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Katharina Wiedhopf – eine starke Frau mit Gefühl

Katharina WiedhopfEs gibt wenige Menschen, die mit ihrer Arbeit zufrieden sind, und noch weniger die sie als Herauforderung sehen. Nicht so Katharina Wiedhopf. Seit 23 Jahren arbeitet sie an der Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See. Sie kam als Krankengymnastik-Praktikantin auf den Enzensberg und hat sich danach Schritt für Schritt für die Aufgaben als Ressortleiterin und Teamchefin sowie stellvertretende Physiotherapie-Leiterin qualifiziert. Jetzt ist sie Physiotherapie-Leiterin und Chefin von 130 Mitarbeitern. Ergo- und Physiotherapeuten, Masseure, Diplom-Sportlehrer, Bademeister, Azubis, die Therapie-Planung aber auch das ambulante Rehateam gehören zu ihrem Team.

Die 46jährige gelernte Physiotherapeutin kennt jeden ihrer Mitarbeiter mit Namen. Persönlicher Kontakt ist ihr dabei sehr wichtig. „Manche Mitarbeiter haben mich ein halbes Leben lang begleitet“, erklärt die alleinerziehende Mutter. Katharina Wiedhopf schätzt die familiäre Atmosphäre und das angenehme Arbeitsklima. „Ich bin froh da zu sein, wo ich jetzt bin“, sagt sie lächelnd. Ursprünglich wollte sie Sport und Germanistik studieren. Aber wie so oft, entwickeln sich Dinge im Leben anders als man denkt. Obwohl sie wenig Kontakt zu Patienten hat, bekommt sie die Einzelschicksäle mit. „Jede Abteilung hat einen Teamleiter, so erhalte ich alle Informationen.“ Manche Geschichten und Begebenheiten gehen nicht so spurlos an der sportlichen Frau vorbei. „Dann passiert es, dass ich diese Gefühle mit nach Hause nehme und überlege, wie ich etwas lösen oder verändern kann. Jede Entscheidung, die ich treffe, muss zu mir passen. Ich muss mich damit wohlfühlen und sie auch absolut vertreten können“, so Katharina Wiedhopf. Ihr Job verlangt viel Fingerspitzengefühl, große Kompetenz und nicht zuletzt auch neue Ideen, die man mit 130 Mitarbeitern umsetzen soll. Denn nur Veränderungen bringen den Betrieb weiter, die sowohl für Mitarbeiter als auch für Patienten interessant sein müssen. Das ist nicht einfach, wenn man bedenkt, dass alle Mitarbeiter, angefangen von den Bremsern, euphorischen Vissionaren und den „dann-von-mir-aus“ Mitarbeitern, begeistert werden müssen.
Katharina Wiedhopf gehört zu den Menschen, die andere motivieren und begeistern können. „Ich habe gelernt, das Leben zu bejahen.“ Auf die Frage, ob sie bodenständig sei, antwortet sie: „Im Alltag ja. Aber wenn ich auf Reisen bin, dann kann ich auch verrückt sein. Ich mag das Spontane und Abwechslungsreiche. Ich versuche eine gesunde Mischung von beidem in unserem alltäglichen Leben einzubringen.“ Gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Tochter ist Katharina Wiedhopf oft unterwegs – am liebsten durch Italien. Landschaften, Kultur und die Architektur faszinieren sie immer wieder aufs Neue. Reibungspunkte im Urlaub gibt es mit der Tochter kaum, dafür aber Kompromisse auf beiden Seiten. „Gesunder Egoismus ist gut. Es bedeutet nichts anderes als Respekt vor den Wünschen des anderen. Das müssen Kinder und Erwachsene gleichermaßen lernen.“ Katharina Wiedhopf musste lernen, mit Vorurteilen und Klischees umzugehen. „Es passiert mir nicht selten, dass manche die Nase rümpfen, wenn ich sage, dass meine Tochter nach der Schule in den Hort geht. Hintenrum höre ich dann schon: Muss das denn sein? Meine Tochter ist gerne im Hort, weil sie dort ihre Freunde hat. Und ich selber bin auch vom Hort begeistert. Sie machen es wirklich toll”.  Mit Tochter Amelie ist sie ein gut eingespieltes Team. Beide verbringen die Zeit sehr intensiv miteinander. Fast unwillkürlich passiert es, dass alleinerziehende Männer und Frauen die Kinder als Ersatz für eine Partnerschaft sehen. Katharina Wiedhopf allerdings nicht. „Ein Kind muss und soll ein Kind bleiben.“ Das sie nichts gegen eine Partnerschaft hätte sagt sie ganz offen. „Klar wäre das schön. Es gibt nun mal Dinge, die man alleine ungern macht. Mit einem Partner wäre das viel schöner. Ein anderer Aspekt sind die Entscheidungen, die man gemeinsam trifft. Es ist nicht immer einfach, alles alleine zu tragen, selbst dann nicht, wenn man gute Freunde hat.“ Ihr Kind hat ihr eine Stärke verliehen, die sie vielleicht auf normalem Wege nie so hätte erfahren können. „Sicherlich verzichtet man eine zeitlang auf vieles. Später wird die Wertigkeit der Freizeit umso größer, weil man sie schätzt und sie auch genießen kann.“

 

Text/Bild:rie

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