237 Beschäftigten 2008 lassen sich 622 sozialversichgerungspflichtige Erwerbstätige dem Bereich Handel/Gastgewerbe und Verkehr zuordnen. Somit arbeitet der Großteil der Erwerbstätigen in Schwangau im Tourismussektor, noch vor dem produzierenden Gewerbe mit 127 Beschäftigten. Neben dem Übernachtungstourismus gilt Schwangau als beliebtes Ziel für Tagestouristen. Nicht allein aufgrund des Besuchermagneten Neuschwanstein, mit 1,3 Millionen Besuchern 2008. Viele Besucher aus der Region nutzen die Angebote Kurhaus, Tegelbergbahn, Königliche Kristall-Therme, Seen sowie Wander- und Radwege als Erholungsgebiet für einen Tagesausflug. Die gute Vernetzung auf örtlicher, regionaler und überregionaler Ebene ermöglicht die Nutzung von Synergien im strukturellen Bereich, bei der Angebotsentwicklung und im Marketing. Der Blick in die Zukunft:
· Durchführung überregional bedeutender Veranstaltungen.
· Qualitätsstabilisierung und -verbesserung um die Bedürfnisse des Gastes bei allen Beteiligten, in allen Bereichen stets in den Mittelpunkt zu stellen.
· Fünf-Sterne Hotel (in Planung)
· Verbesserung der  Gästekarte
· Erweiterung des Winterangebots unter Einbezug der Wintersportarena
· Optimierung der Internetpräsenz

Robert Frei, Nesselwang Marketing GmbH
„Nesselwang lebt von vielen kleinen, aber guten Ideen, und es sind viele Hände notwendig, die ineinander greifen“, so  ein Teil des touristischen Credos von Robert Frei. „Wir müssen die Nase stets im Wind haben und versuchen, schneller und innovativer zu sein“, beschreibt er die Situation seines Tourismusortes. Er baue auf Synergien und Kooperationen, denn der Tourismus in der Marktgemeinde könne auf keine großen Budgets zurückgreifen. Deren Nutzung sind für den Tourismusfachmann von entscheidender Wichtigkeit. Im Ort und natürlich darüber hinaus. „Wir brauchen sehr stark die Region und die Region braucht uns.“ Frei verweist auf die Königscard und die Zusammenarbeit mit Nachbarorten als Beispiele.
Stück für Stück ist Nesselwang so auf dem Weg, ein sportliches Tourismusprofil aufzubauen. Die Alpspitze steht dabei im Mittelpunkt der Tourismusentwicklung. Erster Schritt auf diesem Weg war 2003 die Eröffnung des ersten Nordic-Walking Fitnessparkes in Bayern. Trendsportzentrum, Laufarena und der Neubau einer kombinierten Sessel- und Gondelbahn  folgten und machen das Angebot im Sport- und Bewegungsbereich rund. „Diese Infrastruktur ist top und wird auch von den umliegenden Gemeinden gerne genutzt“, weiß Frei. Allerdings greifen die erfolgreichen Konzepte nur bis zu einem gewissen Punkt. In den letzten zehn bis 15 Jahren sind viele Hotelbetten verloren gegangen, und es fehlt inzwischen an adäquaten Unterkünften, um zahlungskräftige Kunden anzuziehen. Gezielte Qualitätsförderung für die örtlichen Betriebe und die Hoffnung auf ein Vier-Sterne-Hotel heißen hier die Schlaglichter, die in die Zukunft weisen. „Denn wer aufhört nach vorne zu schauen und zu verbessern hat schon verloren“, ist sich Frei sicher.

Alf Laumann, Touristinfo Roßhaupten
Der Tourismus zählt zu den drei wichtigsten Säulen in Roßhaupten neben Gewerbe/Einzelhandel und Landwirtschaft.  Aufgrund der positiven Entwicklung der Übernachtungszahlen +4,52 % im Kalenderjahr 2008 belief sich die Kaufkraft, resultierend nur aus den Nächtigungen, auf etwa zwei Millionen Euro. Die Tagesgäste und Verpflegungsleistungen sind extra zu betrachten, alles zusammen deutlich mehr als drei Millionen Euro. Allein diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig der Tourismus für Roßhaupten ist. Folgende Projekte stehen im Vordergrund:
· Erarbeitung von Produktlinien
· Erstellung von Pauschalangeboten gemäß der Produktlinien (nachfrage- u. zielgruppenorientiert)
· Aufwertung und Erweiterung unseres Gästeprogramms in Hinblick auf die Einführung der elektronischen Gäste/KönigsCard
· Qualitätstourismus
· Organisation und Realisation von großen Veranstaltungen

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