Menschen

Kongenial oder: Zwei, die sich ideal ergänzen

WohlfartFinanzkrise und Rezession. Schlagwörter, die im Moment in aller Munde sind und viele Menschen vorsichtig werden lassen. Gerade was große Investitionen und Realisierung neuer Konzepte angeht, wird oft zurückgesteckt. Menschen, die sich in solch „schlechten Zeiten“ trauen, neue Ideen zu verwirklichen, wird oft großer Mut und Risikobereitschaft zugesprochen. Claudia und Joachim Wohlfart sind Menschen, die sich getraut haben, trotzdem ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Im November 2008 hat das Ehepaar zusammen mit Joachims Bruder Thomas und dessen Frau Simone in Pfronten das neue Abendlokal HirschInn eröffnet und der Erfolg gibt Ihnen Recht.

Das Projekt HirschInn ist allerdings nicht der erste „Streich“ des Unternehmerpaares Wohlfart. Vielmehr könnte man sagen, bei den beiden handelt es sich um „alte Hasen“ der Gastronomie. Zusammen leiten sie nun schon im neunten Jahr erfolgreich die „M.J. & C. Wohlfart Schankwirtschaft“ in Pfronten. Claudia wurde die Gastronomie sozusagen in die Wiege gelegt, denn ihre Eltern führten lange das Hotel Bavaria in Pfronten.
Bei Joachim hingegen war das anders. Quereinsteiger würde man heute sagen. Nach seiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Gemeinde Pfronten blieb er noch zehn Jahre in diesem Beruf. Danach arbeitete er einige Jahre selbständig als Buchhändler, bis er in die Hotellerie und Gastronomie einstieg und hier seine Leidenschaft und sein Talent entdeckte, wie Erfolg und Beliebtheit der Lokale beweisen.  

„Immer am Ball bleiben“

Risiko und neue Herausforderungen hat der gebürtige Pfrontener noch nie gescheut. In diesem Punkt sind sich Claudia und Joachim sehr ähnlich: „Wir sind zwei Typen, denen darfs nie langweilig werden. Wir bleiben immer am Ball“. Kein Wunder also, dass sie zusammen immer wieder vor neuen Ideen sprühen und diese mit viel Kreativität, Leidenschaft und Elan in die Tat umsetzen. Wie damals bei der Schankwirtschaft. Als Diplom-Ingenieurin der Architektur kümmerte sich Claudia dabei um die Planung und Konzeptionierung. Joachim um alles, was mit der Gastronomie zu tun hat. Ein wichtiger Punkt der für die Mutter dreier Kinder dabei im Mittelpunkt steht: „Wie kann man sich von den anderen absetzen?“. Das Besondere, also eine wirkliche Erlebnisgastronomie, das ist es, was die beiden ihren Gästen bieten wollen. Wer schon einmal die Schankwirtschaft besucht hat, der weiß, wovon die Rede ist. Als Pforte ins „Gestern“ könnte man die Eingangstür bezeichnen, die einen schon nach dem ersten Schritt über die Schwelle um Jahrzehnte zurückversetzt. „Wir wollten einfach einen alten Bauernhof nach alten Pfrontener Vorbildern, mit einer gemütlichen Brotzeitstube“, erzählt Claudia Wohlfart. Das Konzept war also von Anfang an klar. Beim HirschInn hingegen war das alles nicht so einfach. Das Konzept ist quasi mit dem Baufortschritt entstanden.

Tradition trifft Moderne

„Der Name sollte der Aufhänger sein. Den richtigen zu finden war allerdings nicht ganz so einfach. Im Restaurant Italia bei Giacomo kam uns dann aber die zündende Idee: der Hirsch! Hirsch steht zum Einen für Tradition, und zum Anderen kann man ihn in der Architektur unheimlich gut umsetzen. Angefangen vom Bild, über Spiegel, bis hin zum Türknauf. Da stehen einem die Möglichkeiten offen“, erzählt die Fachfrau für Bauen und Wohnen. Für den modernen „Touch“ sorgt nun das „Inn“ im Namen, und der verspricht, was das Interieur absolut einhält: Tradition trifft Moderne. Verarbeitet wurde sowohl Holz als auch so modern anmutende Materialien wie Plexiglas und Edelstahl. Eine Kombination, die Publikum aus jeder Altersklasse anzieht und das freut die beiden Unternehmer ganz besonders. Denn genau das ist es, was sie wollten: Ein Konzept für Alle.
Hausfrau, Mutter, Baumeisterin und Wirtin. Das alles unter einen Hut zu bringen ist mit Sicherheit nicht einfach, aber doch nicht unmöglich, wie Claudia Wohlfart beweist: „Es ist zwar viel, aber genau so will ich es.“ Genauso wie ihr Mann Joachim hat sie in ihrem Beruf ihre Erfüllung gefunden und das merkt man. Ein Ehepaar, das sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern immer versucht etwas Neues zu finden und dies auch zu verwirklichen. Die Entscheidung für die Gastronomie haben die beiden nie bereut. „Irgendwie läuft es immer und nur wenn man beweglich und innovativ ist, sich traut und investiert, funktioniert eine Wirtschaft.“ Das kann man laut Familie Wohlfart wirklich wörtlich nehmen. Aussagen, die Zuversicht geben, und einen kleinen Schimmer am vielleicht doch nicht ganz so schwarzen Himmel der Wirtschaft erkennen lassen.

 

Text: scm, Fotos: lck

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